217 Robotikunternehmen

Schweizer Robotikbranche wächst - doch die Skalierung bleibt schwierig

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von Dylan Windhaber und NetzKI Bot und cka

Die Schweiz zählt 217 Robotikunternehmen mit rund 7000 Arbeitsplätzen. Pro Kopf entstehen hierzulande besonders viele Robotik-Start-ups und auch beim Robotereinsatz liegt die Schweiz weit vorne. Eine Herausforderung bleibt laut einer Analyse von Raiffeisen jedoch das Wachstum über die Start-up-Phase hinaus.

(Source: freepik / Freepik.com)
(Source: freepik / Freepik.com)

Eine neue Analyse von Raiffeisen Economic Research zeichnet ein positives Bild des Schweizer Robotikstandorts. Mindestens 217 Unternehmen gehören demnach zum hiesigen Robotik-Ökosystem und beschäftigen zusammen rund 7000 Personen. Davon zählt Raiffeisen 109 Unternehmen zur Kernrobotik, hinzu kommen 48 Zulieferer und 29 Integratoren. Rund 70 Prozent der Kernunternehmen sind laut der Analyse in der Servicerobotik tätig. 

Eine wichtige Rolle spielen auch die Schweizer Hochschulen. Raiffeisen identifiziert 61 Robotik-Spin-offs, darunter 31 aus der ETH Zürich und 16 aus der EPFL. Insgesamt hätten 56 Prozent der untersuchten Robotikfirmen ihren Ursprung an einer Hochschule, schreibt Raiffeisen in der zur Analyse zugehörigen Mitteilung. Entsprechend konzentriere sich die Branche geografisch: 57 der 109 Kernrobotikunternehmen sitzen im Kanton Zürich, weitere 25 im Kanton Waadt. 

Anzahl Kernrobotikunternehmen nach Kanton

Anzahl Kernrobotikunternehmen nach Kanton. (Source: Raiffeisen Economic Research)

Schweiz bringt besonders viele Robotik-Start-ups hervor

Auch bei den Neugründungen sieht Raiffeisen eine hohe Dynamik. Seit 2020 entstanden gemäss Mitteilung 50 Robotikunternehmen. Allein zwischen 2023 und 2025 seien jährlich mindestens zehn hinzugekommen. Betrachtet man seit 2020 gegründete Robotik-Start-ups, die Risikokapital erhalten haben, kommt die Schweiz auf 3,8 Unternehmen pro Million Einwohner, wie Raiffeisen ausführt. Damit liegt sie laut der Analyse vor den USA, Grossbritannien, Deutschland und den übrigen untersuchten europäischen Ländern. 

VC-finanzierte Robotik-Start-ups je Mio. Einwohner, seit 2020

Durch Risikokapital finanzierte Robotik-Start-ups je Millionen Einwohner seit 2020. (Source: Deep Tech Report 2026, Raiffeisen Economic Research)

Die Schweizer Unternehmen konzentrierten sich dabei vor allem auf spezialisierte Anwendungen. Besonders stark vertreten seien Drohnen und autonome mobile Roboter. Auch in Bereichen wie Inspektion, Logistik und Gesundheitswesen sieht die Analyse Stärken. Die Schweiz unterscheide sich damit von Robotiknationen wie Japan, Deutschland oder China, deren Branche stärker von klassischer Fabrikautomation geprägt sei. 

Ausländisches Kapital finanziert das Wachstum

Schwieriger wird es für Schweizer Robotikfirmen, wenn sie wachsen wollen, wie Raiffeisen schreibt. Rund 87 Prozent der Kernrobotikunternehmen beschäftigten weniger als 100 Personen im Robotikbereich. Lediglich drei kämen auf mehr als 250. Gleichzeitig steige mit der Grösse der Finanzierungsrunden die Abhängigkeit von ausländischem Kapital. Bei Runden über 100 Millionen US-Dollar stammen laut Studie nur 12 Prozent der Investitionen aus der Schweiz, während 54 Prozent aus den USA kommen. 

Raiffeisen sieht darin auch das Risiko, dass erfolgreiche Schweizer Unternehmen übernommen werden oder Wertschöpfung ins Ausland abwandert. Mehrere Robotikfirmen hätten diesen Weg bereits genommen. 

Schweiz gehört bei Roboterdichte zu den Top 10

Die Schweiz entwickelt Roboter nicht nur, sondern setzt sie auch vergleichsweise häufig ein. In der Industrie kommen rund 29 Roboter auf 1000 Beschäftigte. Damit liegt die Schweiz laut der Analyse im Jahr 2024 weltweit auf Platz 10. Bei professionellen Servicerobotern habe sie in den untersuchten europäischen Ländern sogar den höchsten Anteil erreicht.

Industrieroboter je 1'000 Beschäftigte in der Industrie, 2024

Industrieroboter je 1000 Beschäftigte in der Industrie im Jahr 2024. (Source: IFR, Raiffeisen Economic Research)

Künstliche Intelligenz könnte der Robotik gemäss Mitteilung zusätzlichen Schub verleihen. Moderne Systeme könnten ihre Umgebung mithilfe von Sensoren und Kameras erfassen und dank KI flexibler darauf reagieren. Weltweit flossen allein im ersten Quartal 2026 rund 16,3 Milliarden US-Dollar Risikokapital in Robotikunternehmen, wie die Studie zeigt. Ob KI der Robotik tatsächlich zu einem technologischen Quantensprung verhelfe, sei allerdings noch offen, hält Raiffeisen fest. 

Auch für den Schweizer Arbeitsmarkt sieht die Studie Potenzial. Rund 28 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten demnach in Berufen mit überdurchschnittlichem Einsatzpotenzial für Industrie- und Serviceroboter. Humanoide Roboter könnten weitere Tätigkeitsfelder erschliessen. Den Fachkräftemangel dürfte Robotik jedoch nicht allein lösen: Viele Mangelberufe verlangen Fachwissen und menschliche Interaktion. Raiffeisen sieht Roboter deshalb vor allem als Ergänzung, die Beschäftigte entlasten und die Produktivität erhöhen kann.

 

Die Hochschule Luzern und das Technologie-Innovationszentrum CSEM verzahnen übrigens ihre Aktivitäten im Bereich KI und Robotik. Gemeinsam schaffen sie eine Professur für "Collective Human Robot Intelligence". Lesen Sie hier mehr dazu.

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