200-Millionen-Projekt beim Seco

IT-Umstellung sorgt für Verzögerung bei der Auszahlung von Taggeldern

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von Coen Kaat und jor

Der Start von Asal 2 beim Seco ist offenbar missglückt. Probleme bei der Umstellung auf das neue IT-System der Arbeitslosenkassen sorgt nun dafür, dass Arbeitssuchende ihre Taggelder nicht erhalten.

(Source: kite_rin / Fotolia.com)
(Source: kite_rin / Fotolia.com)

Die Ablösung einer Software aus den 1980er-Jahren sorgt derzeit bei den Arbeitslosenkassen - und insbesondere den darauf angewiesenen Personen - für grosse Probleme. Auslöser ist das neue IT-System Asal 2, das von allen 33 Arbeitslosenkassen genutzt wird, wie der "Tages Anzeiger" (Paywall) berichtet. Die IT-Ablösung erfolgte zum Jahreswechsel. 

Über dieses System wickeln die Arbeitslosenkassen die Auszahlung von Taggeldern ab. Die technischen Probleme betreffen vor allem die Plattform Job Room. Arbeitssuchende nutzen diese, um Dokumente hochzuladen, damit sie ihre Taggelder erhalten. Aufgrund der Schwierigkeiten sei derzeit ungewiss, ob alle Versicherten ihre Leistungen im Januar fristgerecht erhalten. Einige Arbeitssuchende sollen wegen der Umstellung schon im Dezember kein Geld erhalten haben. Diese erneute Verzögerung sei daher existenzbedrohend, zitiert der Bericht eine nicht namentlich genannte Quelle.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) wollte schon mehrmals einen Nachfolger für das jahrzehntealte System einführen. 2015 scheiterte ein Projekt mit einem Budget von 26 Millionen Franken. 2016 lancierte das Seco das Nachfolgeprojekt Asalfutur mit einem geplanten Einführungstermin in 2020. Dieser musste mehrfach verschoben werden, wie es im Bericht heisst. Das Budget schwoll auf mittlerweile 201 Millionen Franken an. 

EFK bemängelte das Projekt mehrmals

Während dieser Zeit erschienen sechs Prüfberichte der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zum Projekt. Die Bilanz fiel generell negativ aus. Es gebe etwa keine belastbare Planung, Risiko- und Qualitätsmanagement seien schwach und Konflikte zwischen Internen und Externen würden die Problemlösung unnötig komplizierter machen.

Im vergangenen Mai habe die EFK noch bemängelt, dass kein Konzept für die Datenmigration vom alten zum neuen System vorliege. Auch zur Tauglichkeit der Software habe damals noch kein Prüfungsbericht vorgelegen. 

Auf Anfrage des "Tages Anzeigers" räumte ein Sprecher ein, dass es grössere Probleme gebe. An deren Lösung arbeite man mit Hochdruck. Verzögerungen bei der Auszahlung könnten nicht ausgeschlossen werden. Das Seco wies die Arbeitslosenkassen laut dem Bericht an, anspruchsberechtigten Versicherten Vorschüsse zu gewähren. Die Berner Ständerätin Flavia Wasserfallen (SP) reichte derweil einen Antrag ein; dieser fordert das Seco auf, über das Ausmass der Probleme und darüber, wie diese behoben werden sollen, zu informieren. 

 

Übrigens: Nicht nur die IT der Arbeitslosenkassen erhält schlechte Noten von der EFK. Auch die Digitalisierung der 1. Säule weist gemäss einem Prüfbericht Mängel auf. Lesen Sie hier mehr dazu

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