Solide digitale Basis

EFK ermittelt Verbesserungspotenzial in der IT-Governance des UVEK

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von Chiara Binder und rja

Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat die IT-Governance des UVEK überprüft. Während das Departement über eine solide digitale Basis verfügt, gibt es beim Qualitätsmanagement, der Risikosteuerung sowie bei der Personalentwicklung noch Verbesserungspotenzial.

(Source: Emiliia / stock.adobe.com)
(Source: Emiliia / stock.adobe.com)

Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) verfügt über eine solide digitale Basis. Zu diesem Schluss kommt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) in einer Prüfung. Die digitale Basis bilde die Grundlage für eine nutzerzentrierte sowie zukunftsorientierte digitale Verwaltung, heisst es in der Mitteilung.

Das föderalistische und kooperative Modell der Digital Services fördert demnach die Umsetzung von digitalen Projekten im ganzen Departement. Das UVEK verfüge zudem über ein klar strukturiertes Lenkungsmodell, Rollen und Verantwortlichkeiten seien festgelegt und spezialisierte Bereiche verantworten die operative Umsetzung.

Allerdings stellt die EFK fest, dem UVEK fehle eine verbindliche, übergeordnete Departements-Strategie. Massnahmen könnten dadurch schwerlich priorisiert werden. Zudem messe die Behörde ihren digitalen Reifegrad nicht systematisch. Die Erfolgskontrolle und Weiterentwicklungen seien daher beeinträchtigt.

Des Weiteren stellt die EFK beim IT-Personalmanagement eine hohe Abhängigkeit von externen Mitarbeitenden fest. Dies berge Risiken bezüglich Wissenstransfer, Kontinuität und Steuerbarkeit. Zudem fehle es an strategischer Steuerung und nachhaltiger Entwicklung des IT-Personals.

Verbesserungspotenzial bei strategischen Steuerungselementen

Im Qualitäts- und Risikomanagement sieht die EFK konkreten Verbesserungsbedarf in der departmentsweiten Standardisierung, der Nutzung von Qualitäts- sowie Risikodaten und der Verankerung von kontinuierlichen Verbesserungen. Für die Qualitätssicherung sei mehr Integration, Risikosicht und eine Ausrichtung auf Bedürfnisse von Kundinnen und Kunden nötig.

Durch die Umsetzung von Qualitätssicherungsprozessen sowie Risikomanagement auf Projektebene werden solche Punkte nur fallbezogen, nicht systematisch, identifiziert, wie die Prüfstelle schreibt.

Im Service- und Lieferantenmanagement fehle es an durchgängigen und serviceübergreifenden Qualitätsmessungen. Für eine zukunftsgerichtete IT-Governance empfiehlt die EFK daher zentrale strategische Steuerungselemente.

Mehr User für E-Gov-Plattform

Die EFK kommt bei der Überprüfung der E-Gov-Plattform des UVEK zum Schluss, dass diese im Verhältnis zu den Investitionen zu wenig genutzt wird, wie es in der Mitteilung heisst. Dem Portal mangle es an Anreizen zur Prozessdigitalisierung und an Nutzerzentrierung, urteilt die Prüfstelle. Für die strategische Weiterentwicklung der Plattform stütze sich das UVEK auf die Digitalstrategie der gesamten Bundesverwaltung.

Schliesslich stellt die EFK im Releasemangement fehlende Testautomatisierung fest. Manuelle Tests seien aufwendig, fehleranfällig und schlecht skalierbar, schreibt sie dazu. Steigende Systemauslastung erhöhe das Risiko von Qualitätsmängeln und Verzögerungen und gefährde so die Betriebssicherheit wie auch die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden.

 

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