Unispital Zürich setzt KI-Überwachung für vulnerable Patienten ein
Das Universitätsspital Zürich plant den Einsatz von KI-gestützten Überwachungssystemen, um die Sicherheit der verletzlichsten Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Das System erkennt Stürze und alarmiert gegebenenfalls das zuständige Personal.
Ein KI-System soll künftig sturzgefährdete und verwirrte Patientinnen und Patienten im Universitätsspital Zürich (USZ) überwachen. Der Sensor der dazu gehörenden 180-Grad-Kamera registriert auch im Dunkeln Bewegungen und schlägt dabei Alarm, wie der "Tages-Anzeiger" berichtet. So wisse das Personal, ob jemand das Bett verlässt oder gar stürzt. Das System speichere die Aufnahmen nicht. Mit der KI-Überwachung, oder auch Mobilitätsüberwachungssystem, will das USZ die Sicherheit und Betreuung der Patienten optimieren und zudem das Personal entlasten.
Traditionell kommen bei besonders gefährdeten Patientinnen und Patienten Sitzwachen und Alarmierungsfussmatten zum Einsatz, wie das USZ auf Anfrage des Kantonsrats des Kantons Zürich mitteilt. Diese Methoden hätten aber gewisse Schwächen: Zum einen seien Fussmatten fehleranfällig und könnten zu Stolperfallen werden. Zum anderen sei der Sitzwachen-Einsatz personalaufwändig und mit zusätzlichen Kosten verbunden. Ausserdem bedeutet die Sitzwache eine ständige Präsenz im Krankenzimmer, was auch unangenehm für Patienten sein kann.
Das USZ antwortet auch auf Bedenken bezüglich Datenschutz und Privatsphäre. Das Spital informiere Patienten, Mitarbeitende sowie Besuchende über den Einsatz. Sollte jemand keine KI-Überwachung wünschen, werde das System im entsprechenden Zimmer deaktiviert.
Vor der Pilotanwendung des Systems habe das USZ eine Datenschutzfolgeabschätzung sowie eine umfassende interne Sicherheitsbeurteilung durchgeführt. Diese sollen keine besonderen Risiken aufgezeigt haben, sodass das Spital auf eine Vorabkontrolle durch die Datenschutzbeauftragte verzichtete.
Das USZ testete das System bereits in einem Pilotprojekt. Bezüglich den dabei gesammelten Erkenntnissen hält das Spital fest: "Neben den funktionalen Elementen ist dabei die Gewährleistung des Datenschutzes sowie der Cyber- und Informationssicherheit mit Blick auf den produktiven Betrieb von zentraler Bedeutung. Das USZ wird die kantonale Datenschutzbeauftragte anlässlich der konkreten Beschaffung im Rahmen einer im Frühling 2026 geplanten öffentlichen Ausschreibung miteinbeziehen."
Keine Überwachung bei psychiatrischen Patienten
Das Kantonsspital Winterthur ist ebenfalls an einem Patientenüberwachungssystem interessiert, wie aus der Antwort des USZ an den Regierungsrat hervorgeht. An der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich sowie an der Integrierten Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland sollen jedoch weder KI‑basierte Videoüberwachungssysteme eingesetzt werden, noch ist deren Einführung derzeit geplant.
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