Europäische IT-Distributoren spüren verhaltene Nachfrage
In der europäischen IT-Distribution sehen die Zahlen auf den ersten Blick gut aus. Context erhöht seine Wachstumsprognose für 2026 auf 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Höhere Stückzahlen treiben das Wachstum allerdings nicht; vielmehr geben Unternehmen mehr für teurere Produkte aus.
Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die europäische IT-Distribution besser entwickelt als erwartet. Deshalb hat das Marktforschungsunternehmen Context die Wachstumsprognose überraschend auf 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr angehoben, wie "Connect Professional" berichtet. Im Jahr 2025 verzeichnete die Branche ein Umsatzplus von 5,2 Prozent. Mit dem prognostizierten Zuwachs für 2026 würde die Branche die stärkste jährliche Wachstumsrate seit 2020 erreichen.
Nachfrage bleibt verhalten
Die positive Prognose ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen. "Die Umsatzzahlen auf den ersten Blick sind ermutigend, aber sie erzählen nicht die ganze Geschichte", sagt Anthony Frot, Forschungsleiter bei Context, gegenüber "Connect Professional": "Ein Grossteil der Marktstärke ist eher auf den Wert als auf einen vergleichbaren Anstieg der Stückzahlen zurückzuführen. Für Anbieter, Distributoren und Wiederverkäufer bedeutet dies, dass die Chancen weiterhin bestehen, die Planung jedoch einen Markt berücksichtigen muss, in dem der Umsatz deutlich stärker ausfallen kann als die zugrunde liegende Nachfrage."
Das Umsatzwachstum sei vor allem auf Ausgaben für teurere Produkte und Technologiekategorien zurückzuführen. Daraus lasse sich nicht schliessen, dass die Branche auch mehr Einheiten verkauft. Zurzeit profitiere der Markt von den Investitionen in hochwertige Technologien, die Nachfrage bleibe aber gedämpft.
Context erwartet, dass sich diese Entwicklung 2027 fortsetzt. Für das erste Quartal rechnet das Marktforschungsunternehmen mit einem Umsatzwachstum von 3,1 Prozent, für das zweite Quartal mit 2 Prozent. Das Wertwachstum soll im ersten Quartal 7 Prozent und im zweiten Quartal 3 Prozent erreichen. Die Stückzahlen dürften dagegen im ersten Quartal stagnieren und im zweiten Quartal um 1 Prozent steigen. Gemäss Context stützen Investitionen in teure Produkte den Markt auch 2027, die Marktentwicklung dürfte sich jedoch normalisieren.
Im Juni 2026 hat Context übrigens steigende Investitionen in Cybersecurity-Modelle für autonome KI-Systeme prognostiziert. Mehr dazu lesen Sie hier.
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