Editorial

Zwischen Science-Fiction und Büroalltag

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von Coen Kaat
Coen Kaat, stellvertretender Chefredaktor. (Source: Netzmedien)
Coen Kaat, stellvertretender Chefredaktor. (Source: Netzmedien)

Wie sieht das Büro der Zukunft aus? Wer sich diese Frage in den vergangenen 25 Jahren stellte, hatte vermutlich Bilder wie jene aus "Minority Report" im Kopf. In diesem Science-Fiction-Film steht Tom Cruise vor einem riesigen, transparenten Bildschirm, auf dem er mit blossen Handbewegungen Fenster öffnet, Bilder verschiebt und Informationen durchforstet. Maus und Tastatur sind in dieser Welt schon längst überholt.

Diese Erwartungen stammen noch aus einer Zeit, in der KI noch echte Zukunftsmusik war. Wer sich heute das Büro von morgen vorstellt, hat wohl ein – zumindest optisch – deutlich weniger spektakuläres Bild im Kopf. Denn Bildschirm, Maus und Tastatur befinden sich weiterhin auf dem Schreibtisch; neu sind dafür die Erwartungen daran, was KI wohl noch alles zu leisten vermag. Unsichtbar und imposant zugleich.

Wie KI schon heute die Arbeitsgeräte und die Arbeit selbst verändert, zeigt das Podium. Welche Kompetenzen werden künftig gefragt sein? Was bedeutet der steigende Effizienzdruck für die Mitarbeitenden? Und drohen neue Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern oder Einbussen bei der digitalen Souveränität? ­Darüber diskutieren Experten von Adnovum, Brack Alltron, HP, Microsoft, Procloud und TD Synnex im Podium.

Wann das KI-gestützte Büro tatsächlich zum Alltag wird, ist allerdings weniger eindeutig. Die Marktforscher IDC und Gartner streiten sich nämlich darüber, wie kurz vor der Marktdurchdringung KI-Endgeräte derzeit stehen. IDC sieht sie bereits auf dem Triumphzug; Gartner geht hingegen davon aus, dass die hohen Speicherkosten noch ein bis zwei Jahre einer breiten Marktab­deckung im Weg stehen werden. Mehr dazu lesen Sie im Marktbericht.

Wann KI-Endgeräte in allen Büros stehen, lässt sich nicht genau sagen. Mit aller Wahrscheinlichkeit treffen sie aber noch vor den mittels Gesten gesteuerten Hologrammen ein. Die Auswirkungen der Innovationen, an die noch keiner denkt, überflügeln aber oft den Impact der Technologien, die man schon kennt. Vielleicht wird also auch diese aktuelle Vorstellung des KI-Büros dereinst überholt sein – genauso wie das retrofuturistische Büro aus "Minority Report".

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