Arbeitsmarkt

Finden, ködern, fördern – vier Tipps für die Suche nach IT-Spezialisten

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Schweizer Unternehmen suchen händeringend nach IT-Spezialisten. Da ist guter Rat teuer. Die Redaktion hat nach den besten Tipps gesucht.

(Source: Alexandra Gl / Fotolia.com)
(Source: Alexandra Gl / Fotolia.com)

Schweizer Unternehmen sind auf der Suche nach IT-Spezialisten. Laut dem Stellenvermittler Hays waren im Sommer 2019 mehr als 20 000 Stellen im IT-Bereich aus­geschrieben. Besonders begehrt sind Softwareentwickler, Java-Entwickler, IT-Berater, IT-Supporter und Webentwickler. Spring Professional meldete im vergangenen November, dass Informatikberufe in der Deutschschweiz das meistgesuchte Stellenprofil seien. Wie behaupten sich Arbeitgeber in diesem Kampf um Fachkräfte? Vier Tipps von ICT-Berufsbildung Schweiz, dem Headhunter Wirz Partners, dem Personalberater Robert Half, dem IT-Dienstleister UMB, dem Entwickler Avaloq und der Migros.

 

1. Gehen Sie auf Kandidaten zu!

Stellenportale wie Jobs.ch sind immer noch Orte, wo sich potenzielle Arbeitnehmer und Arbeitgeber finden. In einer Branche wie der IT reicht ein Inserat aber nicht mehr, sind sich die Befragten einig. «Traditionelle Rekrutierungskanäle funktionieren nicht mehr oder nur bedingt», schreibt Philipp Knapp, Senior Manager von Robert Half. Unternehmen müssten also dorthin, wo die Bewerber sind. Active Sourcing nennt sich das. «Im IT-Arbeitsmarkt, wo es wenige Aktivbewerbungen gibt, ist diese sehr Methode unabdingbar», sagt auch die Migros. Hierbei spiele das Netzwerk der bestehenden Mitarbeiter eine wichtige Rolle, so Avaloq und UMB.

 

2. Bieten Sie mehr!

Ist der Wunschkandidat gefunden, muss er motiviert werden. «Der Lohn ist hierbei auch 2020 immer noch ein zentrales Argument», sagt Serge Frech, Geschäftsführer von ICT-Berufsbildung Schweiz. Vor allem bei den Jungen sei das Gehalt ein wichtiges Kriterium. Reifere Mitarbeiter wollten eher ein gutes Gesamtpaket in Bezug auf berufliche Vorsorge, Arbeitsort, Arbeitsweg und Arbeitsplatz. Die Kunst ist es, dieses Paket so zu schnüren, dass es sich von den Mitbewerbern abhebt. Die Migros setzt auf spannende Aufgaben, ein attraktives Arbeitsumfeld und Vielfalt. UMB erwähnt den Great Place to Work Award, bis zu neun Wochen Ferien pro Jahr und die Möglichkeit, an der strategischen Entwicklung des Unternehmens mitzuwirken.

 

3. Investieren Sie in Talente!

Geht es um die Attraktivität als Arbeitgeber, stellt die Mehrheit der Befragten die Weiterentwicklung in den Vordergrund. Im Wettbewerb um Fachkräfte sehen sie Firmen im Vorteil, die ihren Angestellten eine Perspektive bieten. Laut Frech ist die Ausbildung überhaupt der Schlüssel bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels: «Es läuft in der ganzen Fachkräfte-Wertschöpfungskette etwas schief. Zu wenige Junge entscheiden sich für IT-Berufe. Und für die, die eine Lehre machen wollen, bieten die Unternehmen zu wenig Lehrstellen an.» Lehrstellen seien deshalb die beste Möglichkeit, um den eigenen IT-Fachkräftebedarf zu sichern.

 

4. Zeigen Sie Flexibilität!

Der Rückstand bei der Ausbildung ist ein Grund für den Fachkräftemangel. Ein weiterer sei hausgemacht, sagt Knapp. In vielen Unternehmen fehle es an Flexibilität. Im Raum Zürich etwa spüre Robert Half eine Hemmnis, Bewerber mit wenig oder keinen Deutschkenntnissen einzustellen. Dies, obwohl IT-Abteilungen in der Regel sowieso englischsprachig seien. Ausserdem setzten suchende Unternehmen häufig einschlägige Berufserfahrung im Schweizer Markt voraus. Im IT-Umfeld seien solche aber gar nicht ausschlaggebend. Wichtiger seien die Fachkenntnisse, die ein Bewerber mitbringe. Diese Skepsis gegenüber internationalen Bewerbern und Quereinsteigern müsse sich ändern. Zwei Firmen haben das erkannt. Avaloq sucht als globales Unternehmen weltweit nach Mitarbeitern. Die Migros sei offen für Kandidaten ab 50, genauso wie für Junior-Profile.

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