Crypto Mining

Cybergauner sind im Krypto-Rausch

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von René Jaun und jor

Im 4. Quartal 2020 sind deutlich weniger DDOS-Angriffe registriert worden als im Quartal davor. Stattdessen scheinen Cyberkriminelle ihre Botnetze vermehrt zum Schürfen von Kryptowährungen zu nutzen.

(Source: Viktor Forgacs / Unsplash.com)
(Source: Viktor Forgacs / Unsplash.com)

Hacker verlieren ihr Interesse an DDOS-Atacken. Dies vermutet zumindest der russische Sicherheitsanbieter Kaspersky, der sich wiederum auf Zahlen seiner DDOS-Prevention bezieht. Demnach stieg die Anzahl an DDOS-Angriffen im 4. Quartal 2020 gegenüber Vorjahr zwar um rund 10 Prozent. Doch im Vergleich zum 3. Quartal 2020 verzeichnete das Unternehmen 31 Prozent weniger Angriffe.

Botnetze auf Krypto-Mining umprogrammiert

Gemäss Kaspersky setzt sich damit ein Trend fort, der bereits im 2. und 3. Quartal aufkam. Seit Sommer 2020 steigt hingegen die Anzahl der von Kaspersky registrierten Krypto-Miner. Dies, nachdem sie in der ersten Jahreshälfte 2020 noch rückläufig war.

Kaspersky vermutet, dass Cyberkriminelle auf die starke Aufwertung von Kryptowährungen des letzten Jahres reagieren. Sie programmieren die Command-and-Control-Server (C&C) vieler Botnetze so um, dass infizierte Rechner jetzt für das Mining von Kryptowährungen statt für DDoS-Angriffe missbraucht werden.

Es werde für Hacker zunehmend attraktiver, Rechner mit Mining-Programmen zu infizieren, schreibt Kaspersky. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Trend auch in den kommenden Monaten anhält.

DDOS-Angriffe bereiten auch Schweizer Unternehmen Schwierigkeiten. Hierzulande sorgte eine solche Attacke letztes Jahr bei Swisssign für Systemstörungen. Und Huber + Suhner musste für ein paar Tage gar weltweit seine Produktionssysteme stoppen.

Fun-Fact: CISOs arbeiten hart, aber nicht nur

In einer Umfrage hat Kaspersky untersucht, was CISOs und ihre Mitarbeitenden während der Arbeitszeit sonst noch machen – also abgesehen vom Arbeiten. Gemäss der Umfrage verbringen sie durchschnittlich fünf Stunden ihrer wöchentlichen Arbeitszeit mit Aktivitäten aus den Bereichen Freizeit, Hobbys oder Entspannung. Das sei eine Stunde pro Woche mehr als bei einem durchschnittlichen Angestellten, schreibt das Unternehmen.

Zu den beliebtesten dieser Nicht-Arbeitsaktivitäten gehören das Lesen von Nachrichten (37 Prozent), Schauen von Youtube-Filmchen (36 Prozent) oder kompletten Filmen und TV-Serien (33 Prozent). 28 Prozent machen Fitness-Übungen und 27 Prozent lesen Fachliteratur.

CISOs und ihre Mitarbeitenden tun dies laut Kaspersky übrigens keineswegs, weil sie zu wenig zu tun haben – im Gegenteil: Die Freizeitaktivitäten dienten vielmehr der Ablenkung von hoher Arbeitsbelastung, vermutet das Unternehmen. Diese sei auch der am meisten genannte Grund, warum Menschen aufhören, in der IT-Security zu arbeiten.

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