Zahlen von Check Point

Cyberangriffe in der Schweiz gehen im März weiter zurück

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von Tobias Seefeld und dwi

Die Zahl der Cyberangriffe in der Schweiz hat im März erneut abgenommen. Mit einem Minus von 21 Prozent im Vorjahresvergleich fällt der Rückgang laut Check Point stärker aus als in Europa und weltweit. Dagegen nehmen die Ransomware-Angriffe seit Februar wieder zu.

(Source: standret/Freepik.com)
(Source: standret/Freepik.com)

Die Schweiz verzeichnet im März 2026 rund 21 Prozent weniger Cyberangriffe als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Durchschnittlich war jede Organisation mit 1118 Angriffen pro Woche konfrontiert. Die Schweiz liegt damit unter dem europäischen Durchschnitt von 1647 wöchentlichen Angriffen pro Organisation (-7 Prozent) sowie dem globalen Durchschnitt von 1995 Angriffen (-5 Prozent), wie Check Point Research in seinem monatlichen Bericht schreibt. 

Auch im Vergleich zu den anderen DACH-Ländern liege die Schweiz vorne. Deutschland verzeichnet laut Bericht durchschnittlich 1208 Angriffe pro Woche und Organisation (-12 Prozent), Österreich dagegen 1718 Angriffe (-9 Prozent). Trotz dieser scheinbaren Verbesserung der Lage sei das Angriffsvolumen weiterhin auf historisch hohem Niveau, schreibt Check Point. Gemäss den Analysten handelt es sich nur um eine kurzfristige Stabilisierung der Bedrohungslage.

Verwaltungen als beliebtes Ziel

In der Schweiz war laut Bericht der öffentliche Sektor am häufigsten von Cyberangriffen betroffen, gefolgt von Organisationen im Einzelhandel und Handel sowie in der Telekommunikationsbranche. Weltweit bleibe jedoch das Bildungswesen das beliebteste Ziel von Cyberkriminellen, da viele Bildungseinrichtungen eine grosse Nutzerzahl, verteilte Zugangspunkte und begrenzte Sicherheitsressourcen hätten.

Ein grosser Risikofaktor ist laut Check Point die zunehmende Nutzung von generativer KI. So riskiere etwa jeder 28. KI-Prompt die Preisgabe sensibler Daten. Mit einem Durchschnitt von 78 Prompts pro Unternehmensnutzer und Monat seien 91 Prozent der Unternehmen von diesem Risiko betroffen.

Ransomware-Angriffe ziehen erneut an

Die Zahl der Ransomware-Angriffe im März ist gemäss Bericht zwar tiefer als im Vorjahr, im Vergleich zum Februar 2026 ist sie aber gestiegen. Dabei zeige sich ein deutlicher Anstieg der Angriffe in Europa - von 17 auf 24 Prozent der weltweiten Attacken. Im Ländervergleich bleiben die USA laut Bericht mit 52 Prozent am stärksten betroffen, Deutschland folgt aber mit 5 Prozent auf Platz 2, während sich Frankreich und Grossbritannien mit jeweils 4 Prozent den dritten Platz teilen.

Patrick Fetter, Lead Sales Engineer und Cyber Security Evangelist bei Check Point. (Source: zVg)

Patrick Fetter, Lead Sales Engineer und Cyber Security Evangelist bei Check Point, kommt zu folgendem Fazit: "Ob im DACH-Raum oder global: Das gesunkene Angriffsvolumen im März mag wie eine willkommene Verschnaufpause wirken. Doch die Angreifer haben keineswegs nachgelassen - sie haben lediglich die Strategie geändert. Während GenAI zum alltäglichen Werkzeug am Arbeitsplatz wird, behalten Ransomware-Gruppen ihr operatives Tempo bei. Unternehmen müssen für eine Zukunft planen, in der Risiken kontinuierlich, schnelllebig und zunehmend durch Automatisierung geprägt sind. Die widerstandsfähigsten Organisationen werden diejenigen sein, die Prävention als ganzheitlichen Ansatz verstehen. Das Credo sollte sein, die eigene Angriffsfläche zu reduzieren, Governance durchzusetzen und KI-gestützte Schutzmassnahmen zu implementieren, die Bedrohungen stoppen, bevor sie sich ausbreiten können."

 

Übrigens: Das Schweizer Unternehmen Straumann wurde kürzlich Opfer eines Cyberangriffs, wie Sie hier lesen können.

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