Marcus Dauck im Podium

Warum Ringier beim ERP auf Standardlösungen setzt

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Kaufen oder programmieren? Bei einer ERP-Lösung ist diese Frage nicht einfach. Eine Standardsoftware bietet gewisse Sicherheiten, eine Eigenentwicklung gewisse Freiheiten. Marcus Dauck, CIO von Ringier, spricht über die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten.

Marcus Dauck, CIO von Ringier. (Source: Paul Seewer)
Marcus Dauck, CIO von Ringier. (Source: Paul Seewer)

Nutzen Sie ein selbstentwickeltes ERP oder eine eingekaufte ­Lösung?

Marcus Dauck: Wir nutzen mit den SAP-Finanz- und -Mediensystemen Standardlösungen für die Bereiche Finanzen und Abonnementverwaltung. Im Bereich CRM sowie in anderen Backend-Bereichen setzen wir ebenfalls auf eingekaufte Lösungen und fokussieren uns hier auf SaaS-Anwendungen.

Warum haben Sie sich gerade für diese Lösungen entschieden?

Die Lösungen bieten uns im Hinblick auf Veränderungsfähigkeit und Wartbarkeit grosse Vorteile. Mithilfe von SaaS-Lösungen sind wir noch besser in der Lage, unserem Anspruch an verlässliche, aber flexibel einsetzbare Lösungen gerecht zu werden. Insbesondere in einer sich im Umbruch befindlichen Branche sind Geschwindigkeit und Flexibilität Key-Faktoren.

Was sprach gegen die Alternative?

Eigenentwicklungen finden bei uns intensiv für die Marktbereiche statt, somit konzentrieren wir die internen Ressourcen auf diese Themen und möchten sie nicht durch den Nachbau am Markt gut funktionierender Systeme binden.

Wie lange ist Ihre ERP-Lösung bereits im Einsatz? Wie oft wurde sie in dieser Zeit überarbeitet?

Wir setzen schon seit den späten 1980er-Jahren auf die SAP-Lösungen und haben diese in den letzten Jahrzehnten regelmässig vollständig überarbeitet. Zuletzt waren wir eine der ersten Firmen in der Schweiz, welche die neue Hana-Technologie im Rahmen eines Greenfield-Projekts eingesetzt haben. Im Bereich der CRM-Systeme arbeiten wir aktuell an einer Neuimplementierung, die es uns ermöglicht, auch alle digitalen Angebote zu inkludieren und Near-Realtime-Verarbeitung möglich macht. Für unsere Personal- und Procurement-Bereiche setzen wir auf kontinuierliche Veränderung, zuletzt mit der Einführung eines auf SaaS basierenden Procurement-Systems.

Wie können IT-Dienstleister Sie in Sachen ERP unterstützen?

IT-Dienstleister müssen sich unseren flexibel verändernden Anforderungen stellen. Die Zeiten monolithischer Systeme und reiner Wasserfallprojekte sind vorbei. Stattdessen rückt Prozessmodellierung, Anpassungsgeschwindigkeit und Plattform-Agnostik in den Vordergrund. Hier müssen sich IT-Dienstleister auch mit entsprechenden Skills und Methoden ausstatten. Um mit dem in jeder Branche herrschenden Innovationsdruck mithalten zu können und insbesondere im ERP-Bereich ein verlässliches Backbone für die Geschäftsentwicklung darzustellen, ist hier die entsprechende Agilität gefragt.

Die Antworten der anderen Podiumsteilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):

Webcode
DPF8_105665

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