Cloud-Strategie

Die Cloud ist eine Frage der Kommunikation

Uhr | Updated
von Andreas Heer

Mit dem Wechsel auf cloudbasierte Office-Angebote lockt Microsoft auch KMUs in die Cloud. Laut Josua Müller vom IT-Dienstleister IOZ ist das Angebot für die Kollaboration interessant, aber auch für weniger naheliegende Bereiche.

Mit Office 365 bietet Microsoft nicht nur das Büropaket im Abonnement an, sondern auch Standardanwendungen für Unternehmen als Cloud-Dienste. Dazu gehören auch die Cloud-Varianten von Exchange, Sharepoint und Lync. Diese liessen sich bislang nur vor Ort oder als Dienstleistung eines Providers nutzen. Nun stehen diese Kollaborationswerkzeuge allen Firmen offen, die Office im Abo einsetzen. "Davon profitieren kleinere Unternehmen, weil sie nun Dienste nutzen können, die bisher grossen Unternehmen vorbehalten waren", sagt Josua Müller, Bereichsleiter Cloud Innovation Center und Mitglied der Geschäftsleitung beim IT-Dienstleister IOZ aus Sursee.

Nach seinen Erfahrungen dient dabei die Kommunikationsplattform Exchange als Türöffner für die Cloud. Dies deckt sich mit den Ergebnissen aus der KMU-Studie von Microsoft aus dem letzten Herbst. Gemäss dieser Umfrage nutzen knapp 60 Prozent der Schweizer KMUs in der Schweiz bereits Cloud-Dienste. Am beliebtesten sind dabei Werkzeuge für die Kommunikation. 46 Prozent beziehen E-Mails aus der Cloud, und etwas mehr als ein Viertel nutzt Kollaborationsdienste. Dabei dürfte für viele KMUs der Schritt von der bestehenden Infrastruktur zu einem Cloud-Dienst in diesem Bereich gar nicht so gross sein. Gerade Exchange beziehen viele KMUs bereits heute von einem spezialisierten Provider. "Aber die Wahrnehmung hat sich verändert, was heute als Cloud-Angebot angesehen wird", erklärt Müller.

Transparenz schwingt mit

Doch es ist nicht nur die einfache Kommunikation, sondern vor allem die Kollaboration mit externen Partnern und der mobile Datenzugriff, der Firmen in die Cloud bringt. "Etwa ein Drittel unserer Kunden nutzt Office 365 wegen der Kollaborationsmöglichkeiten von Sharepoint", erläutert Müller. Aufgrund des standardisierten Angebots seien Migration und Datenaustausch einfach, so Müller "Die Rechteverwaltung verhindert den Abfluss von Unternehmensdaten. Damit bringt die Cloud zusätzliche Sicherheit."

Neben diesen funktionalen Möglichkeiten sind es nach den Erfahrungen von Müller vor allem Aspekte der Transparenz, die zum Umstieg auf Office 365 führen. Einerseits liessen sich die Kosten sauber berechnen und auch kontrollieren. "Und die Lizenzierung pro Benutzer hilft Firmen, die Verwaltung der Lizenzen in den Griff zu bekommen."

Die Lawine rollt an

Es seien derzeit vor allem cloud-affine Kunden, die auf Office 365 wechselten, erklärt Müller. "Sie suchen Alternativen beispielsweise zu Dropbox, das sich quasi durch die Hintertür eingeschlichen hat." Der Anstoss komme allerdings nicht unbedingt von den Unternehmen selbst, so Müller, sondern mehrheitlich aufgrund des Inputs von IOZ, etwa im Rahmen von IT-Projekten. Aufgrund der Fragen zeige sich schnell, ob der CIO und CFO eines Unternehmens noch im klassischen IT-Denken verhaftet sei oder prozessorientiert denke und die Vorteile der Cloud sehe.

"Es ist zentral, dass die Migration in die Cloud zusammen mit der Unternehmens-IT erfolgt. Nur dann kann ein Unternehmen wirklich profitieren", betont Müller. Dies bedinge aber auch einen Rollenwechsel des CIO, der vermehrt prozessorientiert denken müsse, statt sich auf die Technik zu fokussieren. Dass sich Cloud-Dienste etablieren, hält Müller für sicher. Den Zeitpunkt hätte er jedoch etwas früher erwartet, doch: "Die Lawine rollt jetzt los."

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