Intelligente Kontaktlinsen

Update: Novartis und Google legen Projekt "Diabetes-Linse" auf Eis

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Novartis und Google haben ihr Projekt zur Entwicklung von "Diabetes-Linsen" sistiert. Dies, weil die klinischen Tests enttäuschende Resultate lieferten. Zwei andere Medtech-Projekte sollen jedoch weiterlaufen.

(Source: Unsplash.com / Jordan Whitfield)
(Source: Unsplash.com / Jordan Whitfield)

Update, 19.11.2018: Google und Novartis haben ihr Projekt zur Entwicklung von "Smart Lenses" vorerst "on hold" gestellt, wie die "Handelszeitung" berichtet. Die klinischen Tests hätten enttäuschende Resultate geliefert. Darunter den Befund, dass es zuwenig konsistente Zusammenhänge zwischen den Blutzucker-Werten in der Tränenflüssigkeit und den Blutwerten gebe. Es habe sich als sehr komplex erwiesen, Glukose-Konzentrationen im Auge zuverlässig zu messen. Die "Anforderungen eines Medical Device" könnten bei dieser Ausgangslage nicht erfüllt werden, zitiert die Handelszeitung Brian Otis, den Chief Technical Officer von Verily, der Healthcare-Division von Alphabet. 

Beide Seiten hätten allerdings betont, dass dies nicht den vollständigen Abbruch der Zusammenarbeit von Verily und der Novartis-Tochter Alcon bedeute. Man arbeite weiter an der Entwicklung einer sich anpassenden Kontaktlinse für Patienten mit Altersweitsicht sowie einer Smart-Intraokularlinse zur Verbesserung der Sehkraft nach Kataraktoperationen, heisst es im Bericht.

 

Originalmeldung, 15.07.2014: Nach dem Entertainment-Markt will Google nun auch das Gesundheitswesen erobern. Dazu hat der Internetkonzern eine Vereinbarung zur Nutzung seiner Kontaktlinsen-Technologie mit der Novartis-Tochter Alcon getroffen, teilte Novartis heute Dienstag mit. Ziel des Abkommens sei die Lizenzierung von Googles "Smart lens"-Technologie für alle augenmedizinischen Zwecke. Die Vereinbarung soll es Alcon ermöglichen, die Technologie weiter zu entwickeln und zu kommerzialisieren. Novartis gab keine finanziellen Details zum Abkommen preis. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen, heisst es in der Mitteilung.

Ein wichtiger Schritt für Novartis

Das Basler Pharmakonzern bezeichnet das Abkommen mit Google als einen wichtigen Schritt, um Technologie zur Behandlung von menschlichen Erkrankungen zu etablieren. Googles Forschritte im Bereich der Miniaturisierung der Elektronik würden Novartis pharmazeutische und medizinische Expertise ergänzen: "Wir freuen uns mit Google zusammen zu arbeiten, um noch ungestillte medizinische Bedürfnisse zu befriedigen," sagte Novartis CEO Joseph Jimenez.

Medizinische Kontaktlinse

Konkret wollen Googles Sparte Google[x] und Alcon an intelligenten Linsen arbeiten, die das Potenzial haben, Augenleiden oder andere Krankheiten zu mildern. Gemäss Novartis umfasst die Smart-Lens-Technologie nicht-invasive Sensoren, Microchips und andere miniaturisierte Elektronikbausteine, die in den Kontaktlinsen eingebettet sind.

Novartis erhofft sich vom Abkommen mit Google in zwei Bereichen voranzukommen: Einerseits sollen die intelligenten Linsen dazu genutzt werden, Diabetes-Patienten einen leichteren Umgang mit der Krankheit zu ermöglichen. Anhand einer Messung des Glucosespiegels in der Tränenflüssigkeit würde eine Alternative zu den bestehenden, umständlichen Messmethoden geschaffen. Die Übermittlung der Messdaten auf ein elektronisches Gerät würde darüber hinaus das Überwachen des Krankheitsverlaufs vereinfachen. Andererseits könnten die intelligenten Linsen gemäss Novartis helfen, bei Menschen mit Weitsicht den natürlichen Autofokus auf nahe Objekte wiederherzustellen.

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