Wie sich Vorschussbetrüger Vertrauen erschleichen
Dem potenziellen Opfer wird eine grosse Geldsumme in Aussicht gestellt, es muss zuerst nur eine kleine Gebühr bezahlen. Diesen sogenannten Vorschussbetrug gibt es bereits seit Jahrhunderten und Betrüger passen die Masche ständig an. Aktuell nutzen sie geopolitische Ereignisse als Aufhänger.
Ob Erbschaft, Lotteriegewinn oder Spende – die Aussicht auf grosse Geldsummen weckt bei manchen Menschen eine Gier, die sie unvorsichtig werden lässt. Genau das machen sich Betrüger seit Jahrhunderten zunutze: Sie versprechen viel Geld, das Opfer müsse nur zuerst Bankgebühren, Anwaltskosten oder Ähnliches bezahlen. Dabei weckt die professionell wirkende Kontaktaufnahme bei vielen Leuten Vertrauen, wie das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) mitteilt.
Während potenzielle Opfer im 16. Jahrhundert einen Brief von einem vermeintlichen Adligen in Gefangenschaft erhielten, geben sich Betrüger heute laut Mitteilung etwa als wohlhabende Geschäftsleute aus. Per E-Mail würden sie schildern, dass sie sich in einer Krisenregion wie beispielsweise dem Iran befänden und Kapital ins Ausland transferieren möchten. Dabei seien sie auf die Hilfe des potenziellen Opfers angewiesen.
Wer auf eine solche E-Mail reagiert, erhält laut BACS zunächst weitere Nachrichten, die Vertrauen aufbauen sollen. Die Betrüger würden scheinbar vertrauliche Informationen teilen und eine lukrative Partnerschaft versprechen. Sobald das Vertrauen gefestigt sei, folge die Forderung einer Vorauszahlung, die den Geldtransfer erst ermögliche.
Wenn das Opfer einmal gezahlt hat, erfinden die Betrüger gemäss Mitteilung immer neue Hindernisse, die weitere Zahlungen erfordern. Denn wer bereits Geld investiert habe, zahle aufgrund der sogenannten "Sunk Cost Fallacy" wahrscheinlich weiter, da die Hoffnung auf das versprochene Geld bestehen bleibe. "Sunk Cost Fallacy" (auch als "eskalierendes Commitment" bekannt) ist die Tendenz, an etwas festzuhalten, nur weil man bereits viel Zeit, Geld oder Energie hineingesteckt hat, obwohl sich dies bisher als ineffektiv oder falsch erwiesen hat und aufzuhören eigentlich die bessere Entscheidung wäre.
Das BACS empfiehlt, solche Nachrichten zu ignorieren. Wer schon Kontakt aufgenommen habe, solle diesen sofort abbrechen und nichts zahlen. Bereits getätigte Zahlungen könnten möglicherweise bei der Bank noch storniert werden, ansonsten soll man bei der Polizei Anzeige erstatten.
In einer anderen Masche locken Betrüger mit gefälschten Serafe-Rückerstattungen, wie Sie hier lesen können.
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