Samsungs Erfolgsformel
Obligatorische Trinkgelage sind passé: Samsung hat sich eine neue Unternehmenskultur mit mehr Freiheiten für die Mitarbeiter verpasst. Der Wandel verläuft jedoch schleppend.
Samsung bricht mit alten Traditionen. Wie der Konzern angibt, hat er seine Unternehmenskultur modernisiert, um Raum für Innovationen zu schaffen. Wie verschiedene Webseiten unter Berufung auf Management-Angaben berichten, können ganze Teams bis zu ein Jahr aussetzen, um Zeit für neue Ideen zu bekommen.
Arbeitgeber pflegt sein Image
Auch die Arbeitszeiten sind flexibler und an Wochenenden (!) können die Mitarbeiter schon mal in Shorts ins Büro gehen. Selbst die langen Trinkgelage sind nicht mehr obligatorisch. Das neue Motto lautet 1-1-9, schreibt Cash und zitiert einen namentlich nicht genannten Mitarbeiter, der die 1-1-9-Formel wie folgt erklärt: "Eine Sorte alkoholischer Getränke, an nur einem Ort und nur bis neun Uhr abends. Und die jungen Mitarbeiter werden nicht mehr zum Bleiben gezwungen."
Samsung ist auf Innovationen angewiesen, da dem Konzern die (Smartphone-)Konkurrenz aus China zu schaffen macht. Ein weiterer Grund für den angestrebten Kulturwandel könnte sein, dass Samsung laut einer Studie die Top-Position im Ranking des beliebtesten koreanischen Arbeitgebers an die Fluggesellschaft Korean Air verlor.
Freiheit oder Kontrollverlust?
Das Problem beim Kulturwandel: Schafft Samsung zu viel Freiraum, führt dies zu einem Kontrollverlust, erklärt Chang Sea Jin, Wirtschaftsprofessor am Koreanischen Institut für Forschung und Technologie. Hierarchie ist Samsungs Steckenpferd, denn nur mit militärischem Denken konnte das Unternehmen in Windeseile auf Innovationen, etwa von Apple, reagieren.
Laut Insidern geht der Kulturwandel deshalb auch nur schleppend voran, das Regime werde immer noch streng hierarchisch geführt. Zudem sei das hierarchische Denken stark in Koreas Kultur verankert, weshalb viele Mitarbeiter Mühe mit der Umstellung hätten.
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