Studie zur Datensicherheit

Cyberkriminalität: Wie sicher fühlt sich Europa?

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In einer neuen Studie hat der IT-Dienstleister Sophos die Wahrnehmung von Cyberkriminalität in Europa analysieren lassen. Deutschlands Gesetzgebung wurde als die sicherste bewertet.

Beinahe täglich finden sich in den Zeitungen Schlagzeilen wie: "Unternehmen fällt Hackerangriff zum Opfer" oder "Cyberkriminelle rauben Daten". Vor kurzem erwischte es sogar die europäische Zentralbank, die von Hackern erpresst wurde. Und viele Fälle von Cyberkriminalität bleiben im Dunklen.

Der IT-Dienstleister Sophos hat sich vor kurzem diesem Thema mit dem Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Rahmen einer Studie angenommen. Befragt wurden 1'500 Mitarbeiter von KMUs in Deutschland, Frankreich und Grossbritannien, die angeben konnten, welches Sicherheitsgefühl die Europäischen Gesetze zur Datensicherheit bei ihnen hinterlassen.

Franzosen wollen strenge Gesetze

Es zeigte sich, dass die Franzosen den grössten Wunsch nach strengeren EU-Datengesetzen haben. Auf die Frage, ob die EU die Gesetze zum Schutz der persönlichen Daten der Bürger stärken sollte, antworteten 68 Prozent der befragten französischen Mitarbeiter mit Ja. In Deutschland wünschen sich dies 62 Prozent, in Grossbritannien 54 Prozent. Im Schnitt der drei Länder waren es 61 Prozent, die sich einen strengeren gesetzlichen Rahmen wünschten.

Befragt nach der Wahrnehmung der Gesetze im eigenen Land, gaben im Schnitt 51 Prozent der Studienteilnehmer an, die Datenschutzgesetze seien zu schwach. Mit 59 Prozent sind hier die Befragten aus Deutschland am kritischsten, darauf folgen die Franzosen mit 53 Prozent. Am zufriedensten sind hier die Briten mit 40 Prozent.

Deutschland soll strengste Gesetze haben

Die Frage, welches Land über die vermeintlich strengsten Gesetze zur Datensicherheit verfüge, beantworteten 44 Prozent der Befragten mit "weiss ich nicht." Die restlichen Antworten verteilen sich wie folgt: 24 Prozent vermuten, dass Deutschland die sichersten Gesetze hat. Für Grossbritannien votierten 11 Prozent der Befragten, Frankreich trauen nur noch 8 Prozent gute Datenschutzgesetze zu. Ebenfalls genannt wurden Luxemburg mit 3 Prozent, Dänemark, Schweden und Österreich mit jeweils 2 Prozent und Finnland und Belgien mit je einem Prozent der Antworten. Alle anderen Länder der EU verfügen bei den Befragten über null Prozent Vertrauen in Sachen Datenschutzgesetzgebung.

Beim Blick auf das erstplatzierte Deutschland zeigt sich, dass die Deutschen selbst mit 34 Prozent am meisten an die deutsche Gesetzgebung glauben, gefolgt von den Franzosen mit 23 Prozent und den Briten mit 16 Prozent Vertrauen in die deutsche Rechtsprechung.

Franzosen am unsichersten

Zum Schluss lässt sich sagen, dass die Franzosen in Sachen Datensicherheit in ihrem Land die grössten Baustellen sehen. Neben den eben beschriebenen Zahlen zur Gesetzeslage haben die Franzosen mit 86 Prozent auch die grösste Angst vor Datenverlust. Diese Zahlen liegen in England bei 78 Prozent und in Deutschland bei 74 Prozent. Auch die Sorge hinsichtlich Cyberkriminalität ist Frankreich mit 49 Prozent am grössten. In Deutschland sorgen sich nur 29 Prozent, dass Daten in die Hände von Cyberkriminellen geraten könnten, in England sind es 45 Prozent.

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