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"Margen kreiert der Händler durch Mehrwert"

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Digital Signage ist inzwischen überall. Am Bahnhof, im Tram, im Hotel, auf der Strasse. Wo setzt man welche Technologie ein? Mike Blackman von ISE erklärt seinen Standpunkt.

ike Blackman, Managing Director der Integrated Systems Europe. (Quelle: ISE)
ike Blackman, Managing Director der Integrated Systems Europe. (Quelle: ISE)

Display oder Beamer? Welche Technologie übertrumpft die andere im Geschäft mit Digital Signage?

Mike Blackman: Displays haben im Digital-Signage-Bereich definitiv die Oberhand gewonnen. Dank der sinkenden Preise werden sie immer mehr zur bevorzugten Technologie. Beamer werden aber noch immer gerne für kreative Zwecke verwendet, wie etwa Projection Mapping. Durch Technologien wie Solid-State- und Laser-Projektion verringern sich die Betriebs- und Wartungskosten immer mehr. Da die Lösungen damit günstiger, wartungsärmer und besser, sprich heller werden, finden immer mehr Projektoren ihren Weg in den stationären Handel.

Was sind die Vor- und Nachteile von Displays und Beamern?

Projektionen funktionieren gut in Situationen mit wenig Umgebungslicht oder wenn grosse oder dreidimensionale Objekte ­inszeniert werden sollen. Beamer sind aber vom Umgebungslicht abhängig. LC-Displays haben da einen klaren Vorteil. Der Energieverbrauch ist jedoch entsprechend höher. Ferner nimmt ­LED-Signage an Fahrt auf. Da der Abstand zwischen den Pixeln immer kleiner wird, werden die Einsatzmöglichkeiten immer ­grösser. LED-Videowalls können bereits jetzt viele Projektions­lösungen ersetzen. Mit den aufkommenden Curved-­Modellen und anderen atypischen Formfaktoren werden LED-­Lösungen auch zunehmend kreativer eingesetzt. Sowohl drinnen als auch draussen – da die Technologie wetterbeständiger ist. ­Zudem sind die Produktionskosten tief und der Stromverbrauch gering.

Wo gibt es Chancen für Reseller im Geschäft mit Displays und Beamern für Digital Signage?

Künftig wird es wohl mehr Geschäftsmöglichkeiten für Displays als für Beamer geben. Das wahre Potenzial besteht aber darin, für den Kunden die richtige Lösung zu kreieren. Die Margen generiert der Händler dann durch den Mehrwert und nicht durch den Verkauf von Produkten.

Welche Rolle spielen Technologien wie Geschlechts-, Alters- oder Gesichtserkennung?

In Kombination mit Big-Data-Back-End-Managementsystemen erweitern solche Erkennungstechnologien den kreativen Spielraum. Auf diese Weise lassen sich Content und Werbebotschaften stärker personalisieren. Diese Personalisierung wird derzeit in allen Bereichen zum entscheidenden Faktor, ob eine Botschaft gelesen wird oder nicht – egal ob online oder in der Signage-Branche. Wenn man das Maximum herausholen will, werden diese Technologien auch im Digital Signage ein Muss.

Wie wichtig sind cloudbasierte Back-End-Systeme? Welche Chancen bieten sich hier für den Channel?

Back-End-Systeme, die Front-End-Applikationen schnell analysieren können, sind die Zukunft. Indem sie ihre Lösungen personalisieren, können Werbetreibende die richtige Botschaft an den richtigen Kunden schicken. Zudem helfen sie mit der Traffic-Analyse auch dem Anbieter der Werbefläche, diese besser zu verkaufen.

Welche Bedeutung hat 4k für die Branche?

Konsumenten sehen daheim nun Content in 4k. Draussen erwarten sie das dann auch. Für die Anbieter von Werbeflächen stellt dies jedoch ein Problem dar. Denn oft müssen sie nicht nur das Display auswechseln, sondern die ganze Infrastruktur, um diese für 4k auszurüsten. Auch fehlt derzeit noch der Content. Aber insbesondere die Mode- und Luxusbranche profitiert von der höheren Auflösung. 4k wird sich deswegen immer stärker ausbreiten – vor allem unter den neuen Installationen.

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