E-Government-Monitor

E-Government bleibt eine Baustelle

Uhr | Aktualisiert

Die Nutzung von E-Government-Diensten nimmt in der Schweiz kaum zu. Nutzer sind mit dem Onlineangebot hiesiger Behörden weniger zufrieden als zuvor. Und die SuisseID fristet noch ein Nischendasein. Zu diesen Ergebnissen kommt der E-Government-Monitor der Initiative 21.

(Source: sorbetto / iStock.com)
(Source: sorbetto / iStock.com)

Schweizer verwenden die Onlinedienste ihrer Behörden kaum häufiger als noch vor 5 Jahren. Wer die digitalen Verwaltungsangebote nutzt, zeigt sich mit den Diensten von Jahr zu Jahr weniger zufrieden. Dies zeigt die aktuelle Ausgabe des E-Government-Monitors der deutschen Initiative D21.

Im Vergleich zur Situation in Deutschland und Österreich schneidet die Schweiz mittelmässig ab. Stieg die Nutzung von E-Government-Diensten in Österreich in den vergangenen 5 Jahren an, zeigte sich in der Schweiz keine Verbesserung seit Beginn der Studienreihe.

Nutzung von E-Government-Diensten im Zeit- und Ländervergleich. (Source: E-Government-Monitor 2017)

Nutzung stagniert in der Schweiz

In der Schweiz fiel die Nutzungsquote fast auf ihr Ausgangsniveau von 2012 zurück, nachdem sie in den ersten drei Jahren der Studienreihe noch angestiegen war. Auch die Nutzungshäufigkeit sinkt in der Schweiz. Nutzer nehmen hierzulande durchschnittlich 2,6 Mal im Jahr E-Government-Dienste in Anspruch.

Österreich belegt im DACH-Raum weiterhin den ersten Platz, wenn es um die Nutzung von E-Government-Diensten geht. Knapp 75 Prozent der Befragten gaben an, solche Dienste in den vergangenen 12 Monaten genutzt zu haben. Österreicher nutzen die Onlinedienste ihrer Behörden zudem häufiger als im Vorjahr. Im Durchschnitt nutzen sie jährlich 3,5 Mal die E-Government-Services ihrer Behörden.

Deutschland bildet im DACH-Raum das Schlusslicht. Sowohl die Nutzungsquote wie auch die Nutzungshäufigkeit sind in Deutschland rückläufig. 2012 nutzten noch 45 Prozent der Befragten E-Government-Dienste. 2017 waren es nur noch 41 Prozent. Im Durchschnitt nehmen deutsche Nutzer die Onlinedienste ihrer Behörden 2,7 Mal im Jahr in Anspruch.

Zufriedenheit nimmt ab

In der Schweiz sind die Nutzer mit ihren E-Government-Diensten zufriedener als in Österreich oder Deutschland. Knapp 70 Prozent zeigten sich hierzulande zufrieden. In Österreich sind es rund 60 Prozent, in Deutschland etwas über die Hälfte.

Zufriedenheit von Nutzern mit E-Government-Diensten im Zeit- und Ländervergleich. (Source: E-Government-Monitor 2017)

In allen drei Ländern zeigten sich die Befragten mit dem E-Government-Angebot allerdings weniger zufrieden als noch im Vorjahr. Aus Sicht der Nutzer bringe E-Government noch keine wirkliche Entlastung, schreiben die Studienautoren. Verbesserungen wünschten sich die Befragten insbesondere bezüglich Datenschutz, einer durchgängigen Onlineabwicklung und Informationen zur Bearbeitungsdauer.

Hauptbarrieren bleiben bestehen

In allen drei Ländern sei das Nutzungspotenzial weiterhin nicht ausgeschöpft, schreiben die Studienautoren. Als Hürden nannten die Befragten die geringe Bekanntheit der Dienste und der Umstand, dass für manche Dienste zusätzliche Hardware angeschafft werden müsste.

Die Nutzung von E-Government-Diensten korreliert besonders stark mit dem Bildungsniveau der Anwender, wie aus den Ergebnissen hervorgeht. Je höher der Bildungsabschluss des Befragten, desto wahrscheinlicher ist es, dass dieser E-Government-Dienste in Anspruch nimmt. Bildung bleibt für die Nutzung von E-Government-Diensten also ein Schlüsselfaktor.

SuisseID ist noch ein Nischenprodukt

Nur 11 Prozent der befragten in der Schweiz gaben an, eine SuisseID zu besitzen. Die elektronische Identität sei hierzulande kaum verbreitet, schreiben die Studienautoren. Hinderungsgründe seien Befürchtungen vor möglichen Folgekosten und der mangelnde Nutzen, der eine Anschaffung bringe.

Der E-Government-Monitor liefert seit 2011 jährlich ein Bild zur Situation von E-Government-Diensten in der DACH-Region. Die Studienautoren befragten in der Schweiz, in Deutschland und Österreich jeweils rund 1000 Privatpersonen. Die Daten basieren auf einer Onlinebefragung.

Webcode
DPF8_65940

Kommentare

« Mehr