Von der Edge zur Cloud

MWC 2018: VMware setzt auf IoT, KI und Blockchain

Uhr | Aktualisiert

VMware hat am Mobile World Congress in Barcelona eine Lösung vorgestellt, mit der Unternehmen ihre Internet-der-Dinge-Infrastruktur mit der Cloud verknüpfen können. Das Unternehmen gab ausserdem Einblick in seine Forschung.

Shekar Ayyar, Executive Vice President, Strategy and Corporate Development, zeigte VMwares Cloud-Angebot für Telekommunikationsunternehmen. (Source: Netzmedien)
Shekar Ayyar, Executive Vice President, Strategy and Corporate Development, zeigte VMwares Cloud-Angebot für Telekommunikationsunternehmen. (Source: Netzmedien)

Das US-Softwareunternehmen VMware hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona Edge-Computing-Lösungen für das Internet der Dinge (IoT) vorgestellt und einen Ausblick in die Zukunft gegeben.

Zusammen mit Axis Communications und Wipro habe VMware ein Paket von Edge-Computing-Lösungen für IoT-Anwendungen geschnürt, sagte das Unternehmen gegenüber den Medien. Dieses Angebot umfasse die "vSAN hyper-converged Infrastructure Software", "vSphere" und die Plattform "Pulse IoT Center". Mit Letzterer liessen sich IoT-Netzwerke sowie die Edge-Infrastruktur managen, überwachen und analysieren, sagte VMware.

Mimi Spier, Vice President von VMwares Internet of Things Business, stellte die IoT-Plattform "Pulse IoT Center" vor. (Source: Netzmedien)

Ziel der Lösung sei es, unterschiedliche IoT-Geräte an die Rechenleistung in der Cloud anzubinden, sagte Mimi Spier, Vice President von VMwares Internet of Things Business. Sogenannte "Micro-Datacenter" an der Edge sollen dabei wichtige Berechnungen auch unter erschwerten Bedingungen vor Ort durchführen können. Gleichzeitig liessen sich mit der Plattform Wartungsaufwand senken und Komplexität meistern, versprach Spier.

Als Anwendungsbereiche nannte der Hersteller die Vermögensverwaltung, Überwachungsdienste und Industriebetriebe. Das Unternehmen möchte mit der Lösung nach eigener Angabe eine Brücke zwischen den IoT-Geräten eines Unternehmens und der Datenverarbeitung in der Cloud schlagen.

"Eine Edge-Computing-Lösung aufzubauen ist eine aufwändige Aufgabe, die sich die meisten Firmen nicht leisten können", kommentierte Ray O’Farrell, Executive Vice President und CTO von VMware das neue Angebot. "Die von VMware gezeigten hyperkonvergenten Edge-Computing-Lösungen sind kostengünstig und helfen Kunden beim Aufbau von sicheren und einsatzbereiten IoT-Netzwerken, die von der Edge bis zur Cloud funktionieren."

Private Blockchain soll Vertrauen schaffen

VMwares Chief Research Officer David Tennenhouse zeigte, woran das US-Unternehmen aktuell forscht. Zwei Schwerpunkte stünden bei VMware momentan im Fokus, sagte Tennenhouse, der früher bei der US-Forschungsbehörde DARPA, Intel und Microsoft tätig war.

Zum einen möchte VMware eine eigene Blockchain-Technologie entwickeln. Diese soll im Unterschied zu den bekannten Kryptowährungs-Blockchains besser auf die Bedürfnisse von Unternehmenskunden zugeschnitten sein, wie Tennenhouse erklärte.

Ob privat oder öffentlich – für Organisationen, die miteinander Vereinbarungen treffen, sei die Blockchain ein interessantes Konzept, sagte Tennenhouse. Die Anonymität und Transparenz der Bitcoin-Blockchain stellten hierbei allerdings ein Problem dar. Nutzer könnten sich nie sicher sein, ob eine Blockchain nicht von heute auf morgen von den Behörden stillgelegt wird.

VMware arbeite deshalb an einer Lösung, die als "private Blockchain" den regulatorischen Vorgaben genügt und nur diejenigen Teile offenlegt, die für den jeweiligen Teilnehmer relevant seien. Ausserdem will das Unternehmen die Leistung der Blockchain-Technologie erhöhen.

Chief Research Officer David Tennenhouse gab Einblick in VMwares Forschungsprojekte. (Source: Netzmedien)

Das zweite Feld, in dem sich VMware engagieren möchte, ist die künstliche Intelligenz (KI). Von einer "echten KI" seien wir noch weit entfernt, betonte der Forschungs-Chef des Unternehmens. Mit Machine Learning könnten Unternehmen aber bereits heute wertvolle Erkenntnisse gewinnen, so Tennenhouse weiter. Als Beispiele erwähnte er die Analyse von Firmendaten, IoT-Geräten und die Automatisierung der Industrie.

VMware wolle KI-Dienste für Unternehmen entwickeln, kündigte Tennenhouse an. Dabei solle stets nachvollziehbar und ersichtlich sein, wie die Entscheidungen von KI-Techniken zustande kommen. Dies sei auch im Zusammenhang mit der neuen Datenschutz-Grundverordung der Europäischen Union (EU-DSGVO) wichtig. Die neuen Regeln verlangten nämlich, dass ein Unternehmen genau darüber im Bild ist, was mit Kundendaten in seiner IT passiert.

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