Cyberattacken auf Schweizer Unternehmen sind um 6 Prozent gestiegen
Gemäss einer Analyse von Check Point ist es 2025 im Schnitt zu 1138 Cyberattacken auf Schweizer Unternehmen pro Woche gekommen. Das entspricht zwar einer Steigerung von 6 Prozent, dies sei aber moderat im Vergleich zu den Nachbarländern.
Check Point hat die 14. Ausgabe seines "Cyber Security Reports" veröffentlicht. Demnach stiegen in der Schweiz die Cyberattacken auf Unternehmen um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2025 registrierte das israelische Cybersecurity-Unternehmen hierzulande pro Woche 1138 Angriffe auf Organisationen und Unternehmen, wie es mitteilt.
Der Anstieg in der Schweiz sei "schon moderat", erklärt Marco Pierro, Country Manager Schweiz bei Check Point, und verweist auf die Entwicklungen in den Nachbarländern. In Deutschland stieg die Anzahl der Attacken um 14 Prozent und in Österreich um 12 Prozent.
Weltweit lag der Durchschnitt bei 1968 Cyberattacken pro Woche. Dies entspricht laut Mitteilung einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber 2024. Vergleicht man die Zahlen mit 2023 beträgt das Wachstum sogar 70 Prozent. Angreifer würden die Möglichkeiten der KI nutzen, um sich in Systemen schneller zu bewegen, leichter zu skalieren und über mehrere Angriffsflächen gleichzeitig zu operieren.
Nach Branchen aufgeschlüsselt, wird die Telekommunikation besonders oft getroffen mit 1662 Attacken pro Woche. Darauf folgt der Einzelhandel mit 1440 und die öffentliche Verwaltung mit 1336 Angriffen pro Woche.
Empfehlungen für eine veränderte Bedrohungslage
"Die Bedrohungslage verschärft sich mit dem KI-Einsatz bei den Cyberkriminellen", sagt Pierro. "Schweizer Organisationen und Unternehmen stellen für Cyberkriminelle Hochwertziele dar und besonders die Ergebnisse rund um den Einsatz von integrierten Kampagnen stechen heraus. Je professioneller die Gruppen agieren, desto erfolgreicher werden sie sein und wir stellen eine laufende Professionalisierung fest." Cybersicherheit müsse also bereits vor der Kompromittierung ansetzen, um das Abfliessen von Daten zu verhindern.

Marco Pierro, Country Manager für die Schweiz bei Check Point. (Source: Netzmedien)
"Wir beobachten, dass Angreifer von rein manuellen Operationen zu einem immer höheren Automatisierungsgrad übergehen", ergänzt Lotem Finkelstein, VP of Research bei Check Point. Das Unternehmen sehe auch erste Anzeichen für autonome Techniken.
Check Point formuliert in der Mitteilung zum Report sechs Handlungsempfehlungen für Unternehmen.
- Sicherheitsgrundlagen müssen für das Zeitalter der KI überarbeitet werden. Unternehmen sollten die Kontrollen für Netzwerke, Endpunkte, Cloud, E-Mail und SASE neu bewerten, um autonome, koordinierte Angriffe frühzeitig zu stoppen.
- Sichere Einführung von KI ermöglichen. KI zu blockieren, könne das Risiko erhöhen, da Mitarbeitende die Technologie heimlich nutzen werden. Unternehmen sollten stattdessen die KI-Nutzung kontrollieren, um die Gefahr von riskanten Prompts, Datenlecks und Missbrauch zu verringern.
- Den digitalen Arbeitsbereich schützen. Sicherheitsstrategien müssten den Arbeitsbereich schützen, in dem sich menschliches Vertrauen und KI-gesteuerte Automatisierung kreuzen.
- Absicherung von Edge und Infrastruktur. Eine aktive Inventarisierung und Absicherung von Edge-Geräten, VPN-Appliances und IoT-Systemen trage dazu bei, versteckte Gefahren zu unterbinden und die Verweildauer von Angreifern im System zu verringern
- Den "Prevention First"-Ansatz in den Vordergrund stellen. Präventive Sicherheit ist laut Mitteilung unerlässlich, um Bedrohungen zu stoppen, bevor es zu lateralen Bewegungen, Datenverlust oder Erpressung kommt.
- Einheitliche Sichtbarkeit über hybride Umgebungen hinweg. Eine konsistente Sichtbarkeit und Durchsetzung in lokalen, Cloud- und Edge-Umgebungen reduziere blinde Flecken, verringere die Komplexität und stärke die Widerstandsfähigkeit.
Den vollständigen globalen "Cyber Security Report 2026" können Interessierte auf der Website des Unternehmens herunterladen - gegen Angabe von persönlichen Daten.
Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Noch im November hatte Check Point andere Töne angeschlagen. Die Schweiz verzeichnete im November 2025 deutlich weniger Cyberangriffe als im Vorjahr, wie aus einem Bericht des Unternehmens hervorgeht. Lesen Sie hier mehr dazu.
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