Marktbericht

Der Markt für Cloud-Infrastruktur hebt ab – erst recht in der Schweiz

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Hardware für die Cloud steht hoch im Kurs: Im vergangenen Jahr stieg der weltweite Umsatz mit Servern, Speichermedien und Netzwerkkomponenten für Cloud-Hosting um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch hierzulande boomt das Geschäft mit den Rohstoffen für Cloud-Services.

(Source: Pei Lin / Fotolia.com)
(Source: Pei Lin / Fotolia.com)

Die Cloud hebt das Outsourcing der IT auf eine neue Stufe. Nie schien es einfacher, Workloads auszulagern, Fixkosten zu sparen und Betriebskosten je nach Bedarf zu skalieren. So lauten die einschlägigen Argumente von Cloud-Anbietern. Sie selbst kommen allerdings nicht umhin, in Hardware zu investieren. Denn wer Cloud-Dienste anbieten will, kann dies nicht im luftleeren Raum tun. Keine Cloud ohne Computing, Storage und Netzwerk.

Der Markt für die Rohstoffe des Cloud-Hostings schoss im vergangenen Jahr in die Höhe: Weltweit wuchs der Umsatz mit Cloud-Hardware um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Marktforscher von IDC schätzen. Dieser Zuwachs sei fast 13 Prozentpunkte höher als im Jahr 2016. Die Ausgaben für Cloud-Infrastruktur machten IDC zufolge fast die Hälfte der globalen IT-Ausgaben aus.

Wo der Markt am schnellsten wächst

Das Marktvolumen für Cloud-Infrastruktur bezifferten die Marktforscher für 2017 auf 43,4 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Der globale Umsatz mit traditioneller IT-Hardware, die nicht speziell auf Cloud-Hosting abziele, sei derweil nur um 12,8 Prozent auf 17,5 Milliarden Dollar gewachsen.

Laut IDC kletterte der Markt in allen Weltregionen im zweistelligen Prozentbereich. Die einzigen Ausnahmen waren Südamerika und Japan. Dort legte der Markt um 6,2 beziehungsweise um 4,8 Prozent zu. Den grössten Zuwachs verzeichnet IDC für die Region Asien-Pazifik (ohne Japan). Dort seien die Umsätze im Jahresvergleich um 59 Prozent gestiegen. Für Westeuropa schätzen die Marktforscher ein leicht unterdurchschnittliches Umsatzplus von 16,6 Prozent.

Schweiz-Zahlen schnellen in die Höhe

Die Schweiz dürfte allerdings einen Sonderfall darstellen. Denn der hiesige Markt für Cloud-Infrastruktur ist für Unternehmenskunden besonders attraktiv, wie Heiko Henkes, Director ISG Research, auf Anfrage sagt. Dies, weil die Schweiz und Deutschland gemäss Henkes zu den sichersten Standorten für die Speicherung kritischer Daten zählen. Zudem hätten Schweizer Unternehmen ihre anfängliche Zurückhaltung gegenüber der Cloud verloren. "Der Knoten ist förmlich geplatzt", sagt Henkes.

Hierzulande ziehe der Markt deswegen nochmals stark an: "2018 wächst der Schweizer Markt für Cloud-Infrastruktur im Segment Public-Infrastructure-as-a-Service um 35,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr", sagt Henkes. Das hiesige Wachstum liege aus Sicht von ISG Research über dem weltweiten Durchschnitt.

Der Beginn eines Booms

Der Schweizer Markt für Cloud-Infrastruktur könnte erst am Anfang eines Booms stehen. Davon zeigt sich Daniel Jossen, CEO von Amanox Solutions, überzeugt. Dass Microsoft seine Cloud-Dienste ab 2019 auch in der Schweiz hosten wolle, könnte das Geschäft von kleineren Cloud-Providern weiter ankurbeln, erklärt Jossen. "Dies dürfte helfen, die Ängste vieler Kunden bezüglich Datenstandort und Compliance abzubauen."

Fachlich gesehen spiele der Datenstandort für die erfolgreiche Umsetzung von Cloud-Projekten ohnehin keine Rolle. "Viel wichtiger ist die Frage, unter welchem gültigen Recht die Kunden mit dem Cloud-Anbieter ihre Verträge abschliessen", ergänzt Jossen. Falls Schweizer Recht zur Anwendung käme, müsste der Anbieter hierzulande eine Legal Entity eröffnen. "Ob die grossen Cloud-Anbieter Amazon, Microsoft und Google diesen Schritt machen, muss sich noch zeigen."

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