China gegen USA

Update: Handelsstreit kostet ZTE Milliarden

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Anfang April hatte das Handelsministerium der Vereinigten Staaten US-amerikanischen Firmen verboten, Produkte an ZTE zu verkaufen. Nun folgte die Konsequenz: der chinesische Telko-Ausrüster stellte wichtige Geschäftsbetriebe ein. Dem chinesischen Hersteller droht ein enormer finanzieller Schaden.

(Source: El Gaucho / Fotolia.com)
(Source: El Gaucho / Fotolia.com)

Update vom 17.07.2018: Mitte Juli 2018 hat die USA das Embargo gegen ZTE beendet. Lesen Sie mehr dazu hier. Zuvor musste die chinesische Firma auf Druck der USA jedoch alle C-Level-Positionen inklusive dem CEO austauschen. Lesen Sie mehr dazu an dieser Stelle.

 

Update vom 23.05.2018: Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat ZTE stark getroffen. Am 11. Mai hatte der chinesische Telko-Ausrüster angekündigt, wichtige Geschäftsbetriebe einstellen zu müssen. Der Grund war ein Verkaufsverbot, das das Handelsministerium Anfang April ausgesprochen hatte. Seitdem dürfen US-amerikanische Firmen ZTE keine Produkte mehr verkaufen.

Nun hat ZTE den finanziellen Schaden durch den Handelsstreit beziffert: mindestens 20 Milliarden Yuan umgerechnet fast 3,11 Milliarden Franken. Dies unter Berufung auf anonymen Quellen.

Der Schaden entstehe etwa durch die laufenden Personalkosten bis zu 100 Millionen Yuan (15,5 Millionen Franken) pro Tag. Deals, die der Hersteller nicht mehr einhalten kann oder Kunden, die abspringen, tragen ebenfalls dazu bei. Das Unternehmen sei jedoch darauf vorbereitet, seine Fabriken innerhalb einer Stunde wieder in Betrieb zu nehmen sobald das Verkaufsverbot aufgehoben werde.

 

Update vom 14.05.2018: Donald Trump, Präsident der USA, hat sich in das Drama um ZTE eingemischt. Der chinesische Telko-Ausrüster hatte aufgrund des eskalierenden Handelsstreits zwischen den USA und China den Geschäftsbetrieb eingestellt. Das Handelsministerium der Vereinigten Staaten hatte es US-amerikanischen Firmen verboten, ihre Produkte an ZTE zu verkaufen.

Auf Twitter verkündete Trump nun, dass er mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping (习近平) zusammenarbeite, um ZTE zu retten. Es seien zu viele Arbeitsplätze in China bedroht. Trump habe das Handelsministerium der USA angewiesen, eine Lösung zu finden.

 

Originalmeldung vom 11.05.2018: Der chinesische Telko-Ausrüster ZTE hat nach eigenen Angaben wichtige Geschäftsbetriebe eingestellt. Der Grund dafür sei der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China, wie das Wall Street Journal berichtet.

Wie weitreichend der Geschäftsstopp ist, gab ZTE nicht bekannt. Laut der offiziellen Mitteilung verfüge der Hersteller aber noch über "ausreichend finanzielle Mittel". Zudem werde er seine wirtschaftlichen Verpflichtungen strikt einhalten.

 

Verkaufsverbot bedroht ZTEs Existenz

Anfang April hatten US-amerikanische und britische Behörden unabhängig voneinander vor dem chinesischen Hersteller gewarnt. Das Handelsministerium der Vereinigten Staaten verbot zudem den Verkauf von Produkten an den chinesischen Hersteller. ZTE nutzt für seine Smartphones die Prozessoren des US-amerikanischen Herstellers Qualcomm.

ZTEs Netzwerkkomponenten zu verwenden, solle die nationale Sicherheit gefährden – so die offizielle Begründung. Die chinesische Regierung könnte etwa ZTE zwingen, ihr zu helfen, die Netzwerke in den USA beziehungsweise Grossbritannien zu infiltrieren. Der Hersteller warnte damals bereits, dass das Verkaufsverbot seine Existenz bedrohe.

 

Telkos wenden sich ab

Verschiedene Telkos wenden sich derweil von ZTE ab, wie das Wall Street Journal in einem weiteren Bericht schreibt. Telstra, Australiens grösster Telko, werde keine ZTE-Smartphones mehr anbieten.

AT&T in den USA sowie MTN, einer von Afrikas grössten Telkos, prüfen unterdessen ihre Kooperation mit dem Hersteller. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen sei ungewiss, ob ZTE seine Warenlieferungen aufrecht erhalten könne.

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