Zahlen des BFS

Arbeitsproduktivität zwischen IT- und Telko-Branche klafft auseinander

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Das BFS hat Zahlen zur Entwicklung der Produktivität in der Schweizer Wirtschaft veröffentlicht. Bei Gesamtwirtschaft, IT- und Telko-Branche zeigen sich ganz unterschiedliche Bilder. Warum das so ist, erklärt sich aus dem unterschiedlichen Stellenwert von Arbeit und Kapital.

(Source: rawpixel/unsplash.com)
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Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat Zahlen zur Produktivität der Schweizer Wirtschaft zwischen 1997 und 2016 publiziert. Sie geben Auskunft über den Lebensstandard der Schweizer Arbeitnehmer sowie die Effizienz, mit der die Ressourcen der Wirtschaft genutzt werden, wie es auf der Webseite des BFS heisst.

Über die ganze Schweizer Wirtschaft betrachtet, ist die Arbeitsproduktivität in den vergangenen 20 Jahren um rund 20 Prozent gestiegen. Am stärksten bis zum Ausbruch der Finanzkrise 2008. Leichte Einbrüche gab es insbesondere während der Rezessionen 2000/01 und 2008/09. Seither wuchs die Produktivität nur noch leicht.

Werden nur IT- und Telekommunikationsbranche betrachtet, zeigt sich ein ganz anderes Bild. Die Telekommunikations-Firmen erlebten in den ersten 10 Jahren des neuen Milleniums eine regelrechte Explosion der Produktivität. Seit der Finanzkrise besteht allerdings eine tendenziell sinkende Produktivität pro Arbeitsplatz.

Arbeitsproduktivität nach Branchen zu Preisen des Vorjahres (Source: BFS)

Produktivität der IT-Branche gesunken

Die Arbeitsproduktivität der IT-Branche ist dagegen seit 1997 rückläufig. Sie sank insbesondere nach der Dotcom-Krise sowie zwischen 2010 und 2011. Anschliessend stoppte die Branche den Rückgang der Produktivität. Sie lag 2016 schliesslich rund ein Drittel tiefer als 1997.

Auf Anfrage erklärte das BFS die auseinanderklaffende Statistik mit dem unterschiedlichen Stellenwert von Arbeit und Kapital in IT-, beziehungsweise Telko-Branche. Letztere sei vor allem kapitalintensiv und habe durch die rasante technologische Entwicklung ihren realen Output massiv steigern können, ohne dass hierfür in grösserem Masse zusätzliche Arbeitskraft erforderlich gewesen wäre.

Bei den IT-Dienstleistungen stehe dagegen die Arbeit im Vordergrund. Hier fänden sich Aktivitäten wie Programmierung und Beratung, für welche der Einsatz von Arbeitskraft viel bedeutsamer sei als derjenige von Kapital, etwa für Hard- oder Software. "Deshalb sind hier die Möglichkeiten drastischer Verbesserungen der Arbeitsproduktivität naturgemäss beschränkt", schreibt das BFS.

Die Arbeitsproduktivität misst laut BFS die Effizienz, mit der die personellen Ressourcen im Produktionsprozess eingesetzt werden. Konkret wird dabei der wirtschaftliche Output der Unternehmen mit den für dessen Produktion benötigten Vollzeitäquivalenten in Relation gesetzt.

Webcode
DPF8_107726

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