IT Press Tour

Entwicklung, Bugfixing und EU-DSGVO-Compliance aus der Cloud

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Platform.sh, Mabl und Odaseva wollen ihren Kunden mit Cloud Services neue Methoden der Softwareentwicklung und Datenverwaltung bieten. Die drei Firmen haben den Teilnehmern der IT Press Tour ihre Lösungen vorgestellt.

Cable Car am Union Square. (Source: Netzmedien)
Cable Car am Union Square. (Source: Netzmedien)

"Today, every Company is a Software Company." Dieser Satz war auf der IT Press Tour durch San Francisco und das Silicon Valley mehr als einmal zu hören. Gemeint ist damit, dass viele Unternehmen heute eigene digitale Lösungen entwickeln müssen, auch wenn Sie selbst eigentlich gar keine IT-Firmen sind. Platform.sh und Mabl wollen solchen Software-Projekten unter die Arme greifen, indem sie Tools zur Entwicklung und zur Fehlersuche auf Cloud-Basis anbieten. Odaseva hat sich dagegen auf das Management von Kundendaten fokussiert. Mit der Lösung sollen Firmen die neuen Datenschutz-Regeln der EU-DSGVO einhalten können.

Platform.sh: Von der Idee zur Webapplikation

Den Abschluss des zweiten Tages der IT Press Tour bildete eine Präsentation von Platform.sh. Die Firma mit Hauptsitzen in Paris und San Francisco bietet eine Cloud-Plattform zur Entwicklung von Web-Applikationen und Mobile-Back-ends an. Die Entwicklung von Cloud-Apps sei in der letzten Zeit immer komplexer geworden, sagte Fred Plais, CEO von Platform.sh. Verschiedene Programmiersprachen, Infrastrukturen, Tools und Schnittstellen stellten Coder vor Herausforderungen.

Chris Yates (VP Marketing) und Fred Plais (CEO) stellen die Entwicklungsumgebung Platform.sh vor. (Source: Netzmedien)

Die Lösung von Platform.sh erlaube es Entwicklern, sich ganz auf den Code und die Anwendung konzentrieren zu können, versprach Plais. Um die Details hinter den Kulissen kümmere sich Platform.sh. So könnten etwa auch Container-Umgebungen aufgebaut werden, ohne dass die Firma gleich einen Kubernetes-Experten einstellen müsse. Ausserdem liessen sich auf der Plattform neue Features schnell testen und in die fertige Anwendung integrieren. Als neues Angebot stellte Plais die "White Label SaaS-Factory" vor. Mit der Lösung könnten Software-Hersteller und Cloud Service Provider ihren Kunden eine Plattform zur Entwicklung von Software-as-a-Service-Produkten zur Verfügung stellen. Sie laufe in den Clouds von AWS, Azure und Orange.

Platform.sh soll die Entwicklung von As-a-Service-Lösungen für Unternehmen vereinfachen. (Source: Platform.sh)

Mabl: Mit Machine Learing auf Bug-Jagd

In Palo Alto steht nicht nur ein mehr als 1000 Jahre alter Mammutbaum, nach dem die Stadt im Silicon Valley benannt wurde. Hier stand auch ein Besuch bei Mabl auf dem Programm. Das Start-up stellt einen gleichnamigen Cloud-Service her, der Web-Applikationen auf Fehler und Schwachstellen untersucht, wie Izzy Azeri, einer der Gründer, sagte. Das Testen neuer Software durch QA-Teams brauche heute immer noch sehr lange. Gleichzeitig seien die Entwicklungs-Zyklen durch DevOps-Methoden immer kürzer geworden. Somit hinkten die Test-Teams der Entwicklung zunehmend hinterher.

Izzy Azeri, Mitgründer von Mabl, reiste aus Boston an. (Source: Netzmedien)

Mabl - der Name einer KI-Persona - könne den Software-Test-Prozess automatisieren und somit stark beschleunigen. "DevTestOps" nannte Azeri das. Die Lösung brauche keine Scripts für Tests und lerne durch Machine-Learning-Algorithmen von Google hinzu. Als As-a-Service-Angebot müsse sich der Kunde nicht um die Wartung oder die Infrastruktur kümmern, das übernehme Mabl, beziehungsweise die Google-Cloud, auf der die Anwendung läuft. Menschliche Tester könnten sich dadurch auf die schwierigen Probleme konzentrieren. Sie würden auch in Zukunft nicht überflüssig, sagte Azeri. "Eher müssen sich die Entwickler Gedanken machen, ob nicht irgendwann Computer ihre Jobs übernehmen."

Mabl soll Verbesserungen in der Webapplikation direkt vornehmen können. (Source: Mabl)

Wie das in der Praxis funktioniert, demonstrierte Azeri anhand der Analyse einer Website. Indem es alle Funktionen des Webauftritts durchprobierte, fand Mabl darin eine Reihe von toten Links, Java-Script-Fehlern und langen Ladezeiten. Die Lösung analysiere also nicht den Source Code selbst, sondern wie die Website im Alltag funktioniere. Als ob ein Mensch sie nutzen würde. Und sie schlage dann Verbesserungen vor, die der Entwickler umsetzen oder ablehnen könne. In Zukunft werde Mabl auch Mobile-Apps sowie Tests mit hoher Last unterstützen, kündigte Azeri an. Interessierte könnten die Lösung während drei Wochen kostenlos ausprobieren.

Odaseva: Data-Management-as-a-Service

Unternehmen das Management ihrer Daten einfacher zu machen, das hat sich das Start-up Odaseva aus San Francisco auf die Fahnen geschrieben. Durch diverse Cloud-Angebote hätten Unternehmen zwar bereits viele Aspekte ihrer IT an Dienstleister ausgelagert, die Daten selbst blieben aber weiterhin in der Verantwortlichkeit des Unternehmens. Wenn diese etwa durch einen Hackerangriff korrumpiert würden, könne der Plattform-Betreiber nicht weiterhelfen, sagte CEO Sovan Bin. Früher hätten Unternehmen ihre Daten ausserdem On Premise gespeichert. Dadurch sei der direkte Zugang im Notfall möglich gewesen. Auf viele Cloud-Datenbanken könne man dagegen nur noch über APIs zugreifen. Entsprechend sei API-Datenmanagement das neue Paradigma der Branche.

Sovan Bin, CEO von Odaseva: "API-Datenmanagement ist das neue Paradigma in der Welt der Datensicherung." (Source: Netzmedien)

Odaseva biete "Data-Management-as-a-Service" (DMaaS) an, um diese Lücke zu schliessen. Das Angebot umfasse Speicherung und Back-up von Daten, aber auch weitere Aspekte wie Business Continuity oder Compliance. Letztere illustrierte Bin anhand verschiedener Tools, die die Einhaltung der EU-DSGVO bei der Verwaltung von Kundendaten sicherstellen sollen. Indem Odaseva alle Personendaten in einer Datenbank erfasse, könne etwa das Recht auf Auskunft oder das Recht auf Löschung mit wenigen Klicks umgesetzt werden, versprach Bin. Odaseva biete sein Datenmanagement vor allem für Salesforce-Kunden an, unterstütze aber auch andere Cloud-Plattformen. Kunden seien Unternehmen wie Schneider Electric oder Toyota, die viele User und Daten verwalten müssten und hohe Anforderungen an die IT-Sicherheit stellten.

Durch den Schritt in die Cloud konnten Unternehmen viele Verantwortlichkeiten an Dienstleister anbieten - die Data Governance allerdings nicht. (Source: Odaseva/Microsoft)

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