Ausgangs- und Reisesperre

Update: Kanada verpasst Finanzchefin von Huawei eine Fussfessel

Uhr | Aktualisiert

Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou ist am 1. Dezember verhaftet worden. Sie soll ein US-Handelsembargo mit Iran verletzt haben. Die Verhaftung könnte nur die Spitze des Eisbergs sein – weltweit stösst der chinesische Konzern schon seit geraumer Zeit auf Widerstand.

(Source: Niu Niu / unsplash.com)
(Source: Niu Niu / unsplash.com)

Update, 12.12.2018:

Gestern hat ein kanadisches Gericht die Freilassung auf Bewährung für Meng Wanzhou, Finanzchefin von Huawei, veranlasst. Wie "The Verge" berichtet, gehört einiges zum Deal: Meng muss mit Ausgangssperre in einer für sie ausgewählten Villa in British Columbia wohnen, ihre Pässe abgeben und sich von einer Sicherheitsfirma überwachen lassen, während sie eine elektronische Fussfessel trägt.

Vor dem Urteil nannte ein Richter die Vorwürfe von US-Behörden. Huawei habe von einer US-amerikanischen Untersuchung Wind gekriegt und Meng entsprechend empfohlen, das Land zu meiden. Nach wie vor ginge es um einen Bruch von US-Sanktionen gegenüber Iran. Meng soll Verwaltungsratsmitglied eines Hongkong-basierten Unternehmens namens Skycom gewesen sein, das mutmasslich Geschäfte mit Iran zwischen 2009 und 2014 gemacht haben soll. Die kanadischen Ankläger gaben an, dass Huawei in dieser Zeit mit US-Banken zusammengearbeitet habe. Skycom sei essenziell Huawei unter einem anderen Namen gewesen.

Gestern Abend hat US-Präsident Donald Trump gesagt, dass er in Mengs Fall eingreifen könnte, falls es im Interesse des eigenen Landes sei, wie Reuters berichtet. Er habe jedoch nicht spezifiziert, inwiefern er das ausführen würde.

Gleichzeitig ist ein ehemaliger kanadischer Diplomat in Beijing verhaftet worden, was einige laut "The Star" als Vergeltungsakt betrachten. Chinesische Behörden hätten bisher zu seinem Status oder Aufenthaltsort noch keine Aussage gemacht.

Ursprüngliche Meldung vom 6.12.2018:

Huawei-Finanzchefin in Kanada verhaftet

Die Finanzchefin von Huawei wurde in Kanada festgenommen. Meng Wanzhou, die Tochter von Huawei-Gründer Ren Zhengfei, sei bereits seit dem 1. Dezember in Haft. Auf Freitag den, 7. Dezember, sei eine Kautionsanhörung angesetzt. Wie ein Sprecher des kanadischen Justizministeriums, laut "Spiegel Online" bestätigte, drängen die USA auf die Auslieferung der Managerin. Laut der kanadischer Zeitung "The Globe and Mail" werde ihr vorgeworfen, das US-Handelsembargo gegen den Iran verletzt zu haben.

China bezeichnet die Verhaftung als Fehler und fordert die Freilassung von Meng Wanzhou, wie die chinesische Botschaft in Kanada mitteilt. Am Donnerstag bestätigte Huawei die Verhaftung. Dem Konzern sei kein Fehlverhalten der Managerin bekannt.

Wie die "NZZ" berichtet, handelt es sich bei der Verhaftung um nur einer von vielen Fällen, in denen das Unternehmen im Westen auf Widerstand stösst. In Australien und Neuseeland sollen die Regierungen den Konzern von der Mitarbeit beim Aufbau der 5G-Infrastruktur ausgeschlossen haben, in den USA würden sie bereits aus den meisten Geschäften ausgeschlossen werden und in Grossbritannien wolle der britische Telko BT Group die Ausrüstung des chinesischen Konzerns aus bereits existierenden 3G- und 4G-Netzen entfernen. In der Schweiz gäbe es bisher kaum Vorbehalte gegenüber Huawei – hierzulande kooperiert Sunrise mit dem Konzern an 5G-Netzwerken.

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