Ricoh Trend Forum 2019

Ricoh macht mit seinen Gästen eine Reise in die Zukunft

Uhr | Aktualisiert

Am 21. Mai hat Ricoh zum Trend Forum in Wallisellen geladen. Das grosse Thema am Event: digitale Geschäftsmodelle. Die Redner sprachen über die Zukunft der IT, Multi-Cloud-Strategien, die Adaption neuer Technologien und teilten die Bühne mit Roboter Pepper.

"Ich mache jetzt eine Reise in die Zukunft mit Ihnen", mit diesen Worten begann Zukunftsbotschafter Jörg Eugster seine Präsentation am Ricoh Trend Forum in Wallisellen. Der gesamte Event, der am 21. Mai stattfand, drehte sich um moderne Technologien und darum, welchen Herausforderungen sich Unternehmen bei der Digitalisierung stellen müssen.

Den Anfang machte Daniel Tschudi, Managing Director von Ricoh Schweiz. Er sprach von einem positiven Geschäftsjahr 2018 und sagte: "Der Bereich IT-Services bietet für Ricoh eine riesige Chance zu wachsen." Der Bereich mache bereits 20 Prozent von Ricohs weltweitem Umsatz aus. Dabei setze das Unternehmen sowohl auf organisches wie auch auf anorganisches Wachstum. So übernam Ricoh vor wenigen Wochen den IT-Service-Provider Lake Solutions.

Ricoh wolle seine Partner und Mitarbeiter mitnehmen auf die digitale Reise und dabei auch seine soziale Verantwortung wahren, sagte Tschudi über die Zukunftspläne des Unternehmens. Tschudi sprach ebenfalls über die kürzlich geschlossene Partnerschaft mit Hiag. Durch die Zusammenarbeit müsse sich Ricoh nicht um die Anschaffung einer eigenen Infrastruktur kümmern, sondern könne Kunden seine Lösungen on-Top als Zusatz anbieten.

Autoteile und Pasta aus dem 3-D-Drucker

Den zweiten Redner des Tages bezeichnete Moderatorin Regula Elsener als jemanden, "der sich bereits mit dem Internet befasste als ganz viele noch nicht einmal wussten, was dieses Internet überhaupt ist." Damit meinte Elsener, die bei ihrer Moderation von Roboter Pepper unterstützt wurde, Jörg Eugster.

Der Zukunftsbotschafter führte innerhalb von 45 Minuten durch ein breites Spektrum von modernen Technologien und die Möglichkeiten, die sich aus ihnen ergeben und noch entwickeln könnten. Augmented und Virtual Reality (AR, VR), künstliche Intelligenz (KI) und Co. waren Teil des Referats. Auch das Internet der Dinge (IoT) kam zur Sprache. "Das IoT wird unser Leben noch viel drastischer verändern als alles andere", sagte Eugster.

"Normalerweise kommt an dieser Stelle immer das Beispiel mit dem Kühlschrank, der mit dem Smartphone spricht." Nicht bei Eugster. "Ich finde dieses Beispiel doof. Das hat doch keinen Mehrwert." Viel interessanter findet der Zukunftsforscher das IoT in Bezug auf selbstfahrende Autos und miteinander kommunizierende Roboter - beispielsweise in automatisierten Lagerhallen.

Zukunftsbotschafter Jörg Eugster und Roboter Pepper. (Source: Netzmedien)

Ebenfalls begeistert zeigte sich Eugster von den Möglichkeiten, die im 3-D-Druck stecken. "Wir werden Dinge, die wir an Billiglohnländer ausgelagert haben, wieder hier produzieren, da es möglich sein wird, sie auszudrucken - wie zum Beispiel Kleidung", erläutert er. Bereits jetzt sei es möglich, Autoteile und Pasta auszudrucken.

"Irgendwann brauchen Sie keinen Organspendeausweis mehr, dann drucken wir die Organe einfach aus", srach Eugster über das als Bioprinting bezeichnete Drucken von menschlichem Gewebe. Wie Bioprinting funktioniert und wie lange es voraussichtlich dauern wird, bis die ersten funktionsfähigen Organe ausgedruckt werden, lesen Sie im Interview mit Markus Rimann, Group Leader 3-D-Tissues and Biofabrication an der ZHAW.

"Der digitale Tsunami kommt so oder so auf uns zu." Für Unternehmen sei es da zwar schwierig herauszufinden, auf welchen Trend sie zusteuern sollten, aber wichtig zu wissen, in welche Richtung es gehe.

"Eine generische Multi-Cloud-Architektur existiert nicht"

Hier knüpfte Hanspeter Tinner, Managing Director bei Hiag Data an. Laut Tinner ist es auch in Bezug auf eine Cloud-Strategie enorm wichtig, zu wissen, wo es hingehen soll. "Mit der Cloud-Industrie geht es mir ein bisschen so, wie einem Kind, das vor einem grossen Haufen Legosteine sitzt und vor lauter Auswahl nicht weiss, was es daraus bauen soll." Um den Weg zur "digitalen Produktion" zu schaffen riet der Managing Director Unternehmen zu folgenden Schritten:

  1. Ausgangslage schaffen: Dazu gehöre die Erwartungshaltung der Kunden genau zu kennen und eine Matrix der Geschäftsabläufe und dazugehörigen Funktionen zu erstellen.

  2. IT-Landschaftskarte erstellen: In einem zweiten Schritt gehe es darum, die IT-basierten Geschäftsabläufe in Standardfunktionen und für das Unternehmen spezifisch entwickelte Software einzuteilen und eine Kommunikationsmatrix zu erstellen.

  3. Digitale Unternehmensstrategie: Seien die ersten beiden Punkte erledigt, sei ein Unternehmen bereit, um eine digitale Unternehmensstrategie zu verabschieden und eine Multi-Cloud-Strategie zu erarbeiten.

Eine generische Multi-Cloud-Architektur existiere nicht. Es gebe für jedes Unternehmen nur seine spezifische Multi-Cloud, denn diese basiere auf der jeweiligen digitalen Unternehmensstrategie. Tinner warnte ausserdem: "Low Hanging Fruits sind eine Illusion." Es sei nicht so, dass in der Cloud automatisch alles günstiger, sicherer, dynamischer und schneller gehe.

Lesen Sie im IT-Markt-Interview mit Hanspeter Tinner, wie sich Hiag auf die neue Datenschutz-Ära vorbereitete.

An verschiedenen Ständen konnten sich die Besucher über Ricohs Angebot informieren. (Source: Netzmedien)

Die anschliessende Podiumsdiskussion, an der die drei Redner Tschudi, Eugster und Tinner, sowie Toni Fuchs, Head of IT & Digitalisation Services bei Ricoh Schweiz, teilnahmen, drehte sich um die Adaption neuer Technologien. Die vier Diskussionsteilnehmer zeigten sich einig darüber, dass Innovationen anfangs Skepsis auslösen und die Leute erst daran herangeführt und neugierig gemacht werden müssen.

Es gelte alte Denkmuster über Bord zu werfen. "Als ich das erste Mal in ein Flugzeug stieg, das geklebt und nicht genietet war, hatte ich ein ziemlich mulmiges Gefühl. Mittlerweile sind geklebte Flugzeuge ganz normal", sagte Fuchs dazu. Auch der Umgang vonseiten der Mitarbeiter mit neuen Technologien war Teil der Diskussion. "Werfen Sie zwei Drittel der Geschäftsleitung raus und stellen Sie stattdessen junge Leute im Alter zwischen 25 und 30 ein", sagte Tinner und sorgte damit für Raunen und Applaus im Publikum. "Die digitalen Generationen haben eine fundamental andere Art mit Technologie umzugehen, Informationen zu teilen und ihren Alltag zu planen", fuhr Tinner fort.

Nach der Diskussion hatten die Besucher die Möglichkeit, sich an mehreren Informationsständen über die Angebote von Ricoh zu informieren. Dazu zählten: IT-Services, Communication Services, Managed Document Services, Document Management Services und Printing.

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