Galaxus expandiert

Nun gilt es für Digitec Galaxus in Deutschland ernst

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von Thomas Häusermann

Die Betaphase ist abgeschlossen, Digitec Galaxus bläst in Deutschland nun zum Angriff auf die Konkurrenz – und liebäugelt bereits mit weiteren Expansions-Ländern.

(Source: Lightcome / iStock.com)
(Source: Lightcome / iStock.com)

Mit Deutschland hat Digitec Galaxus vor einem Jahr den grössten und am härtesten umkämpften Markt Europas in Angriff genommen. Unter der Leitung von Geschäftsführer Frank Hasselmann und mit dem Namen Galaxus startete Digitec Galaxus Ende Jahr in Deutschland. Hauptsitz ist Hamburg (Werbewoche.ch berichtete). "Das ist für uns ein logischer Schritt, den wir bereits früher hätten tun sollen", sagte Digitec-Galaxus-CEO Florian Teuteberg (Bild oben) kurz vor dem Launch am Markenkongress. "Das Produkt hat gute Chancen im europäischen Umfeld. Aber die Challenges und Mitbewerber sind zahlreich"

Wie CEO Florian Teuteberg gegenüber der NZZ am Sonntag erklärt, sei die Betaphase nun abgeschlossen: "Wir sind parat für ein vollständiges Angebot." Nach dem Test folgt nun also der Ernst. Die Chancen, dass man im Deutschen Markt mitmischen kann, stehen dabei nicht schlecht. Obwohl man kaum Marketing gemacht habe, mache man schon heute deutlich mehr als eine Million Euro Umsatz pro Monat, sagt Teuteberg. In der Schweiz sind es pro Monat ungefähr 76 Millionen Euro. Amazon setzt in Deutschland im Schnitt über 760 Millionen Euro Umsatz pro Monat um.

(Source: Werbewoche)

Nach der Elektronik soll das Spielzeug folgen

Die Ambitionen in Deutschland sind gross, die Strukturen noch klein. Heute bietet man bei Galaxus Deutschland 150'000 Produkte an, in der Schweiz sind es – Digitec und Galaxus zusammen – über 2,6 Millionen Artikel. Beschäftig das Unternehmen insgesamt 1300 Mitarbeitende, fallen momentan auf Deutschland lediglich 30 davon.

Auch wenn man in Deutschland einzig mit der Marke Galaxus auftritt, verfolgt man in einem ersten Schritt den "Digitec-Weg" und baut die Käuferschaft rund um das Elektronik-Sortiment auf. Als nächstes soll die Kategorie Spielzeug mit aufgenommen werden, weitere Bereiche sollen folgen, um am Ende – wie in der Schweiz – ein vollständiges Sortiment anbieten zu können.

Die Marke Galaxus muss erst noch bekanntgemacht werden

Wie Teuteberg gegenüber der NZZ am Sonntag erklärt, geht es in einem nächsten Schritt darum, das Weihnachtsgeschäft mitzunehmen. "Im Frühling werden wir Bilanz ziehen und entscheiden, mit welchen Ambitionen wir im deutschen Markt weiterfahren." Vom Erfolg ist er nach wie vor überzeugt: "Ich glaube fest daran, dass wir in Deutschland erfolgreich sein können."

Um im Kampf gegen Amazon, Otto oder Media-Markt bestehen zu können, werden für die Migros-Tochter erhebliche Investitionen vor allem auch ins Marketing nötig sein. Denn im Gegensatz zu den etablierten, deutschen E-Commerce-Giganten ist die Marke Galaxus im hohen Norden noch so gut wie unbekannt.

Den Angriff auf den deutschen Markt kann Digitec Galaxus aber mit einer soliden, stabilen Heimbasis im Rücken antreten: In der Schweiz wächst das Unternehmen ständig, profitiert ungebremst von der Verlagerung des Handels ins Internet und lässt die in- und ausländische Konkurrenz mit einem komfortablen Vorsprung weit hinter sich.

Nach Deutschland könnte Österreich folgen

Die Expansion ins Ausland erscheint angesichts des begrenzten Schweizer Marktes mit dem irgendwann an die Grenzen stossenden Wachstumspotential ein logischer Schritt. Sollte der Schritt nach Deutschland von Erfolg gekrönt sein, könnten bald weitere Märkte folgen: "Wenn es uns gelingt, in Deutschland Fuss zu fassen, wollen wir in weitere Länder expandieren", sagt Teuteberg.

Dabei dürfte Österreich nach wie vor ein heisser Kandidat sein. Gegenüber der Handelszeitung gab das Unternehmen schon im Oktober 2018 zu Protokoll: "Sofern die Expansion in Deutschland erfolgreich verläuft, wird Österreich der nächste Auslandmarkt für Digitec Galaxus sein".

Digitec Galaxus lässt seine Kunden Kunden beraten. Via App sollen Konsumentenanfragen von den Kunden selber beantwortet werden. Wer dabei einen "super" Job macht, erhält drei Franken pro beantworteter Frage. Lesen Sie hier mehr dazu

Dieser Artikel erschien zuerst am 3. November 2019 auf werbewoche.ch.

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