Studie von Namics

Viele Schweizer Firmen sind "Daten-Rookies"

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Daten sammeln: ja. Daten analysieren: nein. Viele Schweizer und deutsche Firmen sind im Umgang mit Daten noch unreif, obschon deren Potenzial erkannt wurde. Wunsch und Wirklichkeit liegen deshalb oft noch auseinander.

(Source: gremlin / iStock.com)
(Source: gremlin / iStock.com)

Die meisten Firmen sind im Umgang mit Daten noch unreif. So oder so ähnlich lautet das Ergebnis einer Studie von "Namics – A Merkle Company". Die Schweizer Digitalagentur hat den professionellen Umgang mit Daten in der Schweiz und in Deutschland untersucht. Von den 300 befragten Firmen hätten zwar die meisten den Wert von Daten erkannt. Immerhin würden bereits 58 Prozent einfache Kundendaten und 57 Prozent Produktleistungs- oder Verkaufsdaten sammeln. Doch schöpfen die Befragten das Potenzial ihrer Daten nicht vollständig aus, wie die Autoren der Studie schreiben. Der Reifegrad der Firmen im Umgang mit Daten, der auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet wurde, läge durchschnittlich bei 2,6.

Die wichtigsten Ergebnisse

Die Digitalagentur ist in seiner Studie zu fünf zentralen Ergebnissen gekommen:

Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die befragten Unternehmen erhoffen sich viel von datengetriebenen Anwendungen, tatsächlich profitieren aber nur die wenigsten von den Daten.

Unternehmen haben den Wert und das Potenzial von Daten erkannt

Lediglich zwei Prozent erfassen überhaupt keine Daten. Vor allem Kundeninformationen und Daten über die Leistung von Produkten und Dienstleistungen würden gesammelt.

Speichern: ja, Analyse: nein – ungenutztes Potenzial bei der Datenverarbeitung

Die Mehrheit der Befragten nutze Daten schlicht dazu, Probleme zu identifizieren, aber nicht, um ihre Prozesse datengetrieben zu optimieren.

Data Maturity (Reifegrad) ist unabhängig von Land, Branche und Grösse

Sogar als besonders fortschrittlich geltende Branchen wie die Informationstechnologie weisen laut Studienautoren keinen nennenswerten Vorsprung gegenüber anderen auf. Durchschnittlich liegt ihr Reifegrad bei 2,75.

Wettbewerbsvorteile durch Data Maturity

Mit Hilfe von Data Maturity sollen Unternehmen effizienter arbeiten, Fehler vermeiden, Kunden besser verstehen und die eigenen Ziele besser erreichen können.

Rookies und Pros

In der Studie hätte Namics zwei Probanden-Gruppen identifiziert, die sich klar voneinander abgrenzten. Die Pros (37 Prozent) seien hinsichtlich datengetriebener Strategien, Prozesse und Technologien bereits gut aufgestellt. Die Rookies (63 Prozent) sammelten zwar Daten, integrierten diese aber nicht in ihre täglichen Prozesse.

"Der durchschnittlich erreichte Score von 2,6 zeigt, dass die befragten Unternehmen beim Umgang mit Daten noch Luft nach oben haben", lässt sich Lars Borgmann, Studienautor und Principal Data Consultant bei Namics, zitieren. "Dabei verdeutlicht die Studie, dass sich eine Weiterentwicklung zu einer datengetriebenen Organisation durchaus lohnt: Denn Data Maturity steigert vor allem die Effizienz von Prozessen. So können sich Unternehmen von der Konkurrenz absetzen und Wettbewerbsvorteile sichern. Ich empfehle zunächst den Status quo der Datennutzung zu ermitteln, weitere relevante Nutzungsszenarien zu identifizieren und eine strukturierte Roadmap für den Weg zur datengetriebenen Organisation zu erstellen. So können Unternehmen sicherstellen, dass sie Technologien zielführend einsetzen."

Interessierte können die komplette Studie hier nach einer Registrierung herunterladen.

Auch wenn Daten wertvoll sind, sollte deren Erhebung im legalen Rahmen verlaufen. Google wird beschuldigt, gewisse Daten auf illegalem Weg gesammelt zu haben, wie Sie hier nachlesen können.

Webcode
DPF8_181383

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