Mediennutzung in der Schweiz

Die Hälfte der Schweizer sorgt sich um ihre Daten

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von Werbewoche

Wunderman Thompson Switzerland publiziert die 10. Jubiläumsausgabe des Media Use Index. Die Studie gibt Einblick in das gegenwärtige Mediennutzungs- und Informationsverhalten der Schweizerinnen und Schweizer, zeigt die neuesten Trends auf und erklärt die fundamentalen Veränderungen der letzten Dekade.

(Source: Glen Carrie / Unsplash.com)
(Source: Glen Carrie / Unsplash.com)

Datenschutz, Influencer und schwindende Aufmerksamkeit sind in aller Munde, aber wie relevant sind diese Themen tatsächlich für die Schweizer Bevölkerung? Mittels einer repräsentativen Onlineumfrage wurden rund 2000 Personen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren zu ihrem Mediennutzungs- und Informationsverhalten befragt. Die Studie zeigt, dass sich die Hälfte der Befragten Sorgen um ihre Daten macht, Influencer unterhaltsamer als klassische Medien sind und das Smartphone zu einer unwiderstehlichen Ablenkung geworden ist.

Selbstzensur im Netz aus Angst vor Datenmissbrauch

Nutzern wird bewusst, wie wertvoll ihre Daten sind. Dies beeinflusst ihr Verhalten im Netz und schürt die Angst vor Datenmissbrauch. So macht sich jede zweite Person eher Sorgen um ihre Daten und jede fünfte hat sich schon einmal nicht getraut, etwas zu googeln. Neben der Selbstzensur werden auch vermehrt Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Beispielsweise löschen 55 Prozent regelmässig ihren Browserverlauf und jede dritte Person hat die Kamera ihres Laptops abgeklebt. Dennoch begrüsst mehr als ein Drittel der Befragten werbefinanzierte Inhalte. Wenn Daten herausgegeben werden, wird dafür eine Gegenleistung erwartet.

(Source: Wunderman Thompson Switzerland)

Vive la Voice

Sprachassistenten liegen im Trend, doch bestehen noch grosse Unterschiede in der Nutzung: Zwar verwendet bereits jede zweite Person, die ein Smartphone besitzt, auch den Sprachassistenten, lediglich 5 Prozent nutzen ihn jedoch auch täglich. Zudem ist der Gebrauch in der Westschweiz mit 40 Prozent fast doppelt so hoch wie in der Deutschschweiz mit 22 Prozent.

(Source: Wunderman Thompson Switzerland)

Influencer sind nicht wegzureden

Fast jede und jeder Jugendliche (95 Prozent) in der Schweiz folgt mindestens einem Influencer, über alle Altersgruppen hinweg tun dies im Schnitt 65 Prozent. Dabei sind Musiker die beliebtesten Influencer, von jung bis alt. Während die weiblichen Follower bei Influencern aus den Bereichen Kultur und Lifestyle überwiegen, sind bei Sportlern die männlichen Follower stärker vertreten. Im Vergleich zu klassischen Medien werden die Beiträge von Influencern insbesondere als unterhaltsamer und inspirierender empfunden. Darüber hinaus bieten sie andere Informationen.

(Source: Wunderman Thompson Switzerland)

Das Smartphone steht im Zeichen der Hyper-Interaktion

Das Internet ist das wichtigste Medium der Schweiz und wird inzwischen häufiger über das Smartphone genutzt als am PC. Dabei macht uns das Smartphone aber nicht unsozialer. Im Gegenteil: Es dient primär zur Kommunikation via Nachrichten (vor allem WhatsApp) und Email. Und als ständiger Begleiter liegt das Smartphone bei jeder zweiten Person sogar beim Schlafen griffbereit.

(Source: Wunderman Thompson Switzerland)

Die "Klassiker" haben nicht ausgedient

Der Onlinekonsum von News findet in erster Linie direkt auf dem Internetportal eines bestimmten Medientitels statt. Bei den 14- bis 24-Jährigen geschieht dies allerdings zum selben Teil auch über Social Media.

Leuchttürme der Schweizer Medienlandschaft betreffend Vertrauen, wie SRF und NZZ, mussten in den letzten Jahren neuen Challenger-Medien - zum Beispiel Watson oder Instagram - Terrain überlassen. In Krisenzeiten wie der Coronavirus-Pandemie wird allerdings den klassischen Titeln über alle Altersgruppen hinweg das grösste Vertrauen entgegengebracht.

(Source: Wunderman Thompson Switzerland)

Second-Screen-Nation

Während wir Filme und Serien schauen, sind wir vermehrt auch am Telefon. Fast die Hälfte der Befragten chattet nebenbei oder surft via Smartphone im Internet. Hierbei scheint aber das Geschlecht eine Rolle zu spielen: Frauen multitasken häufiger. Sie erreichen bei fast allen parallelen Aktivitäten deutlich höhere Werte als Männer. Im Gegenzug sagt ein Viertel der Männer von sich, gar keine parallelen Aktivitäten während des Konsums von TV-Inhalten auszuüben.

(Source: Wunderman Thompson Switzerland)

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DPF8_182622

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