9 Prozentpunkte mehr als vor Corona

Nur die Hälfte der Schweizer Erwerbstätigen ist im Homeoffice

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von René Jaun und ebe

50,9 Prozent der Schweizer Erwerbstätigen arbeiten derzeit im Homeoffice. Das sind knapp 9 Prozentpunkte mehr als 2019, wie eine Comparis-Umfrage ergibt. Unter Personen mit hohem Bildungsgrad oder Einkommen ist der Anteil jener, die von zuhause aus arbeiten, besonders hoch.

Die Arbeit im Homeoffice hat nur leicht zugenommen. (Source: Monkey Business / Fotolia.com)
Die Arbeit im Homeoffice hat nur leicht zugenommen. (Source: Monkey Business / Fotolia.com)

Die von den Behörden Mitte Januar verordnete Homeoffice-Pflicht hat die Heimarbeit nur leicht ansteigen lassen. Zu diesem Schluss kommt der Vergleichsdienst Comparis in einer Umfrage. Demnach arbeiten 50,9 Prozent der Erwerbstätigen mehr als einen halben Tag pro Woche zuhause. Im Jahr 2019, also noch vor den ersten Coronamassnahmen, seien es noch 42,2 Prozent gewesen. Somit betrage der Anstieg knapp 9 Prozentpunkte, heisst es in einer Mitteilung. Der Anteil der Erwerbstätigen, die mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit daheim verbringen, ist derweil um 16 Prozentpunkte angestiegen – von 21,4 auf 37,3 Prozent.

"Diese Zahlen belegen, dass nach wie vor viele zur Arbeit pendeln", lässt sich Comparis-Immobilienexperte Frédéric Papp zitieren. "Das hat auch damit zu tun, dass im Vergleich zum ersten Lockdown in der zweiten Welle deutlich mehr Bereiche offen haben".

60 Prozent der heute im Homeoffice arbeitenden Umfrageteilnehmer schätzen, dass sie auch nach der Pandemie mindestens einen halben Tag lang Telearbeit leisten werden. Rund ein Viertel der Befragten geht von der Hälfte ihrer Arbeitszeit aus. Diese Schätzwerte seien zwar höher als bei der letzten Befragung 2019. "Daraus einen nachhaltigen Homeoffice-Boom abzuleiten, ist aber übertrieben", sagt Papp. Entsprechend seien auch die in den vergangenen Monaten geäusserten Prognosen, wonach Büroliegenschaften künftig vermehrt leer stehen, zu relativieren.

Je höher der Bildungsgrad, desto eher das Homeoffice

Bei der Homeoffice-Pflicht zeigt sich laut der Mitteilung ein klarer Graben bezüglich sozioökonomischer Faktoren. So sei der Anteil der aktuell 90 bis 100 Prozent Homeoffice-Arbeitenden bei Personen mit hoher Bildung im Vergleich zu Personen mit niedrigem und mittlerem Bildungsgrad signifikant höher - 26 Prozent gegenüber 10,5 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeige sich bei den Einkommen: Personen mit einem Brutto-Haushaltseinkommen von über 8000 Franken arbeiten eher zu 90 Prozent oder mehr von zuhause aus (25.6 Prozent). Bei Personen mit einem Einkommen zwischen 4000 und 8000 Franken beträgt der Anteil 14 Prozent, bei jene mit bis zu 4000 Franken 11,9 Prozent. Und schliesslich sei der Anteil der Homeoffice-Arbeitenden unter Besitzern von Wohneigentum ebenfalls deutlich höher als bei Mietern, mit 24,8 vs. 16,6 Prozent.

Gar kein Homeoffice für 46 Prozent

Gar nicht im Homeoffice arbeiten derzeit 45,9 Prozent der Befragten, heisst es in der Mitteilung weiter. Dieser Anteil sei nur wenig kleiner als vor der Corona-Pandemie mit 51,6 Prozent. Es seien auch hier überwiegend Personen mit niedrigem und mittlerem Bildungsniveau und Einkommen von bis 4000 Franken oder 4000 bis 8000 Franken.

Zudem stellt Comparis einen Geschlechtergraben fest: Frauen arbeiten laut der Umfrage deutlich häufiger am Arbeitsplatz als Männer (40,4 vs. 51,9 Prozent). "Frauen arbeiten im Vergleich zu Männern eher in Teilzeit und in Berufen, die eine physische Präsenz erfordern", erklärt Papp den Befund.

Zur Studie: Laut Comparis wurde die repräsentative Umfrage durch INNOFACT durchgeführt. Das Marktforschungsinstitut befragte im Februar 2021 1018 Personen in der Schweiz.

Für Führungskräfte gehört hybrides Arbeiten fest zur neuen Arbeitswelt, wie eine Arbeitsmarktstudie von Robert Half ergab. Das zeigt sich auch in der Anzahl Stellenausschreibungen mit Homeoffice-Option.

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