Security-Spezialisten warnen vor Designfehler in NAT-Implementierungen
Eine neu entdeckte Schwachstelle in NAT-Implementierungen erlaubt es Cyberkriminellen, auf Netzwerkverbindungen zuzugreifen und etwa DoS-Attacken durchzuführen. Die Ursache dafür liegt nicht in der Programmierung, sondern bei der Designannahme, dass Geräte mit derselben NAT-Tabelle einander vertrauen können.
Analysten des Cybersecurity-Unternehmens Synack haben eine neue Angriffsklasse entdeckt, die Implementierungen der Netzwerkadressübersetzung (Network Address Translation, NAT) missbraucht. Die "Natjack" genannte Lücke ermöglicht es Cyberkriminellen, NAT-Geräte mit unterschiedlichen Methoden anzugreifen, wie Synack mitteilt. So könnten Angreifer etwa aktive TCP-Verbindungen übernehmen, DNS-Antworten manipulieren, Ports von anderen Verbindungen ermitteln und Denial-of-Service-Attacken (DoS) erzwingen.
Die Schwachstelle ist laut Mitteilung nicht etwa auf einen Fehler in der Programmierung zurückzuführen. Natjack entspringe vielmehr der Designannahme, dass Geräte mit derselben NAT-Tabelle einander automatisch vertrauen könnten. Synack betont, dass solche Annahmen heute oftmals nicht mehr standhielten, auch wenn sie eine lange Zeit gegolten hätten.

Angela Heindl-Schober, CMO von Synack. (Source: zVg)
"Unsere Forschung zu Natjack zeigt, warum wirksame Sicherheitstests langjährige Designannahmen hinterfragen müssen, statt nur nach bekannten Softwarefehlern zu suchen", sagt Angela Heindl-Schober, Chief Marketing Officer von Synack.
Bislang seien im Zusammenhang mit Natjack zwei CVE-Kennungen vergeben worden: CVE-2026-56181 für Microsoft Windows NAT in Hyper-V und CVE-2026-63913 für das Linux-Subsystem "Netfilter Conntrack". Da die Sicherheitslücke NAT-Implementierungen von Windows, MacOS und Linux betrifft, gibt es gemäss Mitteilung keinen einzelnen Patch. Bisher verfügbare Korrekturen würden lediglich den Aufwand für eine Ausnutzung erhöhen. Deshalb empfiehlt Synack Unternehmen, den gesamten Datenverkehr zu verschlüsseln, Workloads nach ihrer Vertrauenswürdigkeit zu segmentieren und Schutzmechanismen wie IP Source Guard zu aktivieren.
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