Herzdiagnose mit Alexa und Google Assistant
Alexa und der Google Assistant könnten bald nicht nur den Fernseher und das Licht einschalten, sondern auch die Gesundheit überwachen. Wissenschaftler der Washington University bauten die Smartspeaker so um, dass sie den Herzrhythmus von Nutzerinnen und Nutzern überwachen.
Dass Smartspeaker praktische Alltagshelfer sind, dürfte mittlerweile bekannt sein. Dass sie Herzrhythmusstörungen erkennen können, ist neu. Wie "Mixed.de" berichtet, nutzen Wissenschaftler der Universität Washington die in Smartspeakern verbaute Kombination aus Mikrofonen, Lautsprechern Subwoofern und KI, um aus den Speakern smarte Sonargeräte zu machen. So könnten mit ihnen Herzerkrankungen erkannt und überwacht werden.
Und so funktioniert's: Über die Smartspeaker wird ein für das menschliche Ohr nicht hörbarer Ton ausgesendet. Dieser dient laut "Mixed.de" als Sonarsignal und wird von der Brust des Nutzers oder der Nutzerin reflektiert. Die Mikrofone der Smartspeaker nehmen den reflektierten Ton dann wieder auf. Für den Prozess müsse der Nutzer oder die Nutzerin etwa 60 Zentimeter vom Smartspeaker entfernt sitzen.
Smartspeaker sind so gebaut, dass sie Umgebungsgeräusche von der menschlichen Stimme unterscheiden können. Ein von den Forschern geschriebener Beam-Forming-Algorithmus mache sich diese Technik zu nutze. Statt der menschlichen Stimme werden bei den umfunktionierten Smartspeakern die Herzschläge herausgefiltert.
"Die Wissenschaftler sehen in dieser nicht-invasiven Methode zur Herzrhythmusmessung eine neue Möglichkeit zur Diagnosestellung oder Telemedizin", schreibt das Onlinemagazin. Krankheiten wie Schlafapnoe oder Anzeichen für einen Schlaganfall zeichneten sich durch einen unregelmässigen Herzrhythmus aus.
Mit den Smartspeakern, die über die Sonarfunktion verfügen, könnten Nutzerinnen und Nutzer ihr Herz langfristig überwachen, ohne dass sie ein Gerät am Körper tragen müssten. Beim Experiment, an dem 26 gesunde Menschen und 24 Herzpatienten, die an Herzinsuffizienz oder Vorhofflimmern erkrankt sind, teilnahmen, zeigten sich aber auch einige Schwächen der Methode: Dicke Kleiderschichten beeinträchtigten die Messungen. Auch bei Personen mit Übergewicht waren die Ergebnisse teils ungenau.
Auch andere Geräte, die im Haushalt bereits vorhanden sind, können dabei helfen, die Gesundheit zu überwachen. So entwickelte der japanische Hersteller Toto eine Toilette, die über eine App Tipps zu Ernährung und Wohlbefinden gibt. Mehr zum Thema lesen Sie hier.
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