Nach Vorwürfen

Update: US-Präsident Joe Biden rudert gegenüber Facebook zurück

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von Silja Anders und ml

US-Präsident Joe Biden hat Facebook vorgeworfen, Menschen durch die Verbreitung von Falschinformationen zu töten. Jetzt rudert Biden zurück und erklärt, dass Facebook keine Menschen töte, Fehlinformationen diese aber gefährdeten.

(Source: nanomanpro / Fotolia.com)
(Source: nanomanpro / Fotolia.com)

Update vom 20. Juli 2021: US-Präsident Joe Biden revidiert seine Aussage über Facebook. Biden beklagte dass Facebook nicht genügend gegen Fehlinformationen auf seiner Plattform betreffend Covid-19 und der Impfung tue. Wie Heise.de berichtet, stellt Biden klar, dass nicht Facebook Menschen töte, sondern die Falschinformationen, die über das soziale Netzwerk verbreitet würden.

Als Reaktion auf die Frage einer Reporterin bezüglich seiner Aussage zeigte sich der US-Präsident froh, seinen Kommentar richtig stellen zu können. Schuld an der gefährlichen Verbreitung von Fehlinformationen über die Coronaimpfung seien ein Dutzend User. "Facebook tötet keine Menschen, diese zwölf Leute sind da draussen und verbreiten Fehlinformationen. Jeder, der ihnen zuhört, wird dadurch verletzt. Das tötet Menschen. Es sind schlechte Informationen", sagte Biden.

Originalmeldung vom 19. Juli 2021: Joe Biden: Falschinformationen töten Menschen

Auf Facebook kursieren immer wieder Falschmeldungen über das Coronavirus und die Impfung gegen Covid-19. US-Präsident Joe Biden wirft dem Social-Media Kanal jetzt vor, Menschen zu töten. Diese Aussage tätigte Biden auf einer Medienkonferenz vor dem Weissen Haus in Washington, D.C.. Durch die Fehlinformationen würden bisher Ungeimpfte in ihren Bedenken bestätigt. Dadurch entstehe eine "Pandemie unter Ungeimpften". Die Falschinformationen auf Twitter, Facebook und Youtube tragen demnach eine Mitschuld für die Vorbehalte gegen die Impfkampagne, wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet.

Facebook weist Vorwürfe von sich

Facebook-Sprecher Kevin McAlister wies die Vorwürfe des Präsidenten von sich und erklärte, dass der Kanal möglichst viele Informationen über Covid-19 zur Verfügung stelle und dafür mit Fachleuten zusammenarbeite. Gegenüber dem britischen Guardian liess er verlauten, dass mehr als zwei Milliarden Menschen verlässliche Informationen über Covid-19 und die Impfstoffe über Facebook erhalten hätten. Facebook stelle ausserdem das Programm "Vaccine Finder" zur Verfügung, worüber Impfwillige sich informieren könnten, wo und wann sie sich impfen lassen könnten.

In den USA sind aktuell über 56 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft, über 48 Prozent gelten als vollständig geimpft. Inzwischen gibt es jedoch mehr Impfstoff als Impfwillige, weshalb die US-Regierung Ungeimpfte nun dazu aufruft, sich möglichst bald impfen zu lassen. In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder gestiegen. Vor allem in Gebieten mit einer niedrigen Impfquote war dieser Anstieg zu beobachten.

Wie Jen Psaki, Sprecherin des Weissen Hauses laut 20 Minuten sagte, seien einige Beiträge mit Falschinformationen tagelang online. "Das ist zu lang, Informationen verbreiten sich zu schnell." Etwa zwei Drittel der Falschinformationen geht laut einer Studie des "Center of Countering Digital Health" (CCDH) auf nur zwölf Konten zurück, weshalb Facebook schneller reagieren müsse.

"Wir leben heute in einer Welt, in der Fehlinformationen eine unmittelbare und heimtückische Bedrohung für die Gesundheit unserer Nation darstellen", sagte Vivek Murthy, oberster Gesundheitsbeamter der US-Regierung und erklärt Falschinformationen offiziell zu einem Gesundheitsrisiko.

Biden greift Facebook damit nicht zum ersten Mal an. Mit einer neuen Verordnung will er den Tech-Markt regulieren und sagt Grosskonzernen wie Facebook, Google, Apple und Amazon den Kampf an. Mehr dazu können Sie hier lesen.

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