Microsoft Design und Image Creator

Microsoft integriert KI-Bildgenerator "DALL.E 2" in zwei Anwendungen

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von Yannick Chavanne und Übersetzung von aob

Der KI-basierte Bildgenerator "DALL.E 2" wird künftig in den Microsoft-Anwendungen Design und Image Creator verfügbar sein. Nach einer kurzen Implementierungsphase soll die Software gratis zur Verfügung stehen.

(Source: Turag Photography/unsplash)
(Source: Turag Photography/unsplash)

Im Rahmen seiner Hausmesse Ignite, hat Microsoft mehrere Lösungen und Tools angekündigt, die sich an Kreativschaffende im Bereich des Grafikdesigns richten. Zwei dieser neuen Produkte nutzen die neueste Version von DALL.E, die von "OpenAI" entwickelte KI, die Bilder aus Text erstellt.

In der auf Powerpoint basierenden Anwendung Microsoft Designer soll DALL.E 2 Illustrationen und Inhalte für das visuelle Marketing generieren. In seiner Ankündigung erklärt das Unternehmen aus Redmond, dass die Zeiten, in denen man zur Erstellung von Karten oder auch Social-Media-Inhalten bei Null anfangen oder tausende Vorlagen durchsuchen musste, vorbei sind. Mit der Option "start from scratch" reiche es aus, ein Bild zu beschreiben - die Software übernehme den Rest.

Microsoft Designer ist nach erfolgter Registrierung als Preview verfügbar. Sobald die Anwendung für eine allgemeine Bereitstellung bereit ist, wird sie kostenlos angeboten, wie Microsoft ankündigt. Für Abonnentinnen und Abonennten von Microsoft 365 soll zusätzlich eine Premiumversion mit mehr Funktionen zugänglich sein.

Das andere neue Tool von Microsoft, das DALL.E 2 nutzt, ist Image Creator, auf das über Bing und den Edge-Browser zugegriffen werden kann. Das Prinzip ist das gleiche wie bei Microsoft Designer: Um ein Bild zu erstellen, muss man nur eine Beschreibung, zusätzliche Hintergrundinformationen wie Ort oder Aktivität und einen künstlerischen Stil angeben.

Einschränkungen und Risikovermeidung

Microsoft betont, dass es auf die Risiken bei der Verwendung dieser Tools achtet. In Zusammenarbeit mit OpenAI ergreife die Firma verschiedene Massnahmen. So werden die Daten, die das Machine-Learning-Modell speisen, gefiltert, um pornografische und gewalttätige Bilder zu blockieren. Microsoft erklärte ausserdem, dass es Mechanismen eingebaut habe, um Missbrauch zu verhindern, wie beispielsweise das Blockieren von Anfragen zu "sensiblen Themen". In einem Dokument, das die Risiken und Einschränkungen seiner KI zur Bilderzeugung zusammenfasst, merkt OpenAI ausserdem an, dass die generierten Elemente durch algorithmische Verzerrungen eingeschränkt werden können. Beispielsweise würde eine Suchanfrage, die den Begriff "CEO" enthält, dazu neigen, Bilder mit einem weissen Mann zu produzieren. "Wir haben vor kurzem eine zusätzliche Technologie angewendet, die vielfältigere Bilder als Ergebnis liefert. Dies ist ein Bereich, an dem wir aktiv arbeiten und den wir ständig verbessern", heisst es in der Ankündigung von Microsoft.

DALL.E 2 und die Tools, die es nutzen, werfen zudem Fragen zum Urheberrecht auf, merkt die Fachseite Techcrunch zu Microsofts Ankündigungen an. Die populäre Bilddatenbank "Getty Image" habe beispielsweise Bilder, die mithilfe dieser Art von KI erstellt wurden, von ihrer Plattform verbannt, da urheberrechtlich geschützte Bilder verwendet werden, um diese Algorithmen zu trainieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass KI-gestützte Microsoft-Programme für Fragen bezüglich des Urheberrechts sorgen. An der Ignite im vergangenen Jahr lancierte das Unternehmen einen umstrittenen Programmierassistenten. Mehr dazu lesen Sie hier.

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