Partnerschaft mit Broadcom

Update: OpenAI präsentiert ersten Inferenz-Chip für KI-Modelle

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von Alexia Muanza und Vivienne Stary und René Jaun und cka, shu, jor, nki

OpenAI hat gemeinsam mit Broadcom seinen ersten eigenen Inferenz-Chip für grosse Sprachmodelle vorgestellt. Die ersten Prototypen laufen bereits im Labor, der produktive Einsatz soll Ende 2026 beginnen.

(Source: Levart_Photographer / unsplash.com)
(Source: Levart_Photographer / unsplash.com)

Update vom 26.06.2026: Acht Monate nach der Ankündigung ihrer Partnerschaft präsentieren OpenAI und Broadcom mit Jalapeño den ersten Inferenz-Chip, den OpenAI eigenen Angaben zufolge selbst entwickelt hat. 

Der Chip ist für den Betrieb grosser Sprachmodelle (LLMs) ausgelegt. OpenAI entwickelte ihn auf Basis der Anforderungen von ChatGPT, Codex, der eigenen API sowie künftiger KI-Agenten. Zudem soll die Architektur mit kommenden Generationen grosser Sprachmodelle kompatibel bleiben. Broadcom verantwortete unter anderem das Chipdesign auf Siliziumebene sowie Netzwerk und Konnektivität, während Celestica die Integration von Leiterplatten, Racks und Gesamtsystemen übernahm.

Erste Prototypen laufen bereits

Nach Angaben von OpenAI führen die ersten Entwicklungsprototypen bereits Machine-Learning-Workloads im Labor mit den angestrebten Produktionswerten bei Taktfrequenz und Leistungsaufnahme aus. Das Unternehmen verweist dabei unter anderem auf Tests mit GPT-5.3-Codex-Spark. Endgültige Leistungsdaten liegen zwar noch nicht vor, die bisherigen Messungen deuteten jedoch auf eine deutlich höhere Leistung pro Watt hin als bei aktuellen Lösungen. Einen ausführlichen technischen Bericht will OpenAI in den kommenden Monaten veröffentlichen.

OpenAI erklärt zudem, den Chip innerhalb von neun Monaten von der ersten Konzeption bis zum sogenannten Tape-out entwickelt zu haben. Dieser Meilenstein markiert den Abschluss des Chipdesigns vor der Fertigung. Das Unternehmen führt das hohe Tempo auf die Zusammenarbeit mit Broadcom sowie auf den Einsatz eigener KI-Modelle bei einzelnen Entwicklungs- und Optimierungsschritten zurück.

Produktiver Einsatz ab Ende 2026 geplant

Mit Jalapeño legt OpenAI den Grundstein für eine Chipplattform, die das Unternehmen kontinuierlich weiterentwickeln will. Den ersten produktiven Einsatz plant OpenAI bis Ende 2026. Anschliessend will das Unternehmen den Chip gemeinsam mit seinen Rechenzentrumspartnern schrittweise ausrollen.

Zudem kündigt Broadcom-Chef Hock Tan für künftige Chipgenerationen Rechenzentrumsinstallationen im Gigawatt-Massstab mit Microsoft und weiteren Partnern an.
 

Update vom 14.10.2025: 

OpenAI und Broadcom bestätigen gemeinsame Chip-Pläne

OpenAI und Broadcom bestätigen, was bisher nur gerüchteweise bekannt war: Die beiden Unternehmen spannen für die Halbleiterproduktion zusammen. Konkret wird OpenAI seine eigenen KI-Beschleuniger entwerfen, die das Unternehmen dann in Zusammenarbeit mit Broadcom entwickelt und betreibt, wie es in der gemeinsamen Mitteilung heisst.

Durch die Entwicklung eigener Chips und Systeme könne OpenAI seine Erkenntnisse aus der Entwicklung von KI-Modellen und Produkten direkt in die Hardware einfliessen lassen und so neue Leistungs- und Intelligenzstufen erschliessen, gibt sich OpenAI zuversichtlich.

Als angestrebtes Produktionsziel nennen Broadcom und OpenAi eine Leistung von 10 Gigawatts, die die gebauten Beschleuniger liefern sollen. Broadcom soll die Systeme ab der 2. Jahreshälfte 2026 und bis Ende 2029 bereitstellen.

Die vorgesehenen Racks seien vollständig mit Ethernet- und anderen Konnektivitätslösungen von Broadcom skaliert, schreiben die Partner. Eingesetzt werden sollen sie sowohl bei OpenAI selbst als auch in den Rechenzentren weiterer Partnerunternehmen.

In den vergangenen Monaten gaben mehrere Tech-Konzerne mitunter gigantische Investitionsprojekte in OpenAI bekannt. So planen OpenAI, Oracle und Softbank fünf KI-Rechenzentren; und Nvidia steckt rund 100 Milliarden US-Dollar in den ChatGPT-entwickler.

 

Originalmeldung vom 07.11.2024:

OpenAI plant erste eigene KI-Chips

OpenAI, der Entwickler hinter dem KI-Tool ChatGPT, arbeitet mit Broadcom und TSMC zusammen, um erste eigene KI-Chips zu bauen. Damit will das Unternehmen den aufgrund von KI wachsenden Bedarf an Rechenleistung abdecken, wie "Reuters" berichtet. OpenAI habe mit TSMC vereinbart, 2026 die ersten Chips zu produzieren. Die Timeline könne sich aber noch ändern. Das Unternehmen diversifiziert seine Chipversorgung zusätzlich mit Chips von AMD und Nvidia. 

OpenAI arbeite schon seit Monaten mit Broadcom zusammen für diese Chips, heisst es in dem Bericht. Das Unternehmen habe ein Team von 20 Personen zusammengestellt. Die Leitung übernahmen Thomas Norrie und Richard Ho. Die beiden haben zuvor bei Google an TPUs (Tensor Processing Units) gearbeitet.

Gemäss dem Bericht zog OpenAI verschiedene Optionen in Betracht, um die Chipversorgung zu diversifizieren und die Betriebskosten zu senken. Das Unternehmen rechne nämlich mit einem Verlust von 5 Milliarden US-Dollar im laufenden Geschäftsjahr - stark abhängig von den Ausgaben für Rechenleistung. Ein ursprünglicher Plan, ein Netzwerk aus Fabriken aufzubauen, gibt OpenAI nun auf. 

 

Übrigens: OpenAI hat Anfang November mit ChatGPT Search eine KI-Suchfunktion vorgestellt, die den Google-Bot ersetzen soll. Allerdings steht die Funktion noch nicht allen Nutzern zur Verfügung. Mehr dazu lesen Sie hier.

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