Wofür ChatGPT und Co. 2025 wirklich genutzt werden
Die generative KI gilt längst als vielseitiger Helfer bei technischen Problemen oder lästigen Schreibarbeiten. Doch dafür werden Chatbots immer seltener verwendet. Stattdessen dienen ChatGPT und Co. vielen Menschen als emotionale Unterstützung bei persönlichen Herausforderungen.
Vor gut zweieinhalb Jahren hat die künstliche Intelligenz mit dem kometenhaften Aufstieg von ChatGPT ihren Siegeszug begonnen. Schnell zeigte sich, dass die neuen Chatbots eine willkommene Erleichterung bei vielen alltäglichen Aufgaben sein können. Inzwischen wird das Aufkommen der generativen KI von Fachleuten gar als Beginn des "vierten industriellen Zeitalters" bezeichnet.
Doch wofür werden die Chatbots eigentlich genützt? Eine neue Studie der "Harvard Business Review" hat kürzlich die 100 häufigsten Anwendungen der generativen KI enthüllt – mit teils überraschenden Ergebnissen: Die drei wichtigsten Anwendungsbeispiele sind nämlich Therapie und Begleitung, die Organisation des eigenen Lebens sowie die Sinnsuche. Das zeigt deutlich: KI wird immer öfter nicht mehr vorrangig für technische Aufgaben, sondern als Werkzeug für emotionale Stabilität und persönliches Wohlbefinden eingesetzt.
Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer berichten in der Studie, wie ihnen KI-gestützte Gespräche geholfen haben – etwa bei der Verarbeitung von Trauer oder traumatischen Erfahrungen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die KI ist rund um die Uhr verfügbar, häufig kostenlos und urteilsfrei.
Natürlich gibt es auch erhebliche Einschränkungen: Chatbots können keine medizinischen oder psychologischen Diagnosen stellen, sie übernehmen keine Verantwortung, können nicht wirklich mitfühlen – und sie können dazu verleiten, professionelle Hilfe aufzuschieben oder ganz zu meiden.
Weniger Technik, mehr persönliches Wohlbefinden
Aber zurück zu den häufigsten Anwendungsbeispielen der generativen KI. Studienautor Marc Zao-Sanders hat die Ergebnisse in sechs Kategorien eingeteilt und mit den Resultaten von 2024 verglichen.
Während 2024 noch "Inhalte erstellen und bearbeiten" mit 23 Prozent an der Spitze lag, ist 2025 nun "Persönliche und berufliche Unterstützung" mit 31 Prozent die wichtigste Kategorie. Auf Platz zwei folgt "Inhalte erstellen und bearbeiten" mit 18 Prozent. Es folgen "Lernen und Bildung" (16 Prozent) sowie "Technische Hilfe und Problemlösung" (15 Prozent).
Deutlich weniger werden die Chatbots für "Kreativität und Freizeit" oder zur "Forschung, Analyse und Entscheidungsfindung" genutzt.
Die Studie zeigt aber auch, dass die Benutzerinnen und Benutzer immer anspruchsvoller werden. Themen wie die Korrektheit der Antworten oder Datenschutz werden häufig diskutiert und auch als problematisch angesehen. Dennoch empfinden die meisten User die Unterstützung durch generative KI als hilfreich oder gar bereichernd.
Dieser Artikel ist zuerst bei "Watson" erschienen.
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