CES 2026: Lenovo zeigt KI-Brille und -Display der Zukunft
Zur CES in Las Vegas präsentiert Lenovo aktuelle Versionen seiner Laptops, Tablets und vieler dazugehörender Gadgets. Das Unternehmen zeigt dem Publikum aber auch ein paar Konzeptgeräte, von den "AI Glasses" bis zur besonders anpassbaren Tastatur.
Auch 2026 nutzt Lenovo die Gunst der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, um die Neuheiten in all seinen Gerätekategorien zu präsentieren. In erster Linie handelt es sich dabei um aktualisierte Versionen bereits bekannter Geräte, allerdings sind auch dieses Jahr ein paar neuartige Prototypen dabei.
Mehr Leistung und besser reparierbar
Im Bereich der portablen Business-Geräte hat Lenovo etwa die 14. Generation des Notebooks Thinkpad X1 Carbon und die 11. Ausführung des Laptop-Tablet-Hybriden Thinkpad X1 2-in-1 im Gepäck. Beide bezeichnet Lenovo als "Ultra-Premium-Business-Notebooks". Für die Prozessorleistung sorgen Intel-Core-Ultra-X7-Series-3-Prozessoren, mit eingebauter Intel Arc GPU mit 12Xe-Kernen. Neural Processor Units (NPUs) sind natürlich dabei, somit gelten die Geräte als Copilot+-kompatibel. Ferner weist Lenovo auf die eingebaute 10-Megapixel-Kamera hin. Doch ganz besonders scheint Lenovo die Reparierbarkeit der neuen Geräte am Herzen zu liegen: Dank einer Überarbeitung des Innenraums platziere man Komponenten neu auf beiden Seiten der Hauptplatine. Das verbessere nicht nur Kühlung und Leistung, sondern mache etwa den Austausch von USB-Anschlüssen einfacher. Ausserdem schaffe das Redesign Platz für ein grösseres haptisches Touchpad, merkt Lenovo an.

Das Thinkpad X1 Carbon Gen 14 und Thinkpad X1 2-in-1 Gen 11 Aura Editions. (Source: zVg)
Für besonders hohe Leistung steht das Notebook Thinkpad X9 15p. Lenovo bewirbt hier den starken Prozessor, die bis zu 564 Gigabyte an schnellem Arbeitsspeicher, ein Audiosystem mit 6 Lautsprechern und "das grösste haptische Touchpad eines Thinkpads".
All diese Laptops kommen voraussichtlich im April 2026 in den hiesigen Handel, wie Lenovo mitteilt.
Für den stationären Betrieb bietet Lenovo den Thinkcentre X AIO und den Thinkcentre X Tower an. Ersterer ist ein Komplett-PC, der sich unter anderem durch sein Display auszeichnet: Es hat eine Diagonale von 27 Zoll, ist jedoch beinahe quadratisch, im 16:18-Format. Der X Tower wiederum punktet laut Mitteilung mit besonders hoher Rechenleistung. Wann diese Geräte in den Handel kommen, will Lenovo zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.
Ein Prototyp wird marktreif
Auch zum Marktstart des Thinkbook Plus Gen 7 Auto Twist macht Lenovo noch keine konkreten Angaben. Das Unternehmen schreibt aber, das Gerät habe sich "vom Konzept zur kommerziellen Realität entwickelt". Der Zusatz "Auto Twist" bezieht sich dabei auf das im Notebook eingebaute, motorisierte Doppel-Drehgelenk. Mit diesem passe das Gerät das Display (inklusive Lautsprecher) automatisch an die Körperhaltung, den Modus oder den Präsentationswinkel an, wie Lenovo schreibt. Das Gerät lässt sich demnach im Notebook-, Tablet- oder Sharing-Modus betreiben.

Das Thinkbook Plus Gen 7 Auto Twist. (Source: zVg)
Noch viel länger ist die Liste der Neuheiten aus Lenovos Consumer-Portfolio. Dazu gehören das Notebook Yoga Pro 9i, das 27-Zoll-Display Yoga Pro 27UD-10 und der besonders kleine Desktop Yoga Mini i. Im Tablet-Sortiment gibt es das Ideapad Pro 5i mit 2,8K-OLED-Display oder – wer gleichzeitig einen Laptop haben möchte – das Ideapad 5x 2-in-1. Wann die neuen Consumer-Produkte im Schweizer Markt erhältlich sind und wie viel sie kosten, teilt Lenovo aktuell noch nicht mit.
Der Super-Agent verbindet alles
Softwareseitig stellt Lenovo dieses Jahr insbesondere "Qira" vor - "eine integrierte geräteübergreifende Intelligenz", wie das Unternehmen mitteilt. Mitunter spricht Lenovo auch von der "persönlichen Umgebungsintelligenz" oder sogar dem "Superagenten", der alles miteinander verbinde. "Qira" soll demnach nicht nur auf ausgewählten Lenovo-, sondern auch auf Motorola-Geräten verfügbar sein (Laptops, Smartphones, Wearables und so weiter), wobei die Kontinuität beim Wechseln zwischen Bildschirmen, Aufgaben und Umgebungen gewahrt bleibe. Sie laufe und denke im Hintergrund mit, lerne die Absichten des Users kennen, antizipiere dessen Bedürfnisse und handle dann "auf eine Weise, die sich natürlich und persönlich anfühlt", schreibt der Hersteller.
Lenovo bewirbt "Qira" als datenschutzfreundlich: Die hybride KI-Architektur priorisiere die Verarbeitung auf dem Gerät, um persönliche Daten lokal zu halten, während sichere Cloud-Dienste die Funktionen mit starken Sicherheitsvorkehrungen und Benutzerkontrolle erweiterten, teilt das Unternehmen etwa mit.
Die konkreten Beispiele für "Qira"-Aktionen, die Lenovo aufzählt, wirken allerdings noch eher bescheiden. So soll das Tool etwa "nützliche nächste Massnahmen" anzeigen, damit sie "ohne zusätzliche Schritte weiterkommen". Die KI helfe beim Verfassen von Mails, Notizen oder Dokumenten, wobei sie sich dem Tonfall und der Absicht des Users anpasse. Ferner ermögliche sie multimodale Interaktion in Echtzeit, während User ihre Kamera oder ihren Bildschirm freigeben. Sie könne etwa Online-Meetings protokollieren und zusammenfassen. Und kehrt der User nach einer Abwesenheit zurück, bietet "Qira" ein "Catch Me Up"-Feature. Erweitert werden die KI-Funktionen durch ein Partner-Ökosystem, zu dem etwa Stability AI, Notion, Perplexity oder Expedia gehören.
Lenovo und Motorola werden "Qira" ab dem 1. Quartal 2026 schrittweise einführen.
Brille, Displays, Tastatur
Als Prototypen zeigte Lenovo ein paar neue Tüfteleien mit rollbaren Displays, von denen das Unternehmen vergangenes Jahr ein erstes auf den Markt brachte. Das Legion Pro Rollable Concept etwa, ist ein 16-Zoll-Laptop mit einem Bildschirm, der sich horizontal von 16 Zoll auf 21,5 Zoll bis 24 Zoll vergrössern lässt. Lenovo preist das Gerät insbesondere für E-Sportlerinnen und E-Sportler an, die damit zwar schlank reisen, dank dem vergrösserbaren Bildschirm aber dennoch an grossen Tournieren teilnehmen können.
Auch das Thinkpad Rollable XD hat ein ausrollbares Display, welches die Fläche von 13,3 Zoll auf annähernd 16 Zoll vergrössert. Als Novum lasse sich das Display auch nach aussen klappen, merkt Lenovo an.

Das Legion Pro Rollable Concept 24 Zoll Arena Mode. (Source: zVg)
Die "AI Glasses" ist Lenovos Versuch einer KI-Brille. Sie verfüge über "intuitive Touch- und Sprachsteuerung, Freisprecheinrichtung, einen Teleprompter für Präsentationen und Vorträge sowie Musikwiedergabe", erklärt Lenovo. Das 45 Gramm schwere Gadget funktioniert jedoch nur in Verbindung mit gekoppelten Smartphones oder PCs.
Wesentlich grösser sind die KI-Displays. Das Smart Sense Display etwa zeigt Inhalte mehrerer Geräte an, besitzt aber auch einen integrierten KI-Assistenten, der eine einfache Steuerung mehrerer Geräte per Sprache oder Touch-Gesten ermögliche. Das AI-Powered Personalized Display wiederum passe seine Helligkeit und Farbtemperatur automatisch an. Dazu überwacht und reagiert es auf das Wohlbefinden des Users und trackt etwa die Körperhaltung oder die Augenermüdung.

Self-Charging Kit Concept von Lenovo lädt sich über Licht auf. (Source: zVg)
Beim Adaptable Keyboard handelt es sich laut Lenovo um eine anpassungsfähige und kompakte Tastatur für Benutzerinnen und Benutzer, die eine individuelle Tastatur für verschiedene Szenarien benötigen. Sie verfügt über einstellbare Hub- und optische Auslösesteuerungen, mit denen die erforderliche Kraft für Tastenanschläge geändert werden kann. Und schliesslich zeigt Lenovo noch das Self-Charging Kit Concept. Es umfasst eine Tastatur und eine Maus, die ihre Energie aus Licht gewinnen. Das funktioniere schon bei einer Beleuchtungsstärke von nur 50 Lux, fügt Lenovo hinzu.
Übrigens lancieren auch ein paar Schweizer Unternehmen neue Produkte zur CES. Hier erfahren Sie, welche EMPA-Spin-offs sich dem Publikum vorstellen.
Red Hat schraubt an seinem globalen Partnerprogramm
CES 2026: Samsung zeigt für KI optimierte OLED-Konzepte
OpenAI erweitert ChatGPT um Gesundheitsbereich
CERN ernennt eine CIO
CES 2026: Lenovo zeigt KI-Brille und -Display der Zukunft
Online Group besetzt CISO und COO in Personalunion
Bechtle bündelt internationale Aktivitäten
Cyberkriminelle locken mit vermeintlichen Axa-Rückerstattungen
CES 2026: Meta macht Ray-Ban Display zum Teleprompter