Wie die MINT-Branchen ihre Nachwuchsförderung stärken können
An der ersten National Conference of Engineers haben Vertreterinnen und Vertreter aus MINT-Berufen diskutiert, wie sie mehr junge Menschen – insbesondere Frauen – für Ingenieur-, MINT- und Tech-Berufe begeistern können. Die Teilnehmenden sprechen sich für ein koordiniertes Handeln von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft ein.
Förderinitiativen für künftige MINT-Fachkräfte gibt es scheinbar mehr als genug. Auf der Plattform "educamint.ch" sind über 800 Angebote verzeichnet, wie der Engineers’ Day mitteilt. Dennoch suchen die MINT-Branche (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik) und das Ingenieurwesen nach wie vor händeringend mehr Nachwuchs.
Warum das so ist und wie sich das ändern liesse, diskutierten die Gäste an der ersten National Conference of Engineers. Der Event, organisiert vom Engineers Day und der Hochschule Luzern (HSLU), fand am 4. März 2026 statt. Insgesamt trafen sich rund 40 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Verbänden und Studierendenschaft, wie die Organisatoren schreiben.
Während es, wie erwähnt, in der Schweiz nicht an Förderinitiativen mangelt, stellten die Teilnehmenden Herausforderungen in der Koordination, der Finanzierung und einer besseren Sichtbarmachung der Initiativen" fest.
In thematischen Workshops entwickelten die Teilnehmenden gemeinsam konkrete Massnahmen, die sie anschliessend reflektierten, schärften und ergänzten. Besonders wertvoll habe sich dabei die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die aktive Einbindung von Studierenden erwiesen, schreiben die Organisatoren. Letztere hätten neue Perspektiven und praxisnahe Impulse eingebracht.
Roadmap mit fünf Stossrichtungen
Als Fazit halten die Veranstalter fest: "Nur wenn Wirtschaft, Verbände, Hochschulen, Verwaltung und Politik ihre Kräfte strategisch bündeln, lassen sich die grossen Transformationsaufgaben erfolgreich bewältigen".
Etwas konkreter skizzieren die Organisatoren eine gemeinsame Roadmap mit fünf Stossrichtungen:
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Engineering sichert die Zukunft der Schweiz: Kompetenzen von Ingenieurinnen und Ingenieuren sind eine zentrale Grundlage für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand in der Schweiz.
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Engineering neu erzählen: Das Berufsbild muss stärker als gesellschaftlich relevanter Beitrag zum Lösen komplexer Probleme vermittelt werden - verständlich, nahbar und jenseits von Klischees.
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Sichtbarkeit entsteht durch konkrete Beispiele: Konkrete Projekte und Alltagsbeispiele zeigen, welchen Nutzen Engineering für Gesellschaft und Wirtschaft schafft.
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Nachwuchs früh begeistern: Kinder und Jugendliche sollen früh erleben, wie spannend und sinnvoll Engineering sein kann - durch Schulen, diverse Vorbilder und praktische Einblicke in reale Projekte.
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Kräfte national bündeln: Um Engineering langfristig zu stärken, braucht es eine nationale Vernetzung, koordinierte Aktivitäten und einen kontinuierlichen Austausch zwischen Bildung, Wirtschaft, Verbänden und Politik.
Mit der National Conference of Engineers soll es weiter gehen. Die nächste Ausgabe, geplant für den 4. März 2027, soll grösser werden, wie die Veranstalter schreiben. Unter anderem wollen sie an der nächsten Konferenz auch eine nationale Deklaration verabschieden.
Lesen Sie auch: Frauen wünschen sich in MINT-Berufen vor allem eine offene Arbeitskultur, Wertschätzung und flexible Arbeitsmodelle. Eine Studie der Ostschweizer Fachhochschule hat untersucht, wie MINT-Unternehmen Frauen langfristig binden können.
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