Fokus auf Kerngeschäft

Update: OpenAI sagt Tschüss zum KI-Videogenerator Sora

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von Valentina Graziano und Dylan Windhaber und rja, jor

OpenAI legt den Fokus wieder stärker auf das Geschäft mit Unternehmen und gibt dafür sein Projekt mit der Video-KI Sora auf. Durch den Schritt platzt offenbar auch ein geplanter Milliarden-Deal mit Disney.

(Source: Levart_Photographer / unsplash.com)
(Source: Levart_Photographer / unsplash.com)

Update vom 25.03.2026: Der ChatGPT-Entwickler OpenAI verabschiedet sich von seiner Video-KI Sora, nur fünf Monate nach den Releases von Sora 2 und der zugehörigen App. Während eine offizielle Pressemitteilung noch aussteht, hat sich das Sora-Team bereits in einer Mitteilung auf der Kurznachrichtenplattform X von seinen Usern verabschiedet. Darin kündigt es weitere Informationen zu Zeitplänen für die Abschaltung der App und der API sowie zur Datensicherung an.

Der Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Der neue Fokus soll auf dem Kerngeschäft, also auf Geschäfts- und Programmierfunktionen von ChatGPT, liegen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge stand das Ende von Sora intern schon länger zur Debatte. Eine nicht namentlich genannte Quelle gab demnach an, der Betrieb der KI-Video-App habe derart hohe Ressourcen erfordert, dass die Entwicklung in anderen Teams beeinträchtigt wurde.

Mit der Einstellung von Sora scheitert offenbar auch die im Dezember 2025 geplante Partnerschaft mit Disney. Wie unter anderem das "ICTjournal" berichtete, war geplant, dass Disney 200 Charaktere für die Nutzung in Sora freigibt. Im Gegenzug hätte Disney eine Investition in OpenAI in Höhe von einer Milliarde US-Dollar getätigt.

Sora, mit dem User seit 2024 per Texteingabe Videos generieren konnten, stand seit seiner Einführung immer wieder in der Kritik von Rechteinhabern bezüglich der Trainingsdaten. OpenAI reagierte darauf, indem es Urhebern mehr Kontrolle und eine Umsatzbeteiligungsmodell anbot

 

Originalmeldung vom 01.10.2025:

OpenAI bringt Version 2 seiner Video-KI als Social-Media-App

OpenAI lanciert mit Sora 2 eine neue Version seines Video-KI-Modells. Zugleich veröffentlicht das KI-Unternehmen die gleichnamige Social-Media-App "Sora", die auf Sora 2 basiert. Die Video-KI, die zunächst nur in den USA und Kanada verfügbar ist, wirft bei Kritikern Fragen zur digitalen Identität auf.

OpenAI hat mit Sora 2 die zweite Version seiner Video-KI veröffentlicht. Die Technologie soll komplexe Anweisungen über mehrere Szenen hinweg umsetzen und gleichzeitig den realistischen Weltzustand beibehalten können, wie OpenAI in einem Blogbeitrag schreibt. Das ursprüngliche Sora-Modell wurde im Februar 2024 lanciert, im Dezember 2024 machte OpenAI die Text-zu-Video-KI für zahlende Nutzer zugänglich. 

Sora 2 könne physikalisch genauer sein und in puncto Steuerbarkeit einen grossen Fortschritt bringen. Wie es weiter heisst, erzeuge die Video-KI auch Sprache, Soundeffekte und komplexe, realitätsnahe Hintergrundklanglandschaften.

Sora-App für iPhone-User

Parallel zur neuen Version der Video-KI lanciert OpenAI die gleichnamige App "Sora" für iOS, die auf Sora 2 basiert. Die App ermögliche das Erstellen und Remixen von Videos sowie das Entdecken neuer Inhalte in einem anpassbaren Feed. Der Feed soll den Fokus auf kreative Anwendungen legen, wie das KI-Unternehmen schreibt. Die sogenannte Cameo-Funktion erlaube es Usern zudem, Aufnahmen von echten Personen in KI-generierte Szenen einzufügen. 

Die Sora-App ist laut OpenAI nur auf Einladungsbasis in den USA und Kanada verfügbar. User werden demnach benachrichtigt, sobald der Zugriff freigeschaltet ist. 

OpenAI verspricht mehr Schutz für User

Ein weiteres Feature, das OpenAI der Video-KI verpasst hat, ist ein "Safer by Design"-Konzept. Dazu gehören laut Blogbeitrag Herkunftsnachweise, Einwilligungsprozesse, Kindersicherungen, mehrstufige Filter für schädliche Inhalte und Schutzmechanismen für Audioinhalte. 

Kritische Stimmen sprechen von verharmlostem Deepfake-Werkzeug

Das neue Modell sei "alles andere als perfekt und enthält zahlreiche Fehler, aber es ist ein Beleg dafür, dass wir durch die weitere Skalierung neuronaler Netzwerke auf der Grundlage von Videodaten der Simulation der Realität näher kommen". Dies schreibt OpenAI in seinem Blogbeitrag.

Während das KI-Unternehmen insbesondere die kreativen Möglichkeiten hervorhebt, sprechen kritische Stimmen laut "T3N" eher von einer "Verharmlosung der Deepfake-Technologie". Auch das Medienportal "The Verge" bezeichnet Sora 2 als Werkzeug, mit dem User grundsätzlich all ihre Freunde und Bekannten "deepfaken" könnten. Für Kritiker wirft die Video-KI demnach grundlegende Fragen nach der digitalen Identität auf. 

 

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