KI kann IT-Wertschöpfung in die Schweiz zurückbringen
Der Einsatz von KI-Agenten im IT-Bereich eröffnet das Potenzial, mehr Projekte wieder in der Schweiz durchzuführen. Was Unternehmen in den vergangenen Jahren ins Ausland ausgelagert haben, könnten künftig kleinere Teams im Inland mithilfe von KI zu vergleichbaren Kosten übernehmen.
Seit Jahren leidet der IT-Standort Schweiz unter Near- und Offshoring - insbesondere die Softwareentwicklung findet heute vermehrt im Ausland statt. Unternehmen sehen jedoch aufgrund steigender Kosten und fehlender Fachkräfte oft keine andere Lösung. Doch nun zeichnet sich mit KI-Agenten eine Alternative ab, wie Inacta in einer Mitteilung schreibt. Demnach sieht der Zuger IT-Berater im "Agentic Coding" die Chance, Wertschöpfung in die Schweiz zurückzuholen.
Agentische KI-Systeme für die Softwareentwicklung verändern die Kostenstruktur laut Mitteilung grundlegend. Mithilfe von KI-Agenten könnten kleine Teams in der Schweiz dieselben Leistungen erbringen wie grosse Offshoring-Teams. Und wenn die Kosten im In- und Ausland vergleichbar seien, gewinne der Standort Schweiz dank anderer Vorteile: So würden etwa Zeitzonenunterschiede und kulturelle Reibungen plötzlich keine Probleme mehr darstellen und Unternehmen könnten von der Rechtssicherheit sowie hohen Datenschutzstandards profitieren.
Inacta nennt verschiedene Projekttypen, die sich für eine Rückverlagerung eignen sollen. So könnte KI etwa Transformationsprojekte ermöglichen, die Unternehmen bislang aus Kostengründen nicht umgesetzt haben. Hinzu kommen gemäss Mitteilung Enablement-Projekte, also die Erweiterung bestehender Produkte und Prozesse mit KI. Und drittens könnten neue Projekte plötzlich wirtschaftlich werden, die Unternehmen bislang aufgrund der Kosten gar nicht in Betracht gezogen haben.
Basierend auf öffentlich verfügbaren Marktdaten schätzt Inacta, dass dadurch jährlich Wertschöpfung von bis zu 1,5 Milliarden Franken wieder in die Schweiz zurückfliessen könnte. Das sei nicht nur eine Chance für einzelne Unternehmen, sondern für den gesamten Wirtschaftsstandort Schweiz.

Ralf Glabischnig, Mitgründer und Verwaltungsrat der Inacta Group. (Source: Inacta)
"Wir haben als Schweizer Wirtschaft über Jahre akzeptiert, dass bestimmte IT-Leistungen im Ausland günstiger erbracht werden", sagt Inacta-Mitgründer Ralf Glabischnig und ergänzt: "Diese Prämisse gilt nicht mehr. Die Frage ist, ob wir die Konsequenz daraus ziehen und die Wertschöpfung aktiv zurückholen."
Inacta arbeitet übrigens seit kurzem mit dem deutschen Unternehmen Vier zusammen. Bei der Partnerschaft geht es um neue KI-Lösungen für den Kundendienst, wie Sie hier lesen können.
Adesso ernennt neuen Leiter für Schweizer Microsoft-Geschäft
KI kann IT-Wertschöpfung in die Schweiz zurückbringen
KI drängt Nachwuchskräfte aus Bürojobs
HPs neuer Channel-Chef über die Potenziale, die Partner nun anpacken sollten
Führung ist Spiegelung: wie Ihre Führung, so Ihr Team
Voicemail-Betrugsmasche setzt auf Microsoft-365-Look
Update: Abilis tritt der Stammgemeinschaft Cara bei
Und täglich grüsst das Murmeltier
Wie sich eine Konversation mit ChatGPT manchmal anfühlt