Anthropic könnte Claude-Nutzer künftig per Ausweis verifizieren
Anthropic verschärft die Sicherheitsmassnahmen für Claude: Laut einer aktualisierten Datenschutzrichtlinie müssten einige Nutzerinnen und Nutzer künftig unter bestimmten Umständen ihre Identität mit einem amtlichen Ausweis nachweisen.
Anthropic könnte Nutzerinnen und Nutzer von Claude künftig auffordern, ihr Alter und ihre Identität zu bestätigen. Das geht aus einer aktualisierten Datenschutzrichtlinie des US-amerikanischen KI-Unternehmens hervor, die am 8. Juli 2026 in Kraft treten soll. Die Änderungen betreffen laut Anthropic nur Claude Free, Pro und Max. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, seine Dienste dadurch sicher zu halten.
Anthropic lässt jedoch offen, unter welchen Voraussetzungen User einen gültigen Lichtbildausweis vorlegen müssten. In den angepassten Datenschutzbestimmungen ist lediglich die Rede davon, dass man "unter bestimmten Umständen" gebeten werde, das Alter oder die Identität zu verifizieren. Gemäss "Heise" soll die Identitätsprüfung nach Angaben eines Anthropic-Mitarbeitenden auf der Plattform X allerdings nur eine kleine Untergruppe von Nutzern betreffen, die wegen potenziell betrügerischer Aktivitäten markiert worden seien. Ansonsten habe das Unternehmen die Änderung auf Anfrage von "Heise" nicht kommentiert.
Für Altersprüfungen nutzt Anthropic gemäss Bericht bisher unter anderem den Dienstleister Yoti. Dabei versichere das Unternehmen, selbst keinen Zugriff auf Ausweise oder Gesichtsbilder zu haben; die Daten würden nach der Prüfung gelöscht. Für die neu beschriebene Identitätsprüfung nennt Anthropic in seinem Supportbereich hingegen Persona Identities als Verifizierungspartner.
Datenschutz wirft Fragen auf
Wie "Heise" berichtet, stösst der Einsatz von Persona Identities als Verifizierungspartner auf Kritik. Nach Angaben von Anthropic werden Ausweis und Selfie von dem Dienstleister erfasst und gespeichert. Anthropic selbst speichere die Bilder nicht, könne bei Bedarf aber über die Plattform von Persona auf die Verifizierungsdaten zugreifen, etwa zur Prüfung eines Einspruchs.
Im Supportbereich erklärt Anthropic zudem, Verifizierungsdaten blieben grundsätzlich zwischen Nutzer, Persona und Anthropic. Eine Weitergabe erfolge nur, wenn das Unternehmen "gesetzlich zur Beantwortung gültiger Rechtsvorgänge verpflichtet" sei. Der KI-Entwickler betont ausserdem, die Verifizierungsdaten ausschliesslich zur Identitätsprüfung und Betrugsprävention zu verwenden. Sie würden nicht zum Training der KI-Modelle genutzt; zudem verkaufe das Unternehmen nach eigenen Angaben keine Nutzerdaten.
Wie "TechCrunch" berichtet, könnte die Einführung der Identitätsprüfung auch im Zusammenhang mit dem zunehmenden regulatorischen Druck auf Anthropic stehen. Beobachter vermuten demnach, Anthropic reagiere damit unter anderem auf Konflikte mit der Trump-Regierung. Das KI-Unternehmen selbst hat einen solchen Zusammenhang bislang nicht bestätigt.
Die US-Regierung hatte Anthropic übrigens angewiesen, sein erstes öffentlich verfügbares Mythos-Modell wieder vom Netz zu nehmen. Lesen Sie hier mehr dazu.
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