Update: Post streicht weniger IT-Stellen als geplant
Die Post rechnet bei ihrer IT-Reorganisation mit weniger Stellenstreichungen als zunächst vorgesehen. Nach dem Konsultationsverfahren geht der Konzern noch von höchstens 40 gestrichenen Stellen und 20 Änderungen von Arbeitsverträgen aus.
Update vom 20.08.2026: Die IT-Reorganisation der Schweizerischen Post dürfte weniger Stellen kosten als ursprünglich angekündigt. Nach Abschluss des im Juni gestarteten Konsultationsverfahrens rechnet der Konzern mit höchstens 40 Stellenstreichungen und 20 Vertragsänderungen. Zunächst waren es noch bis zu 57 Stellenstreichungen und rund 22 Vertragsänderungen.
Wie eine Sprecherin der Post gegenüber der Westschweizer Tageszeitung "Le Temps" (Paywall) sagte, verzichtet der Konzern unter anderem darauf, gewisse vakante Stellen neu zu besetzen. Auch natürliche Abgänge hätten dazu beigetragen, die Zahl der betroffenen Mitarbeitenden zu verringern. Betroffen sind vor allem Funktionen im IT-Management und im IT-Support. Die Post will die Massnahmen frühestens per 1. Januar 2027 umsetzen.
Zudem setzt die Post den geplanten Ausbau ihres IT-Hubs in Lissabon bis auf Weiteres aus. Sie begründet den Schritt mit den Auswirkungen der Reorganisation auf die Mitarbeitenden in der Schweiz. Einen direkten Zusammenhang zwischen den Stellenmassnahmen in der Schweiz und dem Standort Lissabon verneint der Konzern jedoch.
Originalmeldung vom 04.06.2026:
Post streicht rund 60 IT-Stellen
Die Schweizerische Post baut ihre IT-Organisation um und plant den Abbau von rund 60 Stellen in der Schweiz, wie die Westschweizer Tageszeitung "Le Temps" (Paywall) berichtet. Für rund 20 weitere Mitarbeitende seien neue Aufgaben oder ein anderer Arbeitsort vorgesehen. Aktuell beschäftigt die Post hierzulande rund 1500 Mitarbeitende im IT-Bereich.
Die Post spricht von einer Neuausrichtung ihrer IT und führt derzeit Gespräche mit den Mitarbeitenden sowie den Sozialpartnern. Mitte Juni soll ein Konsultationsverfahren starten. Gegenüber "Le Temps" teilte das Unternehmen mit, die derzeitigen Planungen sähen einen Stellenabbau in dieser Grössenordnung vor. Verbindliche Zahlen seien erst nach Abschluss des Verfahrens zu erwarten, voraussichtlich im Herbst.
Für Kritik sorgt insbesondere die frühere Verlagerung von IT-Arbeitsplätzen nach Portugal. Die Post hatte im vergangenen Jahr angekündigt, ihr IT-Zentrum in Lissabon auszubauen und dort bis zu 200 zusätzliche Stellen zu schaffen. Damals betonte das Unternehmen, dass dieser Schritt ohne Entlassungen in der Schweiz erfolgen werde.
Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert die aktuelle Entwicklung scharf. Die Verlagerung von IT-Arbeitsplätzen nach Portugal sei in den vergangenen Jahren mit dem Fachkräftemangel begründet worden. Wenn nun Stellen in der Schweiz wegfielen, müsse die Post diese Strategie überdenken. Informatikarbeitsplätze seien für den Service public, die Datensicherheit und die digitale Infrastruktur des Unternehmens von zentraler Bedeutung und sollten deshalb möglichst im Inland bleiben.
Die Post betont, dass ein weiterer Ausbau des Standorts in Portugal derzeit nicht vorgesehen sei. Als Grund für die geplanten Massnahmen nennt das Unternehmen den laufenden Umbau seiner IT. Die Post will ihre Systeme vereinfachen, interne Abläufe beschleunigen und Kosten senken. Zudem soll künstliche Intelligenz künftig stärker zum Einsatz kommen.
Syndicom fordert die Post dazu auf, betroffene Mitarbeitende frühzeitig zu informieren und sie mit Weiterbildungs- oder Umschulungsangeboten zu unterstützen. Auch Frühpensionierungen und ein Sozialplan gehörten aus Sicht der Gewerkschaft zu den möglichen Massnahmen. Zudem verlangt sie eine Überprüfung der Führungsstrukturen. Es sei schwer nachvollziehbar, Stellen im operativen Bereich abzubauen, ohne gleichzeitig die Managementebenen zu hinterfragen.
Der geplante Stellenabbau steht nicht für sich allein. Bereits im Januar 2024 kündigte die Post an, bis zu 110 Vollzeitstellen in Supportfunktionen abzubauen. Im Juli 2025 folgte die Ankündigung, weitere 50 Stellen in der IT abzubauen.
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