VBS schafft Zentrum für schnellere Drohnenentwicklung
Das VBS schafft ein Zentrum für unbemannte Systeme, um die Entwicklung, Erprobung und Integration von Drohnen und Robotik in der Armee zu beschleunigen. Die neue Struktur soll Truppe, Armasuisse, Hochschulen und Industrie zusammenbringen.
Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) baut seine Strategie rund um Drohnen, Robotik und Drohnenabwehr aus. Das Departement kündigt unter anderem in einer Mitteilung die Schaffung eines zivil und militärisch ausgerichteten Zentrums für unbemannte Systeme an. Gleichzeitig sind gezieltere Beschaffungen sowie eine Überprüfung der Zuständigkeiten und rechtlichen Grundlagen im Bereich der Drohnenabwehr vorgesehen.
Das VBS begründet diese Ausrichtung mit der veränderten Bedrohungslage. In Verbindung mit künstlicher Intelligenz hätten Drohnen und Robotik die Kriegsführung grundlegend verändert, hält das Departement fest. Zudem beobachtet es eine Zunahme von Drohnenflügen über militärischen und kritischen Infrastrukturen in der Schweiz. Die Strategie knüpft an die vom Bundesrat im Juni 2026 vorgestellten Leitlinien an. Diese sahen bereits die Schaffung eines Drohnenbataillons ab 2028 vor.
Ein Zentrum zwischen Truppe, Forschung und Industrie
Das neue Zentrum soll aus einem Tech Hub und einem militärischen Kommando bestehen. Im Technologiezentrum sollen die Bedürfnisse der Truppe, die Kompetenzen von Armasuisse sowie das Know-how von Hochschulen, Start-ups und Industrie zusammengeführt werden. Die beteiligten Akteure sollen gemeinsam neue Lösungen entwickeln, bevor diese der Armee zur Verfügung gestellt werden, schreibt das VBS.
Das militärische Kommando wiederum soll eine Erprobungs- und eine Ausbildungsstruktur umfassen. Neue Systeme wolle man dort unter möglichst realistischen Bedingungen testen. Gleichzeitig sollen die Erfahrungen der Truppe rasch an die Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft zurückfliessen. Das Kommando wird zudem für die Ausbildung des künftigen Drohnenbataillons zuständig sein. Eine spezialisierte Rekrutenschule soll parallel dazu die erforderlichen Kompetenzen aufbauen und den Nachwuchs für die Einheit sicherstellen. Das Zentrum soll auch anderen Bundesdepartementen, den Kantonen und Blaulichtorganisationen offenstehen.
Beschaffungen in kürzeren Zyklen
Parallel dazu verstärke das VBS seine Fähigkeiten bei Drohnen und bei Systemen zu deren Abwehr. Erste solche Systeme habe man bereits eingeführt. Das Rüstungsprogramm 2027 sieht laut Mitteilung zusätzliche Mittel vor, um weitere Infrastrukturen und militärische Verbände zu schützen und das künftige Drohnenbataillon auszurüsten.
Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung wolle die Armee Systeme künftig gezielter, in kleineren Stückzahlen und in kürzeren Zyklen beschaffen. Systeme, die sich bewährt haben, sollen anschliessend rasch der Truppe zur Verfügung gestellt und auf Basis der gesammelten Erfahrungen weiterentwickelt werden.
Schliesslich will das Departement gemäss Mitteilung die Zuständigkeiten bei der Drohnenabwehr klären. Eine interdepartementale Arbeitsgruppe unter der Leitung des VBS prüfe die bestehenden Kompetenzen und rechtlichen Grundlagen. Sie soll aufzeigen, welche Anpassungen angesichts der sich verändernden Bedrohungslage notwendig sind.
Die Schweiz soll sicherheitsrelevante Technologien im eigenen Land erhalten und aufbauen. Wie der Bund Innovation und Verteidigung zusammenbringen will, lesen Sie hier.
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