Studie von Swiss Medtech

Medtech-Branche hadert mit Kostendruck und wittert neue Chancen

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von FR / Startupticker, tse, dwi

Während das Umsatzwachstum in den vergangenen beiden Jahren stark ausgefallen ist, zeigt die aktuelle Branchenstudie von Swiss Medtech, dass die Schweiz für Unternehmen der Medizintechnikindustrie bezüglich Standortattraktivität schwächelt. Dies hat Auswirkungen auf die Rekrutierungs- und Investitionsabsichten.

(Source: freepik / freepik.com)
(Source: freepik / freepik.com)

Alle zwei Jahre erscheint die statistische Branchenstudie zur Schweizer Medizintechnik-Industrie (SMTI) - heuer bereits zum 10. Mal. Der Schweizer Medizintechnikverband Swiss Medtech wertet dazu zusammen mit der Helbling Gruppe unter anderem Ergebnisse beruhend auf einer Befragung aus, an der sich gut 600 in der Schweiz tätige Medtech-Unternehmen beteiligt haben. Es handelt sich dabei um Hersteller, Zulieferer, Dienstleister und Unternehmen, die mit Medizinprodukten handeln oder sie vertreiben.

Starkes Umsatzwachstum

Die Schweizer Medizintechnikindustrie zählt zu den bedeutenden Industriezweigen des Landes. Mit einem Umsatzwachstum von 5,5 Prozent in den vergangenen zwei Jahren ist die Branche doppelt so stark gewachsen wie die Schweizer Gesamtwirtschaft und trägt rund 10 Prozent zur industriellen Wertschöpfung bei. Zudem investiert die Branche rund 12 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung und zählt damit zu den forschungsintensivsten Industrien.

Sie verzeichnet Exporte von rund 12 Milliarden Franken und erwirtschaftet einen Handelsbilanzüberschuss von 5,5 Milliarden Franken - den drittgrössten der Schweiz. Mehr als die Hälfte der Exporte und Importe entfällt auf Europa; die USA sowie die übrigen Länder der Welt machen jeweils rund einen Viertel aus.

Schwindende Standortattraktivität

Die Branchenstudie warnt vor einer nachlassenden Standortattraktivität. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen beurteilt diese heute schlechter als vor fünf Jahren. Besonders deutliche Anzeichen dafür seien zudem die rückläufigen Rekrutierungs- und Investitionsabsichten.

Insgesamt beschäftigen die rund 1400 Medtech-Unternehmen zusammen fast 72'000 Personen. Doch das Beschäftigungswachstum ist zuletzt praktisch zum Stillstand gekommen. Netto wurden zuletzt lediglich rund 200 neue Arbeitsplätze geschaffen - deutlich weniger als der Zehnjahresdurchschnitt von rund 1500 Stellen.

Gleichzeitig planen 43 Prozent der Unternehmen keine Investitionen - so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung. Besonders stark rückläufig sind die geplanten Investitionen in die Produktion sowie in Forschung und Entwicklung.

Auch die Gründe für Investitionen in der Schweiz verändern sich: Das klassische Medtech-Know-how, für welches die Schweiz bekannt ist, verliert an Bedeutung und steht erstmals seit 2018 nicht mehr an erster Stelle.

Steigender Kostendruck und KI als Chance

Der anhaltende Kostendruck gilt neu als die grösste Herausforderung innerhalb der Branche. Als besonders belastend werden dabei Zölle und bürokratische Hürden wahrgenommen. Die Branche fordert deshalb von der Politik, Handelshemmnisse durch internationale Abkommen abzubauen und die administrative Belastung im Inland zu reduzieren.

Neben den aktuellen Herausforderungen sehen Medtech-Unternehmen auch Chancen: Das grösste Potenzial wird unverändert der künstlichen Intelligenz und Digitalisierung zugeschrieben. Der Wandel von klassischen Medizinprodukten hin zu integrierten, patientennahen Lösungsangeboten ist Ausdruck dieser Entwicklung. Das dafür erforderliche Know-how ist in der Schweiz jedoch nur begrenzt verfügbar. Deshalb bauen Unternehmen Teams mit den entsprechenden Kompetenzen zunehmend im Ausland auf.

Adrian Hunn, Direktor von Swiss Medtech: "Die Schweiz verfügt über beste Voraussetzungen, um bei der nächsten Innovationswelle eine führende Rolle einzunehmen. Dieses Potenzial müssen wir konsequenter nutzen. Damit die Wertschöpfung in der Schweiz bleibt, müssen wir digitale Kompetenzen gezielt stärken und die Rahmenbedingungen für Innovation weiter verbessern."

 

Dieser Beitrag ist zuerst auf startupticker.ch erschienen.

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