Genf unterzeichnet als erster Schweizer Kanton UN-Open-Source-Prinzipien
Der Kanton Genf unterzeichnet als erster Schweizer Kanton die Open-Source-Prinzipien der Vereinten Nationen. Die acht Leitlinien fördern unter anderem einen standardmässig offenen Ansatz, die Wiederverwendung von Software und Beiträge zu Open-Source-Projekten.
Der Kanton Genf hat die Open-Source-Prinzipien der Vereinten Nationen unterzeichnet und schliesst sich damit als erster Schweizer Kanton der Initiative an. Die Unterzeichnung bekräftigt Genfs bereits eingeschlagene Open-Source-Strategie, die auf die gemeinsame Nutzung und Wiederverwendung von Software setzt, wie der Kanton mitteilt. Mehrere grosse Akteure aus dem Technologieumfeld unterstützen die Prinzipien bereits, darunter die Linux Foundation, Red Hat und Wordpress.
Die im Rahmen der digitalen Aktivitäten der UNO verabschiedeten Prinzipien umfassen acht Leitlinien für die Nutzung, Entwicklung und gemeinsame Verwendung von Open-Source-Software. Diese sehen laut Mitteilung unter anderem einen "Open by Default"-Ansatz, Beiträge an die jeweiligen Communitys, Security by Design, die Wiederverwendbarkeit von Software sowie eine umfassende Dokumentation vor. Zudem sollen die Leitlinien die Beteiligung an Open-Source-Projekten fördern und deren nachhaltige Weiterentwicklung unterstützen.
Das kantonale Amt für Informationssysteme und Digitalisierung (OCSIN) des Kantons Genf habe bereits mehr als 50 Projekte unter Open-Source-Lizenzen veröffentlicht und beteilige sich auch an bestehenden Softwareprojekten, schreibt der Kanton in der Mitteilung. Genf sehe darin unter anderem eine Möglichkeit, seine technologischen Entscheidungen besser zu kontrollieren, die Wiederverwendung öffentlich finanzierter Entwicklungen zu fördern und Abhängigkeiten zu begrenzen. Diese Politik zeigt sich gemäss Mitteilung auch in einer Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern.
Der Kanton Genf stellt jedoch klar, dass die Verwaltung nicht sämtliche selbst entwickelte Software automatisch als Open Source veröffentlichen wird. Der Kanton wolle jedes Projekt unter anderem anhand von Kriterien wie Sicherheit, Datenschutz, Kosten, Codequalität, geistigem Eigentum und langfristiger Tragfähigkeit beurteilen.
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Urs Bürgisser, Managing Director, NorthC Schweiz