Zibris setzt mit neuer Cloud-Plattform auf Swissness
Ganz nach dem Motto "Was in der Schweiz passiert, bleibt in der Schweiz" hat Zibris an seinem ersten Cloud Community Event seine neue Cloud-Plattform vorgestellt. Die Verleihung des Cloud Partner Awards, eine Keynote zum Thema Cybersecurity und Gelegenheit zum Networking rundeten den Anlass ab.
Das erste Zibris Cloud Community Event fand am 12. März statt. Bereits zum gemeinsamen Mittagessen versammelten sich nahezu alle Teilnehmenden in "The Room" in Rothenburg. Die entspannte Atmosphäre bot den Partnern des Luzerner Distis eine ideale Gelegenheit für erste Gespräche und den Austausch innerhalb der Community.
Mariano Isek, Managing Director bei Zibris, begrüsste die Gäste zum offiziellen Teil des Cloud Community Event in Rothenburg. (Source: Netzmedien)
Mit den Worten "Technologie allein schafft keinen Erfolg - Partnerschaft schon" eröffnete Zibris-Managing-Director Mariano Isek anschliessend den offiziellen Teil der Veranstaltung. In seiner Begrüssung machte er zugleich deutlich, worum es bei diesem Zusammenkommen ging: um den strategischen Richtungswechsel im Cloud-Geschäft des Distributors. Konkret kündigte das Unternehmen an, seine bisherige VMware-basierte Plattform zu ersetzen und damit die Cloud-Strategie neu auszurichten. Die Entscheidung sei das Ergebnis intensiver Evaluationen und eine Reaktion auf die Entwicklungen im Markt.
Björn Westra, Cloud Solution Sales, und Vincent Makin, Key Account Manager, erläuterten die Hintergründe für den Wechsel. Auslöser sei die Übernahme von VMware durch den Chiphersteller Broadcom und die damit einhergehende unvorhersehbare Lizenzpolitik gewesen. Westra beschrieb die kurzfristigen Vertragsänderungen sowie die Forderung nach hohen finanziellen Vorab-Commitments als inakzeptabel. Zudem hätten die neuen Modelle die Souveränität des Betriebs in der Schweiz gefährdet. "Was in der Schweiz passiert, bleibt in der Schweiz", betonte Westra als zentrales Kriterium, das durch die Vorgaben von Broadcom nicht mehr gewährleistet gewesen sei.
Als Ersatz für die bisherige Lösung setzt Zibris neu auf die Technologie von Virtuozzo, einen Anbieter von Cloud- und Virtualisierungslösungen mit Hauptsitz in Schaffhausen. Laut Westra erfüllt die Lösung alle zuvor definierten Kriterien. Dazu gehörten unter anderem ein Open-Source-Hypervisor, umfassende Self-Service-Funktionen für Partner sowie eine übersichtliche und leistungsfähige Benutzeroberfläche. "Stabilität gehört zu den wichtigsten Erwartungen an einen Cloud-Anbieter", sagte Westra. Daher sei auch die Kompatibilität mit der bestehenden Infrastruktur ein zentrales Kriterium gewesen, insbesondere mit den eingesetzten Server- und Speichersystemen.
Die neue Plattform soll zudem zukünftig die Bereitstellung von Platform-as-a-Service-(PaaS)-Angeboten ermöglichen. Westra sieht hier Potenzial, da die Kosten für DevOps sinken und die Nachfrage nach cloud-nativen Anwendungen voraussichtlich steigen werde. "Unser Hauptaugenmerk liegt derzeit auf Infrastructure-as-a-Service (IaaS)", erklärte Westra.
Upgrade in Echtzeit
Auch der Zeitplan für die Umstellung steht bereits fest. Makin und Westra präsentieren dazu die entsprechende Roadmap: Die Implementierung der neuen Virtuozzo-Umgebung sei für den 1. August 2026 geplant. "Wir bauen eine parallele Infrastruktur neben unserer bestehenden VMware-Umgebung auf. Diese bleibt während der gesamten Übergangsphase in Betrieb, sodass der laufende Betrieb nicht gestört wird", erklärte Westra. Die VMware-Umgebung werde bis zum Auslaufen des Lizenzvertrags Anfang April 2027 weiterbetrieben.
Björn Westra und Vincent Makin von Zibris erläuterten die Hintergründe für den Wechsel der Cloud-Strategie. (Source: Netzmedien)
Die Migration der Partner und deren Kunden soll schrittweise beziehungsweise "Tenant by Tenant" erfolgen, um die Phase, in der Partner mit zwei Systemen arbeiten müssen, so kurz wie möglich zu halten. Das Unternehmen werde ab Mitte Juni 2026 auf seine Partner zukommen, um die Umstellung zu koordinieren.
Die grundlegende Infrastruktur bleibe jedoch unverändert. Die Server werden laut Westra weiterhin im Rechenzentrum von Green in der Schweiz betrieben und die Backup-Lösung von Veeam bleibt ebenfalls im Einsatz. Für das Disaster Recovery (DR) werde ein Drittanbieter-Produkt eingeführt, das mehr oder weniger dieselbe Funktionalität der bisherigen VMware Availability Suite bieten soll.
Zibris strebe zudem bis zum ersten Halbjahr 2027 eine ISO-27001-Zertifizierung an. Ziel sei es, die Lücke in der Lieferkette zu schliessen und das Risikomanagement zu stärken. Westra betonte: "Es kann ein Vorteil sein, weil es viele Diskussionen und Aufwand mit Kunden spart, wenn man sagen kann: Mein Rechenzentrumsanbieter, mein Cloud-Anbieter, ist ISO-27001-zertifiziert." Auf die Frage nach den Preisen erklärte er, dass diese "auf absehbare Zeit" gleich bleiben werden.
Abschliessend gewährte Zibris seinen Partnern einen praxisnahen Blick hinter die Kulissen: Jeffrey Jud, Cloud Engineer beim Disti, präsentierte eine Live-Demo und beantwortete die wichtigsten Fragen des Publikums.
Zibris Cloud Partner of the Year 2025
Im Rahmen des Events verlieh der Disti auch erstmals seinen Cloud Partner Award. Managing Director Isek übergab die Trophäe - eine freche Cloud-Figur mit ausgestreckter Zunge - an Evolink. Das Unternehmen habe durch "gemeinsame Markteinführungsaktivitäten, Marketinginitiativen, Lead-Generierung über Veranstaltungen und Marktpräsenz dazu beigetragen, die Sichtbarkeit der Zibris Cloud zu steigern".

Mariano Isek (rechts) übergab den Award für die Auszeichnung als "Cloud Partner of the Year 2025" an Evolink. (Source: zVg)
Der Award würdige die enge Zusammenarbeit, den Einsatz der Zibris-Cloud-Services "zur Schaffung echter Mehrwerte für Kunden" sowie die strategische Einbindung der Plattform ins Partnerportfolio.
Ein Blick hinter die Cybercrime-Kulisse
Fabian Brust, Gründer und CEO der Schweizer Cybersecurity-Firma Goldoak sowie ehemaliger Ermittler des deutschen Bundeskriminalamts, schilderte während seiner Keynote reale Fälle aus seiner Zeit bei der Polizei, um die Bedrohungslage greifbar zu machen. Als Beispiel nannte er unter anderem den Fall, der als Vorlage für die Netflix-Serie "How to Sell Drugs Online (Fast)" diente: Ein damals 18-jähriger Täter betrieb über anderthalb Jahre hinweg einen Drogen-Webshop im Internet und verschickte täglich dutzende Bestellungen aus seinem Kinderzimmer.

Fabian Brust gab den Zibris-Partnern am Event Einblicke in reale Cybercrime-Fälle. (Source: Netzmedien)
Brust erklärte zudem, wie Angreifer heute häufig vorgehen. "Die meisten Hacker wollen keine Passwörter knacken - sie wollen Geld verdienen", sagte er. Statt Systeme aufwendig zu hacken, würden Kriminelle häufig geleakte Zugangsdaten aus dem Darknet kaufen und diese automatisiert auf verschiedenen Plattformen testen.
Zum Abschluss ging Brust auf technische Schutzmassnahmen ein und erläuterte, wie moderne Cloud-Umgebungen abgesichert werden können. Dazu gehören unter anderem mehrschichtige Sicherheitskonzepte mit Endpoint Detection and Response (EDR), SIEM- und SOAR-Systemen sowie regelmässigen Penetrationstests. Solche Ansätze, sagte Brust, seien insbesondere für kleinere Unternehmen relevant, die ein entsprechendes Sicherheitsniveau allein nur schwer aufbauen könnten.
Nach der Keynote erhielten die Gäste die Möglichkeit, den Anlass bei einem Apéro Riche ausklingen zu lassen und sich beim Networking auszutauschen. Die speziell kreierten Drinks sorgten dabei dank Trockeneis für einen sprudelnden "Cloud-Effekt", wodurch das Event einen thematisch passenden Abschluss fand.

Nach dem offiziellen Teil des Anlasses gab es einen Apéro Riche inklusive thematisch passenden Drinks - angelehnt an das Thema "Cloud". (Source: Netzmedien)
Zibris-Managing-Director Mariano Isek hat übrigens gemeinsam mit anderen Schweizer Distis am Distributor-Roundtable 2025 gesagt, wie Zibris mit der aktuellen geopolitische Lage umgeht, die Lieferkette sicherer macht und wie es dem Channel geht.
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