Wo bleiben die E-Paper-Lösungen im Digital Signage?
2025 hat ein Thema die Pro-AV-Leitmesse ISE in Barcelona dominiert: E-Paper. Verschiedene Hersteller, von klein bis gross, zeigten voller Stolz ihre neuen, auf elektronischem Papier basierenden Digital-Signage-Lösungen. Einige waren schon länger in diesem Segment aktiv, andere erstmals. Und wieder andere hatten zwar langjährige E-Paper-Expertise, machten aber ihre ersten Schritte im Digital-Signage-Geschäft.
Und wie sah es ein Jahr später an der ISE 2026 aus? Zwar waren E-Paper-Lösungen, etwa in Form von Beschriftungen, auch an der diesjährigen Messeausgabe an vielen Ständen präsent, und Hersteller versprachen, neue Formate zu lancieren. Aber E-Paper wurde quasi von der Hauptbühne auf den kleinsten Nebenschauplatz verdrängt. Keiner der Hersteller rückte die Display-Technologie mehr in den Fokus. Es war, als wären der Hype und die Euphorie um das elektronische Papier im Pro-AV-Umfeld nur zwölf Monate danach wieder verflogen.
Dabei ist die lange Zeit nur in Form von E-Readern bekannte Technologie prädestiniert für Digital Signage. Für viele Anwendungen ist ein herkömmliches Display nämlich nicht die beste Lösung, etwa für Fahrplaninformationen im öffentlichen Verkehr oder Menütafeln in Restaurants. Also für Content, der sich bei Bedarf zwar anpassen lassen muss, aber der mehrheitlich als statisches Bild ausgespielt wird. E-Paper-Displays benötigen nur beim Bildwechsel Strom (wie genau dies funktioniert, erfahren Sie im Hintergrundbericht auf Seite 45). Das heisst, sie kommen nur mit einem Akku und ohne Stromkabel aus. Dies erhöht die Flexibilität beim Aufstellen und Montieren der Displays. Aber es ist auch ein guter Weg für Unternehmen, ihren Nachhaltigkeitszielen einen Schritt näher zu kommen. Ferner bietet die nicht spiegelnde Displayoberfläche sogar bei direkter Sonneneinstrahlung eine gute Lesbarkeit – ähnlich wie echtes Papier.
Dieser Nutzen scheint im Markt noch nicht richtig angekommen zu sein, wie aus Gesprächen mit Herstellern und Distributoren im Rahmen der ISE 2026 hervorgeht. Einerseits steht wohl der eher hohe Preis dieser Lösungen einer flächendeckenden Verbreitung im Weg. Andererseits fehlt wohl auch das Verständnis über die Funktionsweise der Technologie, selbst wenn das Interesse vorhanden ist. Die grössten Vorteile nützen nichts, wenn niemand von ihnen weiss. Das ist eine Chance für Pro-AV-Integratoren, ihre Expertise zu beweisen und neue Geschäftsfelder zu erschliessen. Denn es liegt an ihnen, gemeinsam mit den Herstellern und Distributoren zu zeigen, dass sich E-Paper für sehr viel mehr eignet als nur für Raumbeschriftungen, elektronische Preisschilder und E-Reader.
Ich wünsche viel Vergnügen bei der Lektüre der aktuellen Ausgabe des "IT-Markt" zum Thema Pro-AV.
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