Marktbericht

Datenschutz und Kosten verlagern KI-Rechenleistung auf Endgeräte

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von Coen Kaat

KI-PCs und -Smartphones stehen vor der Marktdurchdringung. Während IDC bereits von einem Erfolg spricht, ist Gartner aufgrund der wachsenden Speicherkosten deutlich pessimistischer. Diese steigenden Preise sollen zudem dafür sorgen, dass eine andere Produktkategorie ganz verschwindet.

(Source: Muzaffar - stock.adobe.com)
(Source: Muzaffar - stock.adobe.com)

Mit dem Aufkommen der KI kam es auch zu einer Verschiebung: Statt lokal auf dem Endgerät geschah die Verarbeitung der Daten zunehmend in der Cloud. Entsprechend begann die Bedeutung der lokalen Rechenleistung auf Laptops und Co. abzunehmen. Doch diese Bewegung ist bereits wieder vorbei, ist sich Marktforscher IDC sicher. Die Rechenleistung wandert aus der Cloud wieder zurück auf die Endgeräte. Der Marktforscher nennt verschiedene Gründe für diese Rückkehr: 

  • die mit der zunehmenden Verbreitung Token-basierter Abrechnungsmodelle kontinuierlich steigenden Ausgaben von Unternehmen für KI-Rechenleistung,
  • die Leistungssprünge bei Chips für lokale KI-Verarbeitung und
  • die steigenden Anforderungen bezüglich Datenschutz und Latenz.

Beflügelt von dieser Dynamik werden 2026 gemäss IDC weltweit insgesamt 50 Millionen KI-PCs ausgeliefert. Dies entspreche etwa 19,6 Prozent aller PC-Auslieferungen. Bei den KI-Smartphones soll dieser Anteil mit 39,7 Prozent sogar noch höher ausfallen; IDC rechnet damit, dass bis Jahresende 432 Millionen KI-Smartphones ausgeliefert werden. Somit entwickle sich Edge-KI von einem Konzept zu einer Technologie, die in grossem Massstab eingesetzt wird. KI-Endgeräte treten damit in eine Phase der breiten Marktdurchdringung ein, wie der Marktforscher schreibt.

Die Abnehmer dieser Geräte sind gemäss der Analyse insbesondere Grossunternehmen. Für KMUs könnte ein anderes Modell attraktiver werden. IDC empfiehlt nämlich Anbietern, integrierte Edge-Computing-Lösungen bereitzustellen. Hierbei sollen kleine lokale KI-Rechenzentren (nicht die Laptops und PCs selbst) als zentrale Knoten dienen. Dadurch könnten KMUs die technischen Einstiegshürden und Betriebskosten ihrer KI-Implementierungen gering halten.

Speicherkosten könnten KI-Endgeräte ausbremsen

Schaut man auf die Prognosen des Marktforschers Gartner, wird diese rosige Aussicht jedoch von einer dunklen Wolke am Horizont getrübt. Gemeint sind die stark steigenden Speicherkosten. Diese drücken dermassen stark auf die Geschäfte, dass die Auslieferungen von PCs und Smartphones (mit und ohne KI) in diesem Jahr deutlich sinken sollen. Bei den PCs geht Gartner von einem Rückgang von 10,4 Prozent und bei Smartphones von 8,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus.

Gartner schätzt, dass die Kosten für DRAM und SSDs bis Ende des laufenden Jahres im Jahresvergleich um 130 Prozent steigen werden. Infolgedessen werden die Preise für PCs um 17 Prozent und die für Smartphones um 13 Prozent zunehmen. Diese Situation werde dazu führen, dass sich die Nachfrage auf Premium-Geräte konzentriere.

Wenn man aber bedenkt, dass KI-Endgeräte generell einen höheren Bedarf an Storage-Komponenten haben, könnte sich die Hürde für diese Produktkategorie als besonders hoch erweisen. Gartner ist hier zudem pessimistischer als IDC: "Zudem werden die steigenden Preise für KI-PCs dazu führen, dass sich die prognostizierte Marktdurchdringung von KI-PCs in Höhe von 50 Prozent bis ins Jahr 2028 verzögert", sagt Ranjit Atwal, Senior Director Analyst bei Gartner.

In demselben Zeitrahmen – also bis 2028 – sollen aus­serdem Einsteiger-Laptops bis 500 US-Dollar vom Markt verschwinden. Der starke Anstieg nehme Anbietern nämlich die Möglichkeit, Kosten aufzufangen, erklärt Atwal.

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