Regeln für das Mitmachweb
Netzwerke wie Facebook, Xing oder Twitter dienen heute schon vielen Internet-Usern häufiger als Kommunikationsmittel als E-Mail. Die Wahrscheinlichkeit ist also gross, dass sich auch die eigenen Mitarbeiter in sozialen Medien tummeln. In Deutschland hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft deshalb Richtlinien erarbeitet, um Unternehmen im Umgang mit Social Media zu unterstützen.
Das Web 2.0 wird gemeinhin als «Mitmachweb » bezeichnet. Nutzer stellen Inhalte ins Netz, teilen Informationen und Meinungen und diskutieren über unterschiedlichste Kanäle. Über 945 Millionen Menschen weltweit nutzen bereits soziale Medien, mehr als jeder dritte Schweizer ist dabei. Weil Arbeit und Freizeit heute oft fliessend ineinanderübergehen, müssen sich Unternehmen mit der Präsenz ihrer Mitarbeiter auf Social- Media-Plattformen auseinandersetzen. Viele erkennen die Chancen für das eigene Unternehmen, möchten aber sicherstellen, dass alle Mitarbeiter auch auf sozialen Plattformen im Sinne des Unternehmens handeln und kommunizieren.
Ein Leitfaden für den Leitfaden
In Deutschland hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft einen Leitfaden für Social- Media-Guidelines veröffentlicht. Eine vergleichbare Hilfestellung fehlt in der Schweizer Branche, doch das Thema wird auch hierzulande engagiert diskutiert. Die Verantwortung für ein Regelwerk liegt meist bei der Kommunikationsabteilung, die sich mit Abteilungen wie HR, Legal oder Marketing abstimmt. Es gibt sogar Unternehmen, die einen Chief Social Media Officer (CSMO) beschäftigen. Doch die Verantwortung lässt sich nicht an Einzelne delegieren. Es gilt, Mitarbeitende als glaubwürdige Botschafter in der Netzkommunikation von Anfang an einzubinden. Ziel ist es, die Internetaktivitäten der Mitarbeitenden zu fördern und im Sinne des Unternehmens zu nutzen. Das Potenzial ist immens: Der Dialog mit Kunden ist direkt, das Feedback unmittelbar, Trends können frühzeitig erkannt, auf Kritik kann rasch reagiert werden. Ein Unternehmen kann sich als Branchenexperte und guter Arbeitgeber empfehlen oder seine Produkte promoten. Jeder Mitarbeiter kann einen Beitrag zur positiven Online-Reputation leisten, sie aber auch gefährden.
Anregungen für Social-Media-Guidelines
Social-Media-Guidelines sollen Sicherheit schaffen und das Unternehmen vor einem möglichen Schaden schützen. So müssen Mitarbeiter genau darüber informiert sein, was erlaubt ist. Dabei ist authentische Kommunikation nicht nur erlaubt, sondern sogar gefordert: Authentizität und Glaubwürdigkeit sind in der Social-Media-Welt zentral. Mitarbeiter sollen mit ihrer echten Identität unterwegs sein und kommunizieren; nicht jede geäusserte Meinung muss positiv sein. Doch soziale Medien sind auch kein rechtsfreier Raum: Der Hinweis auf rechtliche Vorschriften und klare Regeln zum Umgang mit vertraulichen Informationen sind Pflicht für jeden Leitfaden. Die meist genannten Kriterien, die sich in Social-Media-Guidelines wiederfinden, sind Authentizität, Ehrlichkeit, Respekt und Professionalität, eigentlich Selbstverständlichkeiten. Gepaart mit gesundem Menschenverstand und Augenmass, lassen sich damit die wichtigsten Hürden nehmen. Doch selbst noch so engagiert formulierte Guidelines können nur die Leitplanken vorgeben. Gelebt werden müssen die Werte und die Unternehmenskultur im Alltag und in jeglicher Kommunikation mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern – offline wie online.
SOCIAL-MEDIA-RICHTLINIEN –10 TIPPS FÜR UNTERNEHMEN UND IHRE MITARBEITER
Der deutsche Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. hat auf seiner Website www.bvdw.org einen Leitfaden mit 10 Tipps für den geschäftlichen Umgang mit Social-Media-Plattformen veröffentlicht. Die Handlungsempfehlungen sollen Unternehmen sowie beschäftigte Mitarbeiter ansprechen und als Grundlage für individuelle Unternehmensrichtlinien dienen.
1. Definieren Sie Ziele
2. Geheimnisse sind geheim und Interna bleiben intern
3. Mitarbeiter müssen authentisch sein
4. Wer veröffentlicht, übernimmt Verantwortung
5. Interne Kritik ist erlaubt, bleibt aber intern
6. Gehen Sie mit Fehlern offen um
7. Schonen Sie Ihre Geschäftsbeziehungen
8. Beachten Sie das geltende Recht
9. Schränken Sie die private Nutzung von Social Media während der Arbeitszeit ein
10. Social Media erfordern kontinuierliches Engagement
Download des sechsseitigen Merkblattes unter www.bvdw.org
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