Internationale KPMG-Umfrage

Managed Services sollen den KI-Einsatz beschleunigen

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von Joël Orizet und NetzKI Bot und cka

Unternehmen wollen mit Managed Services nicht nur Kosten drücken, sondern auch beim KI-Einsatz Tempo machen. Eine KPMG-Umfrage zeigt, wie stark KI-Kompetenz und Sicherheitsfragen die Erwartungen an externe Dienstleistungsfirmen prägen.

(Source: tippapatt / stock.adobe.com)
(Source: tippapatt / stock.adobe.com)

KI soll im Alltag funktionieren und nicht im Pilotprojekt stecken bleiben. Viele Unternehmen holen sich dafür externe Unterstützung: Über Managed Services lassen sie spezialisierte Firmen bestimmte IT-Systeme oder Geschäftsprozesse dauerhaft betreiben und weiterentwickeln. Die Erwartungen reichen dabei über Kostensenkungen hinaus, wie eine Umfrage von IDC im Auftrag von KPMG (PDF) zeigt - das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen bietet allerdings selbst Managed Services an. Für die Untersuchung befragte IDC 1224 Führungskräfte aus grossen, international tätigen Unternehmen.

91 Prozent der Befragten halten das Modell für wichtig, um KI-Agenten bereitzustellen, die Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen. Auch bei der Auswahl der Dienstleistungsfirma steht KI-Kompetenz hoch im Kurs: 36 Prozent zählen sie zu ihren drei wichtigsten Kriterien. Dahinter folgen allgemeines Technologie- und Plattformwissen mit 21 Prozent sowie Qualität und Effizienz im Betrieb mit 20 Prozent.

KI-Management prägt die Investitionspläne

Für die kommenden zwei Jahre zählen 56 Prozent der Befragten das Management von KI-Systemen zu ihren drei wichtigsten Investitionsfeldern für Managed Services. Aktuell sind es 36 Prozent. Auf Rang zwei folgt Cybersicherheit mit 33 Prozent; auf Rang drei stehen Audit-Dienstleistungen mit 28 Prozent.

Balkendiagramm zu Technologien in Managed Services 2026 und in zwei Jahren. Heute führen Cloud-Anwendungen (59 %), On-Prem-ERP (54 %) und Workflow-Tools (50 %). In zwei Jahren liegen KI/agentische Systeme und Automatisierung bei je 42 %, Process Mining bei 41 %.

Cloud-Anwendungen und On-Prem-ERP spielen heute noch die grösste Rolle in Managed-Services-Programmen. Für die kommenden zwei Jahre erwarten die Befragten unter anderem mehr Gewicht für KI, Automatisierung und Process Mining. (Source: KPMG / IDC)

Dabei erwarten Unternehmen nach Einschätzung von KPMG mehr als die passende Technik. Die externen Firmen sollen KI-Systeme betreiben, überwachen und weiterentwickeln - mit klar geregelten Zuständigkeiten.

Vertrauen allein genügt dafür nicht. Wie IDC aus ergänzenden Interviews ableitet, verlangen Unternehmen auch Transparenz beim KI-Einsatz, klare Grenzen für die Datenweitergabe und Sicherheitskontrollen.

Kostensenkungen bleiben das wichtigste Ziel

Trotz des KI-Fokus führt ein klassisches Motiv die Rangliste der Ziele an: Kosten senken und effizienter arbeiten. 34 Prozent zählen dies zu ihren drei wichtigsten Zielen für Managed Services. Dahinter folgen der Zugang zu neuer Technologie mit 27 Prozent und die schnellere Markteinführung von Produkten und Dienstleistungen mit 25,5 Prozent.

Balkendiagramm zu den Zielen von Managed Services. Kostensenkung und Effizienz führen mit 34 Prozent vor Zugang zu neuer Technologie mit 27 Prozent und schnellerer Markteinführung mit 25,5 Prozent. Beschleunigte Innovation und weitere strategische Ziele erreichen je 25 Prozent.

Kostensenkungen und Effizienz stehen bei den Zielen für Managed Services an erster Stelle. Dahinter folgen der Zugang zu neuer Technologie und eine schnellere Markteinführung von Produkten und Dienstleistungen. (Source: KPMG / IDC)

Der Wunsch nach Innovation verdrängt das Sparziel also nicht. Vielmehr sollen externe Teams beides leisten: den bestehenden Betrieb effizienter gestalten und die technologische Erneuerung voranbringen. KPMG sieht Managed Services deshalb zunehmend als Teil der Unternehmensstrategie und nicht bloss als Mittel, um einzelne Aufgaben auszulagern.

Die bisherige Bilanz fällt aus Sicht der Befragten überwiegend positiv aus: Mehr als 90 Prozent geben an, Managed Services hätten ihre Erwartungen an Kostensenkung und Effizienz erfüllt oder übertroffen. Neben Einsparungen und Effizienz gehört auch eine bessere Servicequalität zu den wichtigsten Massstäben, an denen die Unternehmen den Erfolg messen.

Grossunternehmen prägen das Bild

Die Befragten stammen aus zwölf Ländern und elf Branchen und wirken an Entscheidungen über Managed Services mit. Ihre Unternehmen erzielen Jahresumsätze von mindestens 100 Millionen US-Dollar, mehrheitlich zwischen einer und zehn Milliarden. Eine separate Auswertung für die Schweiz enthält der Bericht nicht.

Die Ergebnisse spiegeln vor allem die Erwartungen und Erfahrungen grosser Unternehmen wider. Inwieweit sie auch für kleinere Betriebe gelten, bleibt offen. Zudem beruhen die Angaben zu Einsparungen und Effizienz auf Einschätzungen der Befragten. Ob Unternehmen mit Managed Services tatsächlich produktiver oder kosteneffizienter arbeiten, als wenn eigene Teams dieselben Aufgaben übernehmen, belegt die Untersuchung jedoch nicht.

 

Übrigens: KI verändert nicht nur die Nachfrage nach Managed Services, sondern auch das Geschäft der Anbieter. Warum Unternehmen Leistungen zunehmend bei wenigen Dienstleistern bündeln und wo spezialisierte Anbieter punkten können, lesen Sie hier.

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