IoT und KI im Universitätsspital Basel

Von IoT bis KI: Was das Universitätsspital Basel von seinen IT-Dienstleistern erwartet

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von Coen Kaat

Das IoT und KI: Was für viele noch nach Zukunftsmusik klingt, wird im Universitätsspital Basel (USB) bereits teilweise Realität. Wofür das grösste Gesundheitszentrum der Nordwestschweiz diese Möglichkeiten nutzt und wie IT-Dienstleister das USB dabei unterstützen können, erklärt Marc Strasser, Leiter Ressort Digitalisierung und ICT im USB.

Marc Strasser, Leiter Ressort Digitalisierung und ICT im USB. (Source: Derek Li Wan Po)
Marc Strasser, Leiter Ressort Digitalisierung und ICT im USB. (Source: Derek Li Wan Po)

Was beinhaltet Ihre tägliche Arbeit und wo kommen Sie mit IT-Dienstleistern in Berührung?

Marc Strasser: Das Universitätsspital Basel (USB) ist eines der führenden universitär-medizinischen Zentren der Schweiz, in dem auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse spitzenmedizinische Leistungen für den Kanton Basel-Stadt und die Nordwestschweiz erbracht werden. Dies und eine international renommierte medizinische Forschung ist heute ohne eine innovative und leistungsfähige IT und die Verwendung von modernster medizinaltechnischer Ausrüstung nicht mehr möglich. Unsere Pflicht ist es, zuverlässig sämtliche Informationen und Daten, die innerhalb und ausserhalb des Spitals entstehen, jederzeit am richtigen Ort verfügbar zu machen und so neue digitale Prozesse zu ermöglichen. Die Kür ist es, auf dieser Basis durch den richtigen Umgang mit den bereits erhobenen Informationen eine wesentliche Steigerung der Behandlungsqualität für die Patienten zu erreichen und Spitzenforschung zu ermöglichen. Dazu braucht es die Hilfe von künstlicher Intelligenz und eine innovative IT-Infrastruktur. Und da kommen die von Ihnen angesprochenen Dienstleister ins Spiel: Sie unterstützen uns bei der Realisierung von neuen Projekten aus unserem Innovationsmanagement bis hin zu Entwicklung und Betrieb einzelner IT-Services.

 

Was sollten (potenzielle) IT-Partner tunlichst vermeiden?

Wesentlich ist, dass ein Dienstleister die Sprache eines Spitals spricht und sich dem Wohl unserer Patienten ebenso verpflichtet fühlt, wie wir es tun. Wer hierzu nicht bereit ist, ist nicht der richtige Partner für uns.

 

Was werden in der nächsten Zeit die grössten technischen Herausforderungen im Bereich IT für Sie sein?

Die grösste technische Herausforderung ist es, die bei uns erfassten Daten in Wissen zu überführen. Dabei geht es vor allem um Informationen, die sich in nicht-strukturierter Form «verstecken». Und dazu brauchen wir eine Systemlandschaft, die mithilfe von künstlicher Intelligenz neue Informationen generiert und mittels diesen die Entscheidungen unserer medizinischen und pflegerischen Mitarbeitenden unterstützt – und die gleichzeitig die rasant wachsende Zahl an aktuellen und historischen Daten integriert und nutzbar macht.

 

Wie können IT-Dienstleister Sie dabei unterstützen?

Wir als Spital können hier von anderen Branchen und deren Erfahrungen profitieren. Hier spielen dann unsere Partner (die IT-Dienstleister) eine wichtige Rolle, die technische Exzellenz und Best Practices aus anderen Branchen mit Branchen-Know-how aus dem Spitalumfeld verbinden und wir daraus geeignete Lösungen für das USB entwickeln können.

 

Welche Rolle spielen Cloud, IoT, KI, Cybersecurity in Ihrer IT-Strategie?

Ein Spital erhebt und verwaltet höchst persönliche und sensible Gesundheitsdaten, um sie zum Wohle der Patienten zu nutzen. Das erfordert natürlich eine hohe Vertrauensstellung, entsprechend nimmt die Cybersecurity in unserer IT-Strategie eine prioritäre Wichtigkeit ein. IoT und KI sind, wie beschrieben, wesentliche Treiber der Digitalisierung im Gesundheitswesen und im Zusammenhang mit Cybersecurity, Datenschutz und Datensicherheit zentrale Aufgabengebiete, für deren Entwicklung und Umsetzung wir uns technisch, konzeptionell und organisatorisch bereits breit aufgestellt haben. Cloud-Services können eine sinnvolle Ergänzung sein und werden von uns stetig unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt sowie einem dem gesetzlichen Anspruch gerechten Sicherheits-Level evaluiert.

 

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-Dienstleister mitbringen müssen?

Marc Strasser: Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, fachliche und kreative Kompetenz und Verbindlichkeit, gepaart mit der notwendigen Flexibilität, ohne die unser Spitalalltag nicht funktionieren kann.

 

Was sollten (potenzielle) IT-Partner tunlichst vermeiden?

Wie kaufen Sie IT-Hardware/-Software beziehungsweise komplette Lösungen ein? Direkt beim Hersteller oder beim Händler?

Das kommt darauf an und hängt entweder vom Distributionsmodell des Herstellers, vom Preis-Leistungs-Verhältnis oder aber auch von einem besseren Service ab.

 

Welche Bereiche Ihrer Unternehmens-IT haben Sie ausgelagert, und welche würden Sie hingegen nie auslagern?

Wir lagern keine IT-Bereiche vollständig aus, sondern vergeben punktuell abgegrenzte Teile oder gezielte Entwicklungsaufgaben an Dritte, respektive setzen Services ein, die wir selbst nicht vorhalten wollen oder können. Kundennahe Bereiche würde ich auch prospektiv eher nicht auslagern.

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